Fit und unabhängig im Alter: Möglichkeiten und Hilfen
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Fit und unabhängig im Alter: Möglichkeiten und Hilfen

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Ein glückliches, älteres Paar
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Finanzielle Unabhängigkeit ist für die meisten Senioren sehr wichtig. Sie nutzen ihr Geld sinnvoll und investieren es in eine barrierefreie Wohnung. Wer Eigentum hat, ist hier klar im Vorteil. Doch was nützt die schönste barrierefreie Wohnung, wenn es um die Gesundheit nicht mehr gut bestellt ist? Der Beitrag zeigt Möglichkeiten und Hilfen für die Unabhängigkeit im Alter auf.

Gesundheit ist das höchste Gut

Eine intakte Gesundheit ist die Grundlage der Unabhängigkeit. Wenn der Körper noch ausreichend belastbar, der Geist fit und die Psyche gesund sind, steht dem unabhängigen Leben in den eigenen vier Wänden nichts entgegen. Mit fortschreitendem Alter aber büßen viele Menschen wesentliche Bereiche Ihrer Gesundheit ein. Abhängig von der Art der Erkrankung oder Beeinträchtigung beeinflusst diese die Möglichkeit, weiterhin unabhängig zu leben.

Gesundheit erhalten und stärken

Je älter wir werden, desto wichtiger wird es, die eigene Gesundheit zu erhalten und zu stärken. Dabei stehen uns verschiedene Möglichkeiten offen.

Gesunde Ernährung

Sich gesund zu ernähren, sieht für ältere Menschen anders aus als für junge Menschen. Zwar benötigen Senioren genauso viele Nährstoffe wie junge Menschen, doch da die Nahrungsmenge im Alter abnimmt, müssen die Nährstoffe konzentrierter zugeführt werden. Das bedeutet, dass bei weniger Kalorien genauso viele Nährstoffe aufgenommen werden müssen. Außerdem nehmen verschiedene Aspekte Einfluss auf die Zusammensetzung der Ernährung von Senioren:

  • Muskelmasse und Muskelkraft nehmen ab
  • das Verdauungssystem passt sich an
  • Kaubeschwerden und Schluckstörungen kommen hinzu
  • das Durstempfinden geht zurück

Mit sinkender Muskelmasse und Muskelkraft verringert sich der Kalorienbedarf noch weiter. Appetitlosigkeit spielt diesem natürlichen Prozess in die Karten. Gleichzeitig verringert sich die körperliche Beweglichkeit und die Belastungsgrenze sinkt immer weiter ab. Je weniger sich Senioren im Vorfeld bewegt haben, desto stärker sind sie von diesen Prozessen betroffen. Eine angepasste Ernährung dient dazu, die Beweglichkeit und Gehfähigkeit zu erhalten, damit das Risiko von Stürzen und damit zusammenhängenden Knochenbrüchen minimiert wird.

 Tipps für Senioren:

  • Mit ausreichend Bewegung an der frischen Luft, z. B. mit leichter Gartenarbeit oder ruhigen Spaziergängen, lassen sich die Prozesse deutlich verlangsamen.
  • Insgesamt sollte im Alltag mehr Bewegung eingebaut werden, um die Muskelmasse zu erhalten.
  • Sportangebote für Senioren sind ebenfalls eine gute Möglichkeit, im Alter aktiv zu bleiben.

Die veränderte Verdauung hat ihre Ursache darin, dass der alternde Körper weniger Verdauungsenzyme entwickelt. Damit gelangen weniger Nährstoffe in den Organismus. Kommen Magenschleimhautveränderungen hinzu, kann in der Folge die Aufnahme von Vitamin B12 eingeschränkt sein. Dies kann sich in Blutarmut äußern oder auch Veränderungen im Nervensystem nach sich ziehen. Hier könnte die Einnahme eines Vitamin-B-12-Präparats ratsam sein.

Viele weitere Tipps und Hintergründe für eine angepasste Ernährung liefert der Beitrag “Senioren-Ernährung – die richtige Ernährung im Alter“.

Ausreichend Bewegung

Sich regelmäßig zu bewegen, wirkt sich positiv auf Körper, Geist und Seele aus. Bei der Bewegung gilt, dass es nie zu spät ist, damit zu beginnen. Die Bewegung sollte immer an den individuellen Gesundheitszustand angepasst werden. Wer sich zu wenig bewegt, fördert das Risiko, früher hilfsbedürftig zu werden. Senioren mit dem Ziel, im Alter selbstständig zu bleiben, müssen Ihren Körper fit halten. dies trägt zu einer höheren Lebensqualität bei.

Geschicklichkeit, Ausdauer, Kraft und Beweglichkeit sind die wesentlichen Aspekte der körperlichen Fähigkeiten. Regelmäßiges Training erhält die Bewegungsfähigkeit und kann sie sogar steigern. Körperliche Leistungsfähigkeit lässt sich auch im hohen Alter noch verbessern. Bewegung ist ein wirksames Mittel gegen chronische Erkrankungen wie z. B. Adipositas, Diabetes mellitus Typ 2 oder Arthrose. Sind bereits Erkrankung eingetreten, lassen sich mit gezielten Bewegungsübungen die Beschwerden lindern. Außerdem gilt, dass Senioren mit einer guten körperlichen Fitness nach einer Krankheit oder einem chirurgischen Eingriff schneller gesund werden. Ein weiterer Aspekt spricht für das Plus an Bewegung im Alter: Wer körperlich aktiv ist und die motorischen Fähigkeiten ständig optimiert, steigert auch die Gehirnfunktionen. Zudem stürzen fitte Senioren seltener, bleiben länger mobil und können weiterhin an sozialen und gesellschaftlichen Aktivitäten teilnehmen.

Mobilität der Lebenssituation anpassen

Selbständigkeit im Alter bedeutet auch, aktiv mobil zu sein. Wer sich selbstständig fortbewegen kann, bleibt Teil der Gesellschaft und kann auch an verschiedenen Veranstaltungen teilnehmen. Dabei muss sich die Mobilität an die jeweilige Lebenssituation anpassen. Mobilität zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Elektrorad, die selbstständige Fahrt mit einem Auto oder die Nutzung von Taxi, Bus und Bahn sind einige Beispiele der Mobilität im Alter.

Tipp: In Deutschland sind Fahreignungstests für Senioren zwar keine Pflicht, doch es ist hilfreich, die eigenen Fähigkeiten bei Übungsfahrten mit einem Fahrlehrer gelegentlich zu überprüfen. Auch die Überprüfung des Gesundheitszustandes hinsichtlich der Fahrtauglichkeit ist empfehlenswert. Wer sich nicht mehr fit für den Straßenverkehr fühlt, kann den Führerschein freiwillig abgeben.

Seniorengerechtes Wohnen

Eine Begleiterscheinung des Älterwerdens ist, dass der Aktionsradius Stück für Stück geringer wird. Reisten wir als junger Mensch noch um die Welt, bleiben wir mit fortschreitendem Alter immer näher am eigenen Wohnort. Die Wohnung wird immer wichtiger und deshalb ist es dringend zu empfehlen, diese seniorengerecht zu gestalten. Nicht jeder hat das Glück, eine eigene Immobilie zu bewohnen, sodass Umbaumaßnahmen nicht immer infrage kommen. Aber jede Wohnung lässt sich altersgerecht möblieren. Die wichtigsten Tipps hierzu, die auch in jeder Mietwohnung umsetzbar sind, folgen jetzt.

Ein barrierefreies Badezimmer
Ein barrierefreies Bad ist ein wichtiges Kriterium einer altersgerechten Wohnung.
(c) midascode / pixabay

Barrieren identifizieren und reduzieren

Wenn von einer barrierefreien Wohnung die Rede ist, spricht man von einer Wohnfläche ohne nennenswerte Hindernisse und ohne gefährliche Stolperfallen. Für Senioren können Treppenstufen, erhöhte Türschwellen oder zu schmale Durchgänge Schwierigkeiten bereiten. Sofern eine Mietwohnung nicht über zwei Etagen geht bzw. es Möglichkeiten gibt, die Treppen etwa mit einem Treppenlift zu überwinden, können Senioren mit geringen baulichen bzw. technischen Veränderungen in ihrer angestammten Wohnung verbleiben.

Sofern Um- oder Einbauten im Eingangsbereich oder Treppenhaus erforderlich sind, könnte ein Gespräch mit dem Vermieter sinnvoll sein. Dieser übernimmt gelegentlich die Investitionskosten und überlässt sie dauerhaft gegen ein Nutzungsentgelt seinen Mietern, um damit die Investition zu refinanzieren. Langfristig gesehen ist eine altersgerecht umgebaute Wohnung für Vermieter eine Wertsteigerung, die den möglichen Mieterkreis erweitert. Auch Menschen im Rollstuhl und so manche Familie mit Kindern bevorzugt barrierefreie Wohnungen.

Wann ist eine Wohnung barrierearm/barrierefrei?

Eine Wohnung darf als barrierefrei bezeichnet werden, wenn sie ohne Stufen und Schwellen auskommt, ein sicheres und seniorengerechtes Bad aufweist und Türen mindestens 80 cm breit sind. Bewegungsflächen im Bad, Flur und in der Küche sollten rund 120 × 120 m betragen. Sofern ein Rollstuhl benutzt wird, erweitert sich die Bewegungsfläche auf 150 × 150 m. Weitere Merkmale einer seniorengerechten Wohnung sind eine gute technische Ausstattung sowie Beleuchtung und das Vorhandensein von Haltegriffen, Aufsteh- oder Sitzhilfen.

Tipp: Um den individuellen Schwierigkeiten in der eigenen Wohnung auf die Spur zu kommen, ist es empfehlenswert, den Tagesablauf Schritt für Schritt durchzugehen. Auf welche Hindernisse stoßen Senioren, welche Probleme stellen sich in den Weg? Mit etwas Geschick oder Unterstützung von handwerklich begabten Nachbarn, Enkelkindern oder Fachleuten lassen sich diese Probleme vielfach mit wenig Aufwand und geringen Kosten beseitigen.

Ein barrierefreier, sicherer Wohnraum für Senioren
Räume ohne Läufer und Teppiche bieten mehr Sicherheit, weil Stolperkanten komplett wegfallen. (c) shadowfirearts / pixabay

Das können Senioren selbst tun

Ein wichtiger Aspekt, den Senioren selbst in die Hand nehmen können, ist die Einrichtung der Zimmer. Überflüssige Gegenstände sollten raus und notwendige Gegenstände sollten in guter Qualität und altersgerechter Ausführung angeschafft werden. Weniger ist mehr, das gilt vor allem in Seniorenwohnungen. Fenster sollten frei zugänglich bleiben, überflüssige Deko entfernt werden. Auch die Gestaltung der Fußböden ist zu überdenken.

Möblierung und Fußböden

Ein Fernsehsessel mit Aufstehhilfe erleichtert den Alltag langfristig gesehen stark. Sessel wie diese sind gut gepolstert und manche verfügen über eine Massage- oder Heizfunktion. Fächer für die Zeitung und für die Brille sind genauso vorhanden, wie eine Getränkehalterung.

Betten in angenehmer Sitzhöhe mit der richtigen Matratze und geeigneter Unterfederung ermöglichen einen erholsamen Schlaf. Ideal sind Schlafsysteme, bei denen alle Elemente ergonomisch optimiert und ideal aufeinander abgestimmt sind. Sofern die Mobilität stärker eingeschränkt ist oder aber in den eigenen vier Wänden pflegerische Dienstleistungen beansprucht werden, ist das Pflegebett Regia eine empfehlenswerte Option. Es verfügt beispielsweise über eine Bodenrolle, mit der das Bett unkompliziert frei im Raum positioniert werden kann. Die Höhenverstellbarkeit erleichtert die Durchführung der Pflegeaufgaben und ermöglicht einen bequemen Ein- und Ausstieg. Das Design des Pflegebettes ist dezent und orientiert sich stark an gängigen Betten. Zur Wahl stehen Holzdekore, Stoff- und Kunstlederbezüge. Auch gibt es dieses Modell als Doppelbett-Ausführung. Die Betten lassen sich per Steckverbindung miteinander koppeln, sind aber auch jedes für sich als vollwertiges Pflegebett und somit einzeln nutzbar.

Zudem lassen sich diese Dinge unkompliziert realisieren:

  • Im Badezimmer kann ein kleiner Duschhocker für große Erleichterung sorgen. Wer sich in der Dusche hinsetzen kann, vermindert das Risiko zu stürzen.
  • Ein stabiler Hocker oder Stuhl zum An- und Ausziehen von Schuhen sorgt für mehr Sicherheit.
  • Fußböden sollten möglichst stolperfrei sein. Das bedeutet, sich von Läufern zu verabschieden oder diese am Fußboden mit zweiseitigem Klebeband zu fixieren. Sofern die Verlegung eines neuen Fußbodens geplant ist, kommen etwa rutschfeste Linoleumbeläge in wohnlichen Dekoren in Betracht.
  • Eine Toilettensitzerhöhung vereinfacht die Benutzung des WCs.

Das lässt sich mithilfe von handwerklich begabten Nachbarn, Familie, Freunden erledigen

  • Ist das vorhandene Mobiliar zu niedrig oder es fehlt Geld für die Anschaffung neuer Sitzmöbel, lässt sich die Sitzhöhe mithilfe von Klötzen unter Sofa und Sessel anpassen. Eine Sitzhöhe von 60 cm erleichtert das Aufstehen und Hinsetzen.
  • Handläufe im Treppenhaus und Flur bieten Sicherheit im Alltag.
  • Haltegriffe am WC und an der Badewanne erleichtern die Nutzung.
  • In Oberschränken lassen sich Einlegeböden durch Glasböden austauschen. Damit bleibt der Überblick über die oberen Fächer erhalten.

Handwerksbetriebe übernehmen diese Änderungen

  • Steckdosen sollten auf eine Höhe von etwa 85 cm oder höher verlegt werden. Das vereinfacht die Hausarbeit wie z.B. staubsaugen.
  • Sofern genügend Platz in der Küche ist, hilft eine tief montierte Arbeitsplatte bei der Arbeit. Auch das Entfernen von Unterschränken ist hilfreich, um im Alltag sitzend zu kochen.

Nicht immer reichen die vorgestellten Maßnahmen aus, eine Wohnung altersgerecht zu gestalten. Manchmal ist eine bauliche Veränderung unumgänglich, beispielsweise um eine Stufe zur Terrasse oder zum Balkon zu reduzieren oder eine bodengleiche Dusche einzubauen. Auch eine Rampe oder ein Treppenlift gehören zu den Baumaßnahmen, die sich nicht ohne Weiteres realisieren lassen.

Qualifizierte Wohnberatung beanspruchen

Es ist grundsätzlich ratsam, sich fachlich beraten zu lassen, wenn es um bauliche Maßnahmen in der Wohnung geht. Auch der gezielte Einsatz passender Hilfsmittel lässt sich mithilfe einer qualifizierten Wohnberatung eruieren.

Abhängig von den Gegebenheiten in der Wohnung prüfen Wohnberater vor Ort, welche Hilfsmittel individuell sinnvoll, möglich und erforderlich sind. Empfehlenswerte Anlaufstellen für eine qualifizierte Wohnberatung sind:

  • Wohnberatungsstellen oder das Sozial- und Wohnungsamt der Kommune
  • kirchliche Wohlfahrtsverbände oder freie Wohlfahrtsverbände
  • Handwerkskammer
  • Krankenkassen
  • Pflegestützpunkte
  • Pflegedienste
  • Sozialdienste

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungsanpassung e.V. vereint unter ihrem Dach über 200 Wohnberatungsstellen. Auf der Website lässt sich prüfen, ob eine der Beratungsstellen direkt in der Nähe angesiedelt ist. Die Wohnberaterinnen und -berater sind über technische und bauliche Möglichkeiten informiert und unterstützen bei Finanzierungs- und Pflegefragen.

So manche Wohnberatungsstelle hilft bei der Antragstellung und kann auch gute Handwerksbetriebe empfehlen. Praktisch ist, dass die ehrenamtlich arbeitenden Berater direkt in die Wohnung kommen. Dies ist vorteilhaft, weil so direkt vor Ort festgestellt werden kann, inwieweit die Wohnung sich für einen Umbau eignet und was sich konkret anbietet. So gestaltet sich die Beratung zielgerichtet und individuell. Die mobile Wohnberatung ist ein hilfreicher Service, der ein unabhängiges Seniorenleben erhalten kann.

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