Was bedeutet Alleinsein und wie kann man besser damit umgehen?
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Was bedeutet Alleinsein und wie kann man besser damit umgehen?

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Frau sitzt einsam auf der Bank
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Alleinsein oder einsam sein – diese Zustände kennt fast jeder. Einerseits ist das Leben voll mit Terminen, sozialen Kontakten und Reizen im Außen, ständig ist man aktiv. Andererseits wünscht man sich Ruhe. Während für die einen “endlich alleine sein” ein Wunsch ist, ist es für andere ein großes Problem.

Wo liegt der Unterschied zwischen Alleinsein und einsam sein?

Alleinsein und Einsamkeit sind unterschiedliche Begriffe. Alleinsein ist beschreibend: Man ist allein, niemand anderes ist da. Die Sehnsucht, alleine zu sein, dem Alltagsstress und der Hektik für eine gewisse Zeit zu entkommen, kennen die meisten. Möchte man alleine sein, sehnt man sich oft nach Ruhe und Pausen vom Alltag.

Einsamkeit hingegen ist mit einer negativen Bedeutung verbunden: Man ist allein, wäre aber gerne mit anderen zusammen. Man spürt eine schmerzhafte Qualität der Isolation. Es ist ein unbefriedigtes Bedürfnis nach Kontakt. Ist man einsam, hat man das Gefühl, von der Welt abgeschnitten zu sein und ist zugleich bedürftig. Man benötigt etwas. Da man es nicht bekommt, wird man traurig und unruhig.

Warum wird man so schnell unruhig, wenn man alleine ist?

Was passiert mit einem, wenn man alleine ist? Dr. Boris Bornemann beschreibt es in unserem Podcast in der Folge 33 als kleinen Entzug. Dieser tritt auf, wenn man ohne Reize im Außen ist. Solche Reize können fehlende Belohnungen oder sozialer Kontakt sein. Dadurch wird die Angst, einsam zu sein, sehr schnell geweckt.

Aus naturwissenschaftlicher Sicht ist man allerdings nie allein. Sie sind untrennbar mit der Welt verbunden und bilden eine Einheit mit ihr. Nur in unseren Gedanken erschaffen wir ein Ich, das scheinbar von der Welt getrennt ist. Auch wenn Sie sich manchmal möglicherweise allein fühlen – die Trennung ist nur in den Gedanken. Meditation ist ein Weg, aus diesen Begrenzungen auszubrechen und sich als unbegrenzt zu erleben. Auf eine Art, in der Sie und alles, was Sie erleben, eine Einheit bilden.

Mädchen in Gedankenwelt
(c) patila / Adobe Stock

Wirkt sich Einsamkeit auf unser Leben aus?

Einsamkeit ist ein wichtiges gesellschaftliches Thema. Denn grade für Menschen als soziales Wesen ist sie sehr schmerzhaft und sogar gesundheitsschädlich.

Studien zeigen, dass Einsamkeit starke Auswirkungen auf das gesamte Leben hat:

  • Manche Studien fassen es so zusammenfassen, dass das Gefühl von dauerhafter Einsamkeit ungefähr so schädlich ist, wie 15 Zigaretten am Tag.
  • In England hat eine große Untersuchung festgestellt, dass sich mehr als neun Millionen Menschen im Land oft oder immer einsam fühlen. Daraufhin hat Theresa May ein Ministerium für Einsamkeit gegründet.
  • Die Forschung zeigt auch, dass einsame Menschen mehr Stresshormone und Entzündungsmarker im Blut haben.
  • Sich einsam zu fühlen, erhöht das Demenzrisiko um 64%, wie eine Holländische Studie mit älteren Menschen nachweist.
  • Außerdem hat Einsamkeit Auswirkungen auf die Lebensführung: Menschen mit höheren Werten auf der UCLA scale of lonelyness essen mehr fettige Lebensmittel, trinken oder rauchen mehr oder neigen zu Drogen oder wahllosem Sex.

Wie kann man mit dem Alleinsein besser umgehen?

Die gute Nachricht ist: Alleinsein kann man normalisieren. Sie können lernen, die Stille und Abwesenheit von Reizen auszuhalten, auch wenn es Ihnen anfangs vielleicht noch schwerfällt. Meditation kann dabei helfen. Sie können Schritt für Schritt üben, in die Unruhe von Körper und Geist, bewusst hinein zu gehen. Zu spüren, was sich da tut. Dadurch gewinnen Sie immer mehr an Tiefe und lernen neue Dinge über sich selbst.

Sie können das Alleinsein auch positiv für sich zu nutzen. Fragen Sie sich in diesen Momenten, was Sie vom Leben möchten, was Ihnen wichtig ist und wer Sie sind. So erschließen Sie sich langsam Ihren inneren Raum und können Wünsche, Erinnerungen, Träume und Gedanken zulassen, die nur in der Stille an die Oberfläche kommen sollen.

Alleinsein kann also auch wohltuend sein. Indem Sie den kleinen Moment des Entzugs überwinden und diesen als Möglichkeit sehen, sich nicht abzulenken, sondern in sich hineinzuhören. Nehmen Sie sich beim nächsten Warten auf den Bus die Zeit, um Ihnen selbst Raum zu geben.

Probieren Sie aus, wie es ist, wenn Sie sich ganz auf das Gefühl des Alleinseins einlassen – das kann tiefen Frieden stiften: https://www.balloonapp.de/play/single/allein-sein

Oder üben Sie, sich in  Einsamkeit liebevoll anzunehmen. Dadurch kommen Sie sich selbst näher und nehmen dem Gefühl etwas von seiner Schwere: https://www.balloonapp.de/play/single/einsamkeit

Viel Freude beim Genießen des Alleinseins.

Ihr Team von Balloon

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