In Shampoo, Gesichtscreme oder in Gel gegen Insektenstiche steckt manchmal Teebaumöl. Kein Wunder, gilt der Inhaltsstoff aus der Natur doch als universeller Helfer bei einer Reihe von kosmetischen, aber auch medizinischen Problemen. Deshalb wird Teebaumöl oft als vielseitiges Hausmittel verwendet. Doch das ätherische Öl ist nicht frei von Risiken. Nur wer sie kennt, kann optimal vom Naturprodukt Teebaumöl profitieren.

Teebaumöl – das klingt so wunderbar heilsam und harmlos. Etwas auf Pflanzenbasis kann ja nie verkehrt sein, oder? Nun, das Öl des australischen Teebaums zwar ein starkes Gemisch aus wertvollen Substanzen. Dennoch ist es – wie viele andere pflanzliche Stoffe auch – mit Vorsicht zu genießen. Denn auch reine Natursubstanzen können der Gesundheit schaden, wenn sie unsachgemäß gelagert oder falsch angewandt werden.
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Hausmittel Teebaumöl: Das steckt drin
Das ätherische Öl wird aus den Blättern des australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gewonnen. In chemischer Hinsicht ist es keine einzelne Substanz, sondern ein Gemisch aus vielen Stoffen – vor allem sogenannten Terpenen. Der aus pharmazeutischer Sicht wichtigste davon ist Terpinen-4-ol.
Das kann Teebaumöl
Das Öl wirkt stark antimikrobiell, bekämpft also Bakterien und Pilze. Australiens Ureinwohner wissen das schon lange. Sie setzen es traditionell gegen Entzündungen und viele weitere Beschwerden ein. Bei uns kommt Teebaumöl vor allem bei der Behandlung von Akne zum Einsatz. Seine Wirkung gegen Pickel-auslösende Bakterien ist durch Studien belegt. Im Vergleich zu synthetischen Substanzen wirkt es zwar langsamer, hat aber auch weniger Nebenwirkungen.
Daneben wird das Ölextrakt auch bei Fußpilz oder Pilzerkrankungen anderer Hautbereiche eingesetzt. Nichtsdestotrotz ist es nicht als Arzneimittel zugelassen.
Risiken und Nebenwirkungen
Teebaumöl ist nicht frei von Risiken – vor allem, wenn es in konzentrierter Form angewandt wird. In dieser ist es in Apotheken, Drogerien und Supermärkten jedoch frei erhältlich. Konzentriertes Teebaumöl wird als gesundheitsschädlich eingestuft. Wird es verschluckt, kann die Lunge Schaden nehmen. Auf der Haut kommt es nicht selten zur Reizung und Kontaktallergie.
Was bedeutet Kontaktallergie?
Reagiert die Haut auf den äußerlichen Kontakt mit einer Substanz allergisch, spricht man von einer Kontaktallergie. Das Immunsystem reagiert viel zu stark auf den körperfremden Stoff und löst an der betroffenen Stelle Bläschen, Jucken, Rötungen oder Nässen aus.
Das Risiko allergischer Reaktionen auf das Öl ist umso größer, wenn es häufig Luft oder Licht ausgesetzt war (was bei Fläschchen, die schon lange angebrochen sind, fast immer der Fall ist). Diese Umwelteinflüsse lassen die Inhaltsstoffe oxidieren, was ihr allergisches Potenzial erheblich vergrößert.
Auch auf offene Wunden sollte das Öl nicht direkt angewendet werden. Zwar fördert das Teebaumöl die Blutgerinnung und hat eine antiseptische Wirkung, aber es brennt beim Auftragen auf die Wunde sehr stark. Wir empfehlen daher, lieber sanftere Mittel, wie Kamille auf offene Wunden aufzutragen.
Ist Teebaumöl giftig? Risiken beim Einatmen, Verschlucken und Gurgeln
Teebaumöl gilt als Naturprodukt – ungefährlich ist es deshalb aber nicht. Laut der Verbraucherzentrale kann das Verschlucken von unverdünntem Teebaumöl zu Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen, Appetitlosigkeit und Aufstoßen führen. In schwereren Fällen wurden auch Hautausschläge und länger anhaltende Bewusstseinstrübungen dokumentiert. Die französische Lebensmittelsicherheitsbehörde ANSES rät deshalb ausdrücklich von der Einnahme durch Kinder, Schwangere und Stillende ab.
Auch das Einatmen von unverdünntem Teebaumöl ist nicht ohne Risiko: Eine Auswertung von 161 Nebenwirkungsmeldungen aus der WHO-Datenbank (zitiert nach apotheken.de) zeigte Reizungen der Atemwege, der Augen und des Magen-Darm-Trakts – rund 10 Prozent der gemeldeten Nebenwirkungen wurden als schwerwiegend eingestuft. Fachleute raten daher davon ab, das reine Öl pur einzuatmen oder einzunehmen. Eine Dampfinhalation mit wenigen Tropfen in heißem Wasser gilt für gesunde Erwachsene dagegen als eher unbedenklich, solange die Augen geschlossen bleiben.
Vom Gurgeln mit unverdünntem Teebaumöl wird ebenfalls abgeraten: Die empfindlichen Mund- und Rachenschleimhäute reagieren auf das konzentrierte Öl leicht mit Reizungen oder allergischen Hautreaktionen (Quelle: natur&heilen).
Wie verwendet man Teebaumöl richtig?
Das Öl sollte nie konzentriert auf die Haut aufgetragen oder eingenommen werden, besser ist es, das ätherische Öl verdünnt anzuwenden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät dazu, es in kosmetischen Mitteln wie Shampoos oder Cremes nur mit einer Konzentration von höchstens einem Prozent einzusetzen.
Für seine Anti-Pickel-Wirkung ist jedoch eine fünfprozentige Konzentration des Teebaumöls belegt. Dieses Mischverhältnis im heimischen Badezimmer auf das Prozent genau zu treffen, ist fast unmöglich. Fällt die Konzentration zu hoch aus, steigt das Risiko von Reizungen und Allergien. Ist sie zu gering, besteht die Gefahr, dass resistente Bakterien herangezüchtet werden und sich mikrobiell-bedingte Probleme wie Pickel noch verschärfen.

Was also tun? Verwenden Sie Teebaumöl nur in Form von Produkten, die – wenn es um Haut- und Haarpflege geht – maximal ein Prozent Teebaumöl enthalten. Entsorgen Sie altes Öl, das lange im Licht oder offen herumstand. Bei Pickeln sollten Sie auf Spezialprodukte aus Drogerie oder Apotheke zurückgreifen, aber kein konzentriertes Teebaumöl auf die betroffenen Hautpartien auftupfen. Treten bei der Verwendung von Produkten mit Teebaumöl Reizungen auf, sollten Sie sie sofort absetzen.
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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026




















