Tollkirsche als Anästhetikum und bei Parkinson

Tollkirsche als Anästhetikum und bei Parkinson

Die Tollkirsche ist sehr giftig und darf daher nur unter ärztlicher Aufsicht angewandt werden.
Inhaltsverzeichnis

Die Tollkirsche enthält unter anderem verschiedene Alkaloide, Flavonoide und Cumarine.

Die Tollkirsche ist stark giftig (siehe Abschnitt gefährliche Nebenwirkungen) und wird daher kaum verwendet. Sie wirkt wie folgt:

  • Anästhetikum: Die Alkaloide wirken hemmend auf das parasympathische Nervensystem, wodurch unbewusste Körperaktivitäten, wie Speichelproduktion oder die Darmaktivität, heruntergefahren werden. Dies kann bei einem operativen Eingriff nützlich sein.
  • Parkinson: Tollkirsche wird zum Teil eingesetzt, um Zittern und Unbeweglichkeit bei Parkinson-Patienten zu lindern.

Gefährliche Nebenwirkungen

Alle Teile der Tollkirsche sind stark giftig. Sie darf nicht als Eigenanwendung, sondern nur unter ärztlicher Aufsicht angewandt werden. Schon eine leicht zu hoch dosierte Menge kann zu Halluzinationen, Mundtrockenheit, Unruhen, Herzrasen, Bewusstlosigkeit und sogar zum Tod durch Herzstillstand führen. Auf keinen Fall darf Tollkirsche in irgendeiner Form bei Säuglingen und Kindern, sowie bei schwangeren und stillenden Frauen angewandt werden. Tollkirsche ist in manchen Medikamenten enthalten. Diese müssen vom Arzt verschrieben werden.

Hintergrundinformationen

Heimisch ist die Tollkirsche in Westasien, Europa und im Norden Afrikas. Außerdem wird sie weltweit gezüchtet. Die Tollkirsche oder Atropa belladona ist eine mehrjährige Pflanze, die bis zu zwei Meter hoch wachsen kann. Der aufrechte Stängel ist stark verzweigt. Die grünen Blätter sind eierähnlich geformt. Im Sommer trägt die Tollkirsche bräunliche Blüten und schwarze Beeren. Sie zählt zur Familie der Nachtschattengewächse.

Tollkirsche im Garten

Auch wenn die Tollkirsche nicht zur Herstellung von Eigenanwendungen geeignet ist, so ist sie doch eine schöne Gartenpflanze. Sie können ein junges Exemplar im Fachhandel kaufen und dieses im Herbst oder Frühjahr in den Garten setzen. Beachten Sie dabei, dass die Tollkirsche einen möglichst hellen aber halbschattigen Standort mit nährstoffreichem Boden bevorzugt. Gießen Sie die Pflanze je nach Wetterlage regelmäßig, damit Ihre Erde immer leicht feucht bliebt. Im Winter müssen Sie keine besonderen Vorkehrungen treffen, Frost schadet der Tollkirsche nicht. Ab Juni bis August des zweiten Jahres trägt die Tollkirsche ihre üppigen Blüten. Für einen kinderfreundlichen Garten ist sie allerdings nicht geeignet.

Schöne Frau

Der wissenschaftliche Beiname „belladonna“ der Tollkirsche kommt aus dem Italienischen und bedeutet schöne Frau. Die Bezeichnung kommt vermutlich daher, dass italienische Frauen die Tollkirsche früher dazu nutzten, um ihre Pupillen zu weiten. Sie wollten dadurch schöner aussehen.

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