Starke Knochen brauchen Kalzium – so viel wissen die meisten von uns. Doch wer weiß schon, dass das Element auch wesentlich ist für viele Stoffwechselprozesse? Wir erklären, welche Funktionen der Vitalstoff im Körper hat und wie Sie einem Kalziummangel ganz leicht vorbeugen können.
Der Großteil des Kalziums im Körper lagert im Skelett. Bis zu 1,5 Kilogramm stecken insgesamt in den Knochen eines Erwachsenen. Dort bildet es zusammen mit Phosphat das Basismaterial unserer Knochen und Zähne.
Nur ein Bruchteil des Kalziums im Körper wird über das Blut zu den Zellen transportiert – wo es jedoch sehr wichtige Aufgaben erfüllt. Zahlreiche Stoffwechselvorgänge benötigen Kalzium. Zum Beispiel spielt Kalzium eine Mittlerrolle bei der Weiterleitung von Nervensignalen, die die Bewegung der Muskeln steuern.
Damit all diese Prozesse im Körper reibungslos auflaufen können, muss die Kalziumkonzentration im Blut zwischen 2,1 bis 2,6 Millimol pro Liter betragen. Ist die Konzentration niedriger, spricht man von Kalziummangel (Fachbegriff: Hypokalzämie).
> Phosphat – wichtiger Mineralstoff für unseren Körper
Wie entsteht Kalziummangel?
Kalziummangel entwickelt sich schleichend und hauptsächlich deshalb, weil zu wenig Kalzium über die Nahrung aufgenommen wird.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung DEG empfiehlt 500 Milligramm Kalzium pro Tag für Säuglinge und 900 für Erwachsene. Personen mit einem erhöhten Bedarf wie Schwangere oder Jugendliche, sollten rund 1.200 Milligramm täglich zu sich nehmen.
Als weitere Ursachen für Kalziummangel kommen infrage …
- die Einnahme bestimmter Medikamente (zum Beispiel Antiepileptika, Kortison)
- zu niedrige Konzentration von Eiweiß im Blut,
- eine Nierenschwäche (Niereninsuffizienz) oder
- ein Mangel an Vitamin D.
> Hier finden Sie weitere Informationen zu Vitamin D
Symptome von zu wenig Kalzium
Ein Kalziummangel entwickelt sich meist schleichend und bleibt lange ohne äußere Anzeichen. Schreitet er fort, können folgende Symptome auftreten:
• Muskelzucken an den Mundwinkeln
• Ein Kribbeln in der Mundgegend
• niedrige Herzschlagfrequenz
• verstärkte Reflexe
• Angstgefühle und depressive Verstimmungen
Bei schwerem Kalziummangel kommt es zur sogenannten Tetanie. Bei dieser Erkrankung krampfen Hände und Füße auf charakteristische Weise.

Sonderfall Kalzium und Vitamin D
Unser Körper benötigt Vitamin D, um Kalzium durch den Körper zu transportieren. Dieses Vitamin – genauer: seine Vorstufe – wird in der Haut unter dem Einfluss von UV-Licht produziert. Die Nieren bilden daraus Vitamin D. Es ist notwendig für die Bildung eines Proteins, das dafür sorgt, dass Kalzium-Ionen die Darmwand passieren können. So gelangt Kalzium aus der Nahrung ins Blut.
Ist dieser Prozess aufgrund eines Vitamin-D-Mangels gestört, entwickelt sich möglicherweise ein Kalziummangel. Das ist auch der Grund, weshalb ein Vitamin-D-Mangel schlecht für die Stabilität der Knochen ist.
> Erfahren Sie mehr über die Bedeutung von Vitamin D für Ihren Körper
So lässt sich Kalziummangel vorbeugen
Ein leichter Mangel kann durch eine kalziumreiche Ernährung ausgeglichen werden. Vor allem in Milch und Milchprodukten steckt viel von dem wertvollen Mineralstoff. Auch pflanzliche Lebensmittel wie Grünkohl, Getreide oder Hülsenfrüchte sind reich an Kalzium – ebenso wie Mineralwasser.
Bei einem stärkeren Mangel des Mineralstoffes müssen kalziumhaltige Tabletten eingenommen werden. Die Behandlung sollte jedoch nur von einem Arzt verordnet und überwacht werden, denn eine Überdosierung von Kalzium ist schädlich für den Körper. Extremer Kalziummangel muss klinisch behandelt werden, tritt aber nur sehr selten auf.
> Erfahren Sie hier, wie Sie Kalziummangel nachhaltig vorbeugen können