Heilpflanze Anis: gesund für Magen, Darm und Atemwege

Heilpflanze Anis: gesund für Magen, Darm und Atemwege

Wir erklären, bei welchen Beschwerden die Heilpflanze Anis angewandt wird: ...
Inhaltsverzeichnis

Das besondere Aroma von Anis kennen Sie vielleicht aus Ihrem letzten Urlaub: Denn viele südeuropäische Spirituosen wie Ouzo oder Rakı werden aus Anis hergestellt und sollen den Appetit und die Verdauung anregen. Grund dafür sind die im Anis enthaltenen ätherischen Öle. Um von der gesunden Wirkung von Anis zu profitieren, braucht es aber keinen Alkohol. Wir stellen Ihnen die besten Anwendungsgebiete der Heilpflanze Anis vor.

Eine Infografik mit verschiedenen Fakten zu Anis. Sie zeigt u.a. Wissenswertes über die Wirkung des Gewürzes.

Anis (lat. Pimpinella anisum) stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum und wird dort seit der Antike als Heilpflanze verwendet. Der Namensvetter Sternanis wird hingegen vor allem in subtropischen Regionen wie Mexiko, Argentinien oder Südostasien angebaut. Die einjährige Pflanze wird bis zu 50 Zentimeter hoch, besitzt viele kleine weiße Blüten und blüht in der Zeit von Juli bis August. Aus den Blüten entwickeln sich später kleine braune Samen, die ab August erntereif sind. Ihr Geschmack ist süßlich und erinnert an das Aroma von Fenchel. Das Kraut wurde wegen seiner Inhaltsstoffe und Wirkung zur Heilpflanze des Jahres 2014 gekürt.

Der Unterschied zwischen Anis und Sternanis

Aufgrund der Namensgleichheit könnte man denken, dass es sich bei den beiden Gewürzen um ein und dieselbe Pflanze handelt. Dem ist jedoch nicht so. Sternanis wächst an einem immergrünen Baum, welcher zur Familie der Magnoliengewächse gehört und in Südchina wächst. Duft und Geschmack der beiden Gewürze sind sich ähnlich, jedoch schmeckt Sternanis deutlich schärfer, intensiver und würziger. Anis dagegen hat einen eher süßlichen Geschmack. Auch was die Optik betrifft, sind Anis und Sternanis leicht zu unterscheiden. Sternanis sieht aus wie ein kleiner achtzackiger Stern, weshalb er auch oft zur weihnachtlichen Dekoration oder zum Backen benutzt wird. Beim normalen Anis handelt es sich um kleine zermahlene Körner.

Anis: reich an ätherischen Ölen

In Anissamen stecken viele gesunde Inhaltsstoffe, allen voran das ätherische Öl Anethol. Dieser sekundäre Pflanzenstoff schützt die Pflanze vor schädlicher UV-Strahlung. Aber auch wir Menschen können davon profitieren, weswegen Anis in der Pflanzenheilkunde sehr geschätzt wird.

Bei Erkältungskrankheiten kann die Atmung durch Inhalation mit Anis-Öl verbessert werden, da das Anethol den Schleim in den Bronchien löst und das Abhusten erleichtert. Ebenso hat das Öl eine entzündungshemmende und antibakterielle Wirkung. Es darf jedoch nur verdünnt auf dem Gesicht aufgetragen werden. Auch zum Verzehr ist Anis-Öl geeignet und meist gut verträglich. Es eignet sich beispielsweise gut dafür, bittere Arzneien geschmacklich angenehmer zu machen.

Verwendung von Anis bei Magen-Darm-Beschwerden

Das im Anis enthaltene Anethol hat eine krampflösende Wirkung und ist gut für den Magen: Es lockert die Muskeln im Magen-Darm-Trakt und kann dadurch krampfartige Bauchschmerzen lindern. Zugleich steigert Anethol die Durchblutung der Muskeln, regt den Appetit an und fördert die Verdauung. Am besten kann Anis hier seine Wirkung in Form von Tees entfalten. Häufig werden diese mit Gewürzen wie Kümmel oder Fenchel kombiniert, da die beiden Gewürze ebenfalls eine heilende Wirkung bei Magen-Darm-Beschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl haben.

Anis gegen Blähungen

Auch Menschen mit Blähungen kann Anis helfen, weil dessen Pflanzenstoffe einen antimikrobiellen Effekt haben. Sie neutralisieren schädliche Keime und Bakterien im Magen-Darm-Trakt. Dadurch entstehen weniger blähende Gase. Andere Mikroorganismen, die gut für eine gesunde Darmflora sind, werden dagegen nicht angegriffen.

Ebenso eignet sich Anis-Kümmel-Fenchel-Tee sehr gut als Stilltee. Diesen sollten die frischgebackenen Mütter am besten zu Beginn der Stillzeit trinken. Denn der Tee entfaltet seine Wirkung direkt über die Muttermilch und kann so auch beim Baby vorhandene Blähungen lindern. Gleichzeitig wird die Milchbildung der Mutter aufgrund der östrogenen Wirkung des Anis-Öls angeregt.

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Innerliche Verwendung von Anis bei Verdauungsproblemen

Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Dragees und Tabletten mit ätherischem Anisöl zu kaufen. Lassen Sie sich am besten von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten. Alternativ können Sie auch Anistee trinken – pur oder mit weiteren verdauungsfördernden Gewürzen wie Fenchel oder Kümmel. Die Kombination aus den drei Pflanzen eignet sich besonders gut und ist in der Regel gut verträglich.

Rezept für Tee mit Anis

Für eine kleine Tasse selbstgemachten Tee …

  1. Drücken Sie einen halben Teelöffel Anissamen vorsichtig an. Am besten im Mörser oder mit der Messerspitze.
  2. Übergießen Sie die Samen mit 150 ml heißem Wasser und lassen Sie den Tee abgedeckt rund zehn Minuten ziehen.
  3. Seihen Sie die Samenreste vor dem Trinken ab.

> Die besten Tees für eine gesunde Verdauung

Anis als Schleimlöser bei Erkältungen und Bronchitis

Die ätherischen Öle der Anispflanze wirken bei Husten und Bronchitis gleich auf zweifache Weise: Sie lockern die Atemmuskulatur und sie lösen zähen, festsitzenden Hustenschleim. Nach der Einnahme wird das ätherische Öl des Anis über die Lunge ausgeschieden und wirkt so durch die Lungenbläschen und die Bronchien von innen heraus. Das erleichtert das Einatmen und zugleich können Betroffene den Schleim besser abhusten.

Auch andere Begleiterscheinungen – wie etwa rasselnder, pfeifender Atem – können dank der Heilwirkung von Anis abklingen. Verdünnt man das Anis-Öl mit fetten Ölen oder als Salbe, so kann es zur Einreibung im Brustbereich verwendet werden und hilft so ebenfalls gut gegen erkältungsbedingte Hustenanfälle.

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Inhalation mit Anis

Ein bewährtes Hausmittel ist neben Tee sowie Bonbons oder Hustensäften mit Anisöl auch eine Inhalation mit ätherischem Anisöl.

So geht’s:

  1. Befüllen Sie eine Schüssel mit einem Liter heißen Wasser.
  2. Geben Sie rund fünf Tropfen Anisöl hinzu und mischen Sie diese gut unter.
  3. Dann beugen Sie sich über die Schüssel und inhalieren den Wasserdampf etwa zehn Minuten lang.

Beim Einatmen gelangt das Anisöl über die Atemwege an die Bronchien und entfaltet dort seine schleimlösende Wirkung. Diese Anwendung können Sie täglich zwei- bis dreimal durchführen.

Weitere mögliche Heilwirkungen von Anis:

  • hemmt Entzündungen im Mund- und Rachenraum
  • mildert Halsschmerzen
  • lindert Sodbrennen
  • regt die Milchbildung bei stillenden Müttern an
Die Heilpflanze Anis hilft u.a. bei festsitzendem Husten.
Das Anis Kraut liefert ätherische Öle, die u. a. krampflösend wirken. (c) Сyrustr/Fotolia

Hinweise zur Anwendung von Anis

Anistee ist grundsätzlich sehr bekömmlich. Allerdings sollten Sie nicht mehr als zwei kleine Tassen täglich davon trinken und auch nicht dauerhaft konsumieren. Denn wie bei vielen anderen Kräutertees auch, welche als Heilmittel eingesetzt werden, kann zu hoher oder dauerhafter Konsum in Einzelfällen allergische Reaktionen im Magen-Darm-Trakt oder auf der Haut auslösen.

Achtung: Wer für seinen Tee gerne selbst auf Suche geht, sollte bei Anis vorsichtig sein: Denn die giftigen Früchte der Schierlingspflanze sehen ihm zum Verwechseln ähnlich. Im Zweifelsfall besser nicht sammeln, sondern Samen im Handel kaufen.

Wie andere ätherische Öle sollte auch Anisöl immer dunkel gelagert und nie pur angewendet werden. Bei Säuglingen und Kleinkindern ist das Anisöl tabu, da es zu schweren Hautreizungen, Übelkeit oder Atemnot führen kann. Schwangere sollten die empfohlene Tagesdosis von 250 ml nicht überschreiten.

Anwendung mit dem Arzt besprechen

Menschen mit Asthma oder einer Allergie gegen Doldenblütler (zum Beispiel Sellerie, Fenchel, Koriander) sollten vor der Anwendung ihren Arzt aufsuchen. Bei ihnen kann Anis ebenfalls Juckreiz oder Erbrechen auslösen. Auch schwangere und stillende Frauen sollten sich von ihrem Arzt beraten lassen, bevor sie Anis verwenden.

Werden Beschwerden wie etwa Magenkrämpfe, Blähungen oder ein anhaltendes Völlegefühl auch nach etwa einer Woche nicht besser oder treten sie gehäuft auf, sollten Betroffene unbedingt zum Arzt gehen. Das Gleiche gilt selbstverständlich auch für Beschwerden der Atemwege, Halsschmerzen oder anderen Erkältungserscheinungen. Bedenken Sie, dass Heilpflanzen eine medizinische Therapie zwar ergänzen, aber nicht vollständig ersetzen können.

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Häufig gestellte Fragen zu Anis

Was ist Anis?

Anis ist eine Pflanze und gehört zur Familie der Doldenblütler. Aus den getrockneten Samen der Pflanze wird das Gewürz Anis hergestellt. Es zählt zu den weltweit am längsten bekannten Gewürzen.

Wie sieht Anis aus?

Die Anis-Pflanze wird ca. 60 cm groß und hat einen behaarten, teilweise sehr verzweigten Stängel. Wenn der Anis im Sommer blüht, stehen die weißen Blüten doppeldoldig. Im Spätsommer sind die Früchte reif für die Ernte. Sie sind nur wenige Millimeter groß, trocken und schmecken süß.

Wo wächst Anis?

Ursprünglich ist Anis im östlichen Mittelmeerraum beheimatet. Heutzutage wird die Pflanze aufgrund ihrer Beliebtheit weltweit angebaut. Bevorzugt in Gebieten mit einem gemäßigten Klima wie beispielsweise Japan, Südeuropa oder Mitteleuropa.

Wie schmeckt Anis?

Anis hat einen süßlichen Geschmack und erinnert an Lakritz. Sein Aroma ist würzig und frisch. Die kleinen Samen verströmen einen angenehmen Duft und riechen intensiv süß.

Wofür wird Anis verwendet?

Anis wird als Gewürz in vielerlei Speisen verwendet wie zum Beispiel Brot, Kuchen oder Gebäck. Aber auch in Spirituosen ist Anis zu finden. Ebenso wird es als Zutat in verschiedenen Salben oder Tees verwendet, um Erkältungsbeschwerden zu lindern. Das ätherische Öl eignet sich besonders gut zur Inhalation bei Husten. Auch bei Magen-Darm-Beschwerden wie Verstopfung, Blähungen, Bauchkrämpfen oder Völlegefühl ist Anis ein probates Heilmittel.

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