Medizinische Pflanzen

Inhaltsverzeichnis

Pflanzen produzieren zahlreiche Naturstoffe – daher ist es nicht verwunderlich, dass der Mensch sich diese Vielfalt zu Nutze macht. Medizinische Pflanzen können in der Behandlung zahlreicher gesundheitlicher Beschwerden auf eine weitreichende Tradition blicken.

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Pflanzen haben in der Medizin eine lange Tradition

Ob Schlafstörungen, Erkältungen oder auch Magenverstimmungen: Bevor sie sich am Medizinschrank mit Medikamenten bedienen, versuchen die meisten Personen ihre Beschwerden mit pflanzlichen Mitteln zu lindern.

Die Nutzung von Pflanzen in der Medizin hat eine lange Tradition innerhalb der Menschheitsgeschichte. Schon in den alten babylonischen, altägyptischen, indischen und chinesischen Schriften tauchen immer wieder Vermerke auf, dass Pflanzen zu medizinischen Zwecken angebaut und auch genutzt werden. In Europa finden sich erste Hinweise dazu vor allem in den Texten der Mönche und Nonnen, die in den Klöstern verschiedene Arzneipflanzen anbauten und anschließend für die Nachwelt katalogisierten.

Schon gewusst? Als Arzneipflanze werden nur Pflanzen bezeichnet, die auch Apotheker und Pharmahersteller verwenden. Die Wirkung dieser Pflanzen ist weitestgehend durch wissenschaftliche Studien oder langzeitliche und gut belegte Erfahrung bewährt. Alle anderen Pflanzen, denen eine Heilwirkung nachgesagt wird, nennt man Heilpflanzen.

Arzneipflanzen: Bewährtes aus der Natur

Der Einsatz von medizinischen Pflanzen, um gezielt auf gesundheitliche Probleme einzuwirken, bezeichnet die Wissenschaft als rationale Phytotherapie. „Rational“ bedeutet hier, dass pharmakologische und klinische Studien die Wirksamkeit der Präparate belegt haben.

Die Medikamente, die aus pflanzlichen Wirkstoffen bestehen, heißen Phytopharmaka. Ebenso wie herkömmliche Medikamente können Phytopharmaka in Form von Dragees, Kapseln, Tabletten oder Tropfen verabreicht werden. Auch Salben aus arzneilichen Ölen sind möglich. Getrocknete Pflanzenteile wie Blüten, Blätter, Rinden oder Wurzeln werden zudem häufig als Arzneitees zubereitet.

Achtung: Generell gelten Phytopharmaka als gut verträglich und nebenwirkungsarm. Bleiben Sie trotzdem aufmerksam, wenn Sie pflanzliche Arzneimittel eigenverantwortlich einnehmen. Wenden Sie sich unbedingt an ärztliches Fachpersonal, wenn Sie in der Folge unter nicht erklärlichen Beschwerden leiden oder sich einzelne Symptome verschlimmern. Auch wenn Sie bereits chemische Medikamente nehmen und Phytopharmaka hinzuziehen wollen, sollte das mit einem Arzt oder einer Ärztin besprochen werden.

Phytopharmaka sind vielseitig und beliebt

Naturbelassene Pflanzen oder deren Teile nennt man im Fachjargon auch pflanzliche Drogen. Als Phytopharmaka werden sie in unterschiedlichen Formen genutzt und verarbeitet. Das Pflanzenmaterial wird beispielsweise frisch oder getrocknet verwendet und anschließend einfach zerkleinert oder extrahiert.

Arzneipflanzen enthalten meistens eine Vielzahl von Substanzen mit einem medizinischen Effekt. Konzentration und Zusammensetzung können je nach Bestandteil einer Pflanze variieren (Stängel, Blätter, Blüten etc.). Im Gegensatz zu chemisch definierten Arzneimitteln, die oft nur einen oder wenige Wirkstoffe enthalten, sind Phytopharmaka Vielstoffgemische.

Die Nutzung von Phytopharmaka ist für viele längst Standard. Laut einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach greifen 73 % der Bevölkerung bei gesundheitlichen Beschwerden auf Naturheilmittel zurück (Stand 2002). Ganz oben auf der Liste stehen dabei Gesundheitsprobleme wie Erkältung (69 %), Schlaflosigkeit (27 %), Magen- bzw. Verdauungsbeschwerden (26 %) sowie Kopfschmerzen (24 %).

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Auch bei Befindlichkeiten, die speziell Frauen während der Wechseljahre betreffen, werden häufig pflanzliche Mittel zu Rate gezogen. So können beispielsweise Arzneipflanzen wie Nachtkerze, Rotklee, Sibirischer Rhabarber oder Yamswurzel positive Effekte auf die Beschwerden in den Wechseljahren haben.

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Pflanzenmedizin bei grippalen Infekten

Die meisten Menschen nutzen pflanzliche Mittel schon bei den ersten Anzeichen einer Erkältung. Husten, Schnupfen oder Fieber werden durch ein geschwächtes Immunsystem ausgelöst, daher können Arzneipflanzen dabei helfen, dieses zu stärken und wieder aufzubauen. Für jede Befindlichkeitsstörung gibt es passende medizinische Pflanzen:

  • bei Husten mit Schleimbildung: z. B. Efeu, Eukalyptus, Sternanis oder Thymian
  • bei trockenem Husten: z. B. Eibisch, Kamille oder Spitzwegerich
  • bei Schnupfen: z. B. Eukalyptus, Kiefer oder Pfefferminze
  • bei Halsschmerzen/Heiserkeit: z. B. Anis, Kamille oder Salbei
  • bei Fieber: z. B. Holunder, Linde oder Weide
  • zur Stärkung des Immunsystems: z. B. Sonnenhut, Wasserhanf oder wilder Indigo
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Medizinische Pflanzen mit beruhigender Wirkung

Zu den typischen Anwendungsgebieten von medizinischen Pflanzen gehören Angst-, Spannungs- und Unruhezustände sowie Schlafstörungen. Diese lassen sich häufig auf Stress zurückführen, der den Körper so lange antreibt, bis ein gewisses Maß überschritten wird und Folgeerscheinungen auftreten. Der Körper braucht nun Ruhepausen und Schlaf, um wieder Energie tanken zu können. Medizinische Pflanzen, die die Nerven beruhigen und für ein verbessertes Wohlbefinden sorgen, sind unter anderem:

  • Baldrian
  • Hopfen
  • Johanniskraut
  • Melisse
  • Passionsblume
  • Lavendel
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Arzneipflanzen bei Magen-Darm-Beschwerden

Phytopharmaka werden häufig bei Erkrankungen im Magen-Darm-Bereich zu Hilfe gezogen. Mit ihnen können Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Bauchschmerzen, Blähungen oder Völlegefühl gelindert werden. Hierfür eignen sich medizinische Pflanzen wie:

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