Saurer Geschmack im Mund?

Die Ursachen von saurem Geschmack im Mund sind vielfältig: Schwangerschaft, Übersäuerung oder Säurereflux sind nur einige Möglichkeiten.
Inhaltsverzeichnis

Ein saurer Geschmack im Mund ist nicht nur sehr unangenehm, er kann auch Symptom verschiedener Erkrankungen sein. Genauso gut können auch harmlose Hormonumstellungen dahinterstecken. Die häufigste Ursache von saurem Geschmack im Mund ist jedoch der Säurereflux.

Ursachen für sauren Geschmack im Mund

In Lebensphasen, in denen sich der Hormonhaushalt verändert, zum Beispiel während einer Schwangerschaft oder in den Wechseljahren, kann dies einen sauren Geschmack im Mund verursachen. Das ist aber kein Grund zur Sorge. In der Regel verschwindet der unangenehme Geschmack, sobald sich der Körper an die neue Situation angepasst hat.

Eine Übersäuerung des Körpers durch die falsche Ernährung kann ebenfalls zu saurem Geschmack im Mund führen und den Geschmackssinn irritieren. Dann hilft der Umstieg auf eine basische Ernährungsweise.

Ein säuerlicher Geschmack kann ein Hinweis auf eine Stoffwechselerkrankung sein. Bei Diabetes mellitus oder Schilddrüsenerkrankungen wie Hashimoto tritt häufig unangenehmer Mundgefühl als Begleitsymptom auf. Auch Zungenbrennen, eine Empfindungsstörung im Bereich von Zunge und Mundschleimhaut, kann zu einer Geschmacksveränderung im Mund führen und Schmerzen verursachen. Zungenbrennen tritt häufig bei Erwachsenen ab 50+ auf, wobei vor allem Frauen in den Wechseljahren vom Zungenbrennen betroffen sind.

Die häufigste Ursache von saurem Geschmack im Mund ist meist die Refluxkrankheit.

Sauren Geschmack im Mund neutralisieren – So geht’s!

Es gibt einige Tipps und Tricks, wie Sie den säuerlichen Geschmack im Mund bei Reflux und anderen Beschwerden lindern können.

Ein Glas kaltes Wasser kann bereits helfen, die Säure zurück in den Magen zu spülen und so den sauren Geschmack zu neutralisieren. Eine vermehrte Flüssigkeitszufuhr hilft ebenso bei Ursachen wie Zungenbrennen.

Aber auch ein Stück Weißbrot oder ein Esslöffel Haferflocken unterstützen dabei, den Magen und den Geschmackssinn zu beruhigen und so auch den sauren Geschmack abzumildern. Bei einer hartnäckigen Geschmacksirritation können Tees wie Melisse oder Salbei oder eine Mundspülung helfen.

Säuerlicher Geschmack im Mund durch Säurereflux

Bei Refluxbeschwerden handelt es sich um ein relativ häufiges Problem, das bei den meisten von uns vermutlich schon das eine oder andere Mal nach zu viel Essen aufgetreten ist. Der Schließmuskel (Sphinkter) am oberen Ende der Speiseröhre (Ösophagus) schließt nicht mehr richtig. Das bedeutet: Säurehaltige Inhalte aus dem Magen können nach oben in die Speiseröhre und sogar bis in den Mund dringen.

Schaubild Reflux
Bei Säurereflux funktioniert der Schließmuskel nicht richtig. (c) designua / Fotolia

Die im Magen enthaltene Salzsäure dient dem Zerkleinern der Nahrungsbestandteile und soll den Magen eigentlich nicht verlassen, denn Salzsäure ist eine sehr starke Säure. Im Magen besteht ein Schutzschild, der die Magenzellen vor der Magensäure schützt. Wenn Magensäure in die Speiseröhre entweicht und bis in den hinteren Bereich Ihres Mundes gelangt, kommt es zum brennenden Schmerz und zum sauren Geschmack im Mund, weil in Mund, Rachen und Speiseröhre der Schutz vor der Magensäure fehlt.

Da Magensäure – wie der Name schon sagt – sauer schmeckt, handelt es sich bei dem, was Sie mit Ihren Geschmacksnerven wahrnehmen, tatsächlich um den Geschmack der Magensäure. Durch den Speichel wird die Säure im Mund verteilt. Besonders stark nehmen Betroffene dieses Symptom wahr, wenn sie sich nach vorne beugen oder hinlegen, vor allem nach einer großen Mahlzeit. Nach ärztlicher Abklärung kann die Refluxkrankheit mit speziellen Medikamenten, die die Säure blocken, (z. B. Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol) behandelt werden.

Wie Sie Reflux behandeln können und was dahinter steckt, lesen Sie hier.

Welche Ernährung bei Säurereflux die richtige ist, erfahren Sie hier.

Das sind weitere Symptome von Säurereflux neben dem sauren Geschmack im Mund

Saurer Geschmack ist nicht das einzige Symptom bei der Refluxkrankheit. Meist treten noch andere Beschwerden auf. Sodbrennen, Übelkeit, Schluckauf, Geschmacksveränderungen und im schlimmsten Fall auch Regurgitation sind typische Beschwerden, unter denen Betroffene leiden.

Sodbrennen

Sodbrennen ist ein sehr häufiges Symptom von Säurereflux. Es tritt auf, wenn aus dem Magen austretende Säure die Schleimhäute des Ösophagus (der Speiseröhre) reizt. Magensekrete sind sauer, um den Verdauungsprozess zu unterstützen. Die Schleimhäute des Magens sind so entwickelt, dass sie den reizenden Wirkungen der Magensäure und -enzyme standhalten. Dies gilt aber nicht für den Ösophagus. Wenn Magensäure mit den Schleimhautzellen des Ösophagus in Kontakt kommt, entzündet sich das Gewebe und Sie verspüren einen Schmerz hinter Ihrem Brustbein.

Die besten Hausmittel gegen Sodbrennen, stellen wir hier vor.

Da die Speiseröhre in der Nähe des Herzens verläuft, kann der Eindruck entstehen, dass der Schmerz vom Herzen ausgeht – was die englische Bezeichnung „heartburn“ (wörtlich „Herzbrennen“) erklärt. Andererseits können Menschen, bei denen eine Angina pectoris oder ein Herzinfarkt auftritt, den begleitenden Schmerz fälschlicherweise als Symptom für eine Magenverstimmung interpretieren. Falls bei Ihnen Schmerzen im Brustbereich auftreten oder falls Sie wegen Brustschmerzen beunruhigt sind, sollten Sie umgehend einen Arzt aufsuchen.

Regurgitation

Regurgitation geht noch über den sauren Geschmack in Ihrem Mund hinaus. Dabei gelangen teilweise verdaute Nahrungsmittel zurück in den Ösophagus und in den Mund. Regurgitation kann von einem bitteren Geschmack (der von den Magenenzymen stammt) begleitet werden und gehört dadurch zu den unangenehmsten Symptomen von Säurereflux. Wenn Regurgitation bei Ihnen täglich auftritt, handelt es sich häufig um ein Zeichen dafür, dass das Ventil zwischen Ihrer Speiseröhre und Ihrem Magen geschwächt ist. Das bedeutet, dass der Magen nicht richtig schließen kann.

Übelkeit

Ein saurer oder bitterer Geschmack im Mund führt häufig zu Übelkeit und manchmal sogar zu Erbrechen. Natürlich können die meisten Probleme des Verdauungssystems Übelkeit zur Folge haben – was übrigens auch für die Reisekrankheit gilt. Wenn Ihnen ständig und grundlos übel ist, sollten Sie Ihren Arzt aufsuchen, um weitere gesundheitliche Probleme auszuschließen. Das gilt ganz besonders dann, wenn Sie erbrechen müssen oder an Kopfschmerzen leiden.

Schluckauf

Die meisten Menschen haben irgendwann einmal Schluckauf. Hartnäckiger Schluckauf, der länger als 48 Stunden anhält, oder wiederkehrende kurze Schluckaufepisoden können ein Anzeichen für ein Problem in Ihrem oberen Verdauungstrakt sein. Eine häufige Ursache von Schluckauf ist Säurereflux. Magensäure, die den unteren Teil der Speiseröhre reizt, kann einen Entzündungsprozess anstoßen, der auf das umgebende Gewebe übergreift. Erreicht die Entzündung das Zwerchfell (eine große muskuläre Struktur, die den Brustbereich vom Bauch trennt), verursacht sie ein krampfartiges Zusammenziehen des Muskels, das sich als Schluckauf äußert. In seltenen Fällen kann Schluckauf ein Anzeichen für andere Erkrankungen sein, beispielsweise für eine Infektion der Gallenblase oder für eine Nierenerkrankung.

Weniger häufige Symptome

Anhaltende Säurereflux-Anfälle können zu weniger bekannten Refluxbeschwerden und Symptomen führen:

  • Trockener Husten: Dieser entsteht, weil die Säure den hinteren Halsbereich, den Rachen, reizt. Die natürliche Antwort des Körpers, um eine Reizung in diesem Bereich zu beseitigen, ist Husten – wir alle kennen das, wenn der Hals bei einer Erkältung oder Grippe verschleimt ist. Von Säurereflux verursachter Husten ist in der Regel hartnäckig und verschlimmert sich beim Hinlegen.
  • Heiserkeit: Manchmal reizt die Magensäure den Kehlkopf und die Stimmbänder, sodass Sie heiser klingen. Eventuell haben Sie den Eindruck, dass es sich dabei um die ersten Anzeichen für eine Erkältung oder Grippe handelt, obwohl sich keine weiteren Symptome entwickeln.
  • Übermäßiger Speichelfluss: Bei gesunden Menschen hilft der Speichel beim Kauen und enthält Enzyme, welche die Aufspaltung der Nahrung unterstützen. Darüber hinaus hilft er, Reizstoffe aus dem Mund und dem Hals zu spülen. Bei Säurereflux produzieren die Speicheldrüsen mehr Speichel als üblich, um den Reizstoff zu entfernen.
  • Schluckbeschwerden: Dieses Symptom wird als „Dysphagie“ bezeichnet. Dieses Merkmal kann sich bei Menschen mit chronischem Säurereflux entwickeln, da der ständige Säurefluss, der die Schleimhaut des Ösophagus reizt, zur Bildung von Narbengewebe führt. Langfristig kann sich dadurch die Speiseröhre verengen, wodurch es zu den Schluckbeschwerden kommt.
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