Basilikum enthält unter anderem ätherisches Öl, Flavonoide, Saponine und Gerbstoffe.
Als Heilpflanze kann Basilikum bei Folgendem helfen:
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- Verdauungsstörungen: Die Gerbstoffe des Basilikums sorgen für eine vermehrte Verdauungssaftproduktion. Dadurch wird wiederum die gesamte Verdauung angekurbelt, was Beschwerden wie Völlegefühl, Blähungen und Krämpfe lindern kann.
- Nervösen Unruhen und Schlafstörungen: Es wird vermutet, dass die Inhaltsstoffe des Basilikums beruhigend auf die Psyche wirken. So soll Basilikum gegen nervöse Unruhe und Schlafstörungen helfen und diese mindern.
Basilikum und die Psyche: Was ist wissenschaftlich belegt?
Die beruhigende Wirkung von Basilikum auf Nerven und Psyche beruht vor allem auf traditioneller Anwendung. Klinische Studien am Menschen gibt es dazu für das Küchenbasilikum (Ocimum basilicum) kaum. Anders sieht es beim indischen Basilikum Tulsi (Ocimum tenuiflorum, auch Ocimum sanctum oder „Heiliges Basilikum“) aus – einer nahen Verwandten, die in der ayurvedischen Medizin seit Jahrhunderten gegen Stress eingesetzt wird und meist gemeint ist, wenn von der psychischen Wirkung des Basilikums die Rede ist:
- Eine systematische Übersichtsarbeit der RMIT University Melbourne (2017) wertete 24 Humanstudien zu Tulsi aus. Alle berichteten günstige Effekte, unter anderem bei psychischem Stress, und keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Die Autoren betonen jedoch, dass Dosierung und Darreichungsform noch nicht geklärt sind und weitere Studien nötig sind.
- In einer randomisierten, placebokontrollierten Doppelblindstudie (2022) erhielten 100 gestresste Erwachsene acht Wochen lang zweimal täglich 125 mg eines standardisierten Tulsi-Extrakts oder ein Placebo. In der Tulsi-Gruppe sanken das empfundene Stressniveau und der Cortisolgehalt im Haar stärker als unter Placebo, zudem verbesserte sich die selbst eingeschätzte Schlafqualität. Die Autoren weisen selbst darauf hin, dass die Schlafeffekte noch mit objektiven Messmethoden bestätigt werden müssen.
Wichtig: Diese Ergebnisse gelten für standardisierte Tulsi-Extrakte, nicht automatisch für Basilikum aus dem Supermarkt oder für Basilikumtee. Wer Tulsi-Präparate bei Stress, innerer Unruhe oder Schlafproblemen ausprobieren möchte, sollte das – besonders bei bestehenden Erkrankungen oder Medikamenteneinnahme – vorher mit Arzt oder Apotheker besprechen.
Quellen: Jamshidi N, Cohen MM: The Clinical Efficacy and Safety of Tulsi in Humans: A Systematic Review of the Literature. Evid Based Complement Alternat Med 2017 (doi:10.1155/2017/9217567); Lopresti AL et al.: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial investigating the effects of an Ocimum tenuiflorum (Holy Basil) extract on stress, mood, and sleep in adults experiencing stress. Front Nutr 2022 (doi:10.3389/fnut.2022.965130).
Gibt es Nebenwirkungen?
Basilikum ist in der Regel gut verträglich. Das isolierte ätherische Basilikumöl sollte nicht innerlich angewandt werden. Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten Sie mit Ihrem Arzt Absprache halten, bevor Sie Basilikumzubereitungen anwenden. Ein Diskussionspunkt ist der Inhaltsstoff Estragol, der im ätherischen Öl des Basilikums enthalten ist (siehe unten). Konsultieren Sie bei Unsicherheiten Ihren Arzt.
Estragol in Basilikum: Das sagen EMA und BfR
Estragol hat sich in Tierversuchen als erbgutschädigend und krebserregend erwiesen. Der Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (HMPC) der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) stuft den Stoff in seiner überarbeiteten Stellungnahme (Rev. 1, Stand 2023) deshalb als genotoxisches Karzinogen bei Nagetieren ein, dessen Wirkmechanismus – soweit bisher untersucht – auch beim Menschen abläuft. Süßes Basilikum enthält laut EMA etwa 0,4 Prozent Estragol im Kraut; im reinen ätherischen Öl können es je nach Sorte 20 bis 89 Prozent sein – ein Grund, warum das Öl nicht innerlich eingenommen werden sollte.
Für den Alltag bedeutet das nach Einschätzung von EMA und dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR):
- Als Küchengewürz in üblichen Mengen gilt Basilikum als unbedenklich. Das BfR hat lediglich empfohlen, estragolhaltige Kräuter und Gewürze nicht über den gelegentlichen Gebrauch in der Küche hinaus in großen Mengen zu verzehren.
- Kräutertees und konzentrierte Zubereitungen werden kritischer gesehen, weil sie oft regelmäßig und über lange Zeit getrunken werden. Schon 2001 forderte die BfR-Vorgängerbehörde BgVV, die Gehalte in teeähnlichen Erzeugnissen zu minimieren – vor allem, weil solche Aufgüsse auch Säuglingen, Kleinkindern, Schwangeren und Stillenden gegeben werden. Die EMA empfiehlt für estragolhaltige pflanzliche Arzneimittel eine Anwendungsdauer von höchstens 14 Tagen.
- Kleinkinder, Schwangere und Stillende sollten die Estragol-Aufnahme laut EMA so gering wie möglich halten – der Rat, Basilikumzubereitungen in Schwangerschaft und Stillzeit nur nach ärztlicher Absprache anzuwenden, hat also einen konkreten Hintergrund.
Für den weiter unten beschriebenen Basilikumtee heißt das: als gelegentliche Kur bei Magen-Darm-Beschwerden geeignet, nicht als tägliches Dauergetränk über Wochen und Monate.
Quellen: EMA/HMPC, Public statement on the use of herbal medicinal products containing estragole (Rev. 1, 2023); BgVV/BfR, Gehalte an Methyleugenol und Estragol in teeähnlichen Erzeugnissen (Stellungnahme vom 12.11.2001).
Hintergrundinformationen
Ursprünglich heimisch ist das Basilikum wahrscheinlich in Indien. Heute wird die Pflanze auf der ganzen Welt angebaut, da Basilikum als Gewürzpflanze sehr beliebt ist und es sie in jedem Supermarkt zu kaufen gibt.
Basilikum oder Ocimum basilicum ist eine einjährige Pflanze, die bis zu 50 Zentimeter hochwachsen kann. Die grünen Blätter sind oval geformt. Sie verströmen einen aromatisch riechenden Duft. Von Juli bis September trägt das Basilikum kleine, weiße Blüten. Basilikum zählt zur Familie der Lippenblütler.
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Basilikum im Garten
Sie können eine Basilikumpflanze im Fachhandel kaufen und diesem im Frühjahr ins Kräuterbeet oder in einen Topf pflanzen. Beachten Sie dabei, dass das Basilikum einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit normal feuchtem Boden bevorzugt. Gießen Sie die Pflanze mäßig, vermeiden Sie dabei Staunässe. Ernten Sie immer nur nach und nach einige Blätter und nicht zu viele auf einmal, damit Sie der Pflanze nicht schaden. Erntezeit ist von Mai bis September.
Basilikumtee
Basilikum wird in vielen, vor allem mediterranen Gerichten verwendet. So darf er bei Caprese (Tomate-Mozarella) und auf der berühmten Pizza Margherita nicht fehlen. Wenn Sie frischen Basilikum zur Hand haben, können Sie daraus auch einen Tee zubereiten. Dieser wirkt wohltuend und lindernd bei Magen-Darm-Beschwerden. Für den Tee brauchen Sie zwei Teelöffel der Blätter. Überbrühen Sie diese mit einer Tasse kochendem Wasser und lassen Sie den Sud für etwa sechs Minuten ziehen, bevor Sie die Blätter abgießen. Trinken Sie je nach Bedarf bis zu drei Tassen am Tag.
Große Vielfalt
Es gibt viele verschiedene Basilikumarten. Sie unterscheiden sich meist in ihrer Botanik und dem jeweiligen Geschmack. Zu den bekanntesten zählen Genoveser, rotes Basilikum und Zitronenbasilikum. Seltener sind dagegen Anisbasilikum, Thai-Basilikum und Afrikanischer Basilikum.
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Zuletzt aktualisiert: August 2026
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