Feel-Good-Dress: Wie sich die Kleidung auf unser Wohlbefinden auswirken kann
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Feel-Good-Dress: Wie sich die Kleidung auf unser Wohlbefinden auswirken kann

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Eine junge Frau lächelt in die Kamera. Sie trägt ein schwarzes Oberteil und eine Jeansjacke
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Kleider machen Leute: In diesem Spruch steckt die Annahme, dass edler Zwirn und teure Designerkleidung ein höheres soziales Ansehen verleihen. Das richtige Outfit beim Bewerbungsgespräch soll etwa auf diese Weise die Jobzusage garantieren. Doch ein anderer Faktor ist bei Kleidung weit wichtiger als Preis und Dresscode – nämlich der Wohlfühlfaktor. Wie kann Mode unser Wohlbefinden verändern, es wahlweise einschränken oder steigern?

Zu eng und unbequem – warum die richtige Größe wichtig ist

Seien wir ehrlich: Kaum einem Erwachsenen passt noch sein Konfirmationsanzug und nur wenige können zur Silberhochzeit wieder ins Brautkleid schlüpfen. Körpermaße und Kleidergrößen verändern sich mit der Zeit – nicht nur bei den Trägern, sondern auch bei Modeherstellern. Viele Verbraucher wissen deshalb gar nicht, welche Größe sie eigentlich brauchen. Doch die richtige Kleidergröße ist essenziell, damit Sie sich in Ihren neuen Outfits wohlfühlen.

Warum kaufen viele Kunden die falsche Größe?

Vor allem Männer agieren beim Kleiderkauf nach einem Prinzip: Gewohnheit. Wer seine gesamten Zwanziger eine Jeans mit Weite 32 getragen hat, ändert das auch in seinen Dreißigern und Vierzigern nicht, wenn sich der Knopf noch irgendwie schließen lässt. Dass die Hosenbeine spannen oder der Bauch über den Bund hängt, ignorieren viele Jeansliebhaber bewusst.

Bei Frauen steckt hinter der gewählten Kleidergröße zuweilen ein Zahlenfetisch: Es darf höchstens die 38 sein, von der 34 träumen wir, und Kleidungsstücke ab Größe 40 will Frau lieber nicht einmal anprobieren.

Dabei widerspricht das der Statistik. Immerhin sind 53,5 Prozent der Männer und rund 34 Prozent der Frauen zwischen 35 und 40 Jahren übergewichtig. Das geht aus den Angaben des Statistischen Bundesamtes hervor. Der genannte Prozentsatz an Männer und Frauen hat einen Body-Mass-Index (BMI) von 25 oder mehr, wobei ein Wert ab 25 als Übergewicht gilt. Dementsprechend liegt die Konfektionsgröße dieser Frauen bei 40 und größer.

Das Problem mit der Passform zeigt sich nicht nur bei der Oberbekleidung, sondern auch bei der Unterwäsche: Immerhin tragen bis zu 80 Prozent der deutschen Frauen die falsche BH-Größe, dabei ist diese nicht so schwer zu ermitteln. Größentabellen helfen, das passende Modell zu finden. Noch einfacher geht es, wenn die BH-Größe analog zur Größe der Oberteile angegeben wird.

Was bewirkt eine falsche Kleidergröße?

Bei Schuhen ist der Effekt sonnenklar. Hier würde sich niemand ein zu kleines Paar kaufen, das drückt und Blasen erzeugt – oder einen zu großen Schuh, in dem der Fuß kaum Halt findet. Beim Blazer mag die Trägerin zwar innerlich triumphieren, dass sie den Knopf von Größe 34 schließen konnte – doch darüber hinaus bringt die Wahl zu knapper Kleidungsstücke nur Nachteile.

Das beginnt schon, wenn bei tiefen Atemzügen die Angst aufkommt, die Nähte und Knöpfe zu sprengen. Gleichzeitig leidet die Bewegungsfreiheit und das bequeme Sitzen ist durch enge Hosenbeine und einen knappen Bund unmöglich.

Wer sich fühlt wie in einer Zwangsjacke, kann nach außen hin kaum einen lockeren und selbstbewussten Eindruck vermitteln. Hier versagt die kleine Zahl auf dem Kleideretikett in ihrem Zweck als Selbstwert-Booster total.

Schlimmer noch: Wenn der Rock hochrutscht und Querfalten wirft oder die Ärmel des Sakkos unschön spannen, ist auch die seriöse Erscheinung gefährdet. Gerade in beruflichen Situationen wie Präsentationen und Bewerbungsgesprächen sollten Sie deshalb auf passende Kleidergrößen achten, wenn Sie überzeugen möchten.

Das Outfit aus Vorsicht eine Nummer zu groß zu wählen, kann übrigens genauso nach hinten losgehen: Wenn der Kragen nicht am Hals anliegt oder das Oberteil im Rücken schlottert, wirken Träger oder Trägerin in ihrer Kleidung verloren – eben, als ob der Auftritt „eine Nummer zu groß“ für sie wäre.

Mit einem Maßband lässt sich die persönliche Größe genau bestimmen.
© stanis88 / Adobe Stock

Wie finde ich die richtige Größe?

Hier hilft nur das korrekte Ausmessen. Wer passgenau einkaufen will, kennt im Idealfall seinen aktuellen Brust-, Taillen- und Hüftumfang sowie den Halsumfang und die Beinlänge.

Mit diesen Daten lassen sich deutsche Standardgrößen einfach ermitteln: Bei Frauen wird der Brustumfang halbiert und dann 6 cm abgezogen. Beispiel: 96 Zentimeter Brustumfang geteilt durch 2 minus 6 entsprechen Kleidergröße 42. Bei Männern nimmt man die Hälfte des Brustumfanges direkt als Konfektionsgröße.

Die jeweilige Konfektionsgröße dient jedoch nur als Richtschnur und wird durch diese Faktoren beeinflusst:

  • Individueller Figurtyp: Zierlicher Oberkörper und breite Hüfte, schmale Hüfte bei viel Bauch – jede Figur ist so individuell wie ihr Besitzer. Je nach Ausprägung wählt man dann bei Oberteilen und Beinkleidern unterschiedliche Konfektionsgrößen oder präferiert bestimmte Schnitte.
  • Schmeichelgrößen: Manch eine Modekette möchte Kunden mit sogenannten „Charming Sizes“ an sich binden. Dabei werden zum Beispiel Sachen, die eigentlich die Abmessung einer Größe 42 haben, mit 38 ausgezeichnet, um der Käuferin zu schmeicheln.
  • Bewusst knappe Schnitte: Gerade Designerlabels, die sich ein junges und hippes Image geben wollen, arbeiten bei Durchschnittsgrößen wie 34 bis 40 mit kleineren Maßen als im Standard vorgesehen. Der Grund: Hier soll eine junge und schlanke Käuferschicht ausgesiebt werden, die dem Bild des Labels entspricht und es auf der Straße ideal repräsentiert.

Tipp: Wer seine Maße kennt, kann sie beim Shopping mit den offiziellen Maßtabellen des Herstellers vergleichen. Im Geschäft braucht man nicht alle Stücke anzuprobieren, wenn man ein Maßband in der Tasche hat. Damit werden einfach die Kleidungsstücke ausgemessen, sodass schnell klar wird, welche Größe infrage kommt.

Bei der Wahl kommt es auf den Schnitt, die Farbe und das Material an.
© Petro / Adobe Stock

Weitere Faktoren von Wohlfühl-Kleidung

Nicht nur auf die Größe kommt es an. Die folgenden Faktoren bestimmen ebenso stark darüber, ob ein Outfit den Feel-Good-Faktor hat oder nicht.

Dem Figurtyp schmeicheln

Zwei Personen mit derselben Konfektionsgröße können absolut unterschiedlich wirken, weil jede Figur ihre individuellen Formen mitbringt. Wer seine Schokoladenseiten optimal in Szene setzt, hat mit einer selbstbewussten und entspannten Ausstrahlung wenig Mühe.

Als Hilfe dienen sogenannte Figurtypen, mit denen Stilberater geeignete Schnitte auswählen. So schmeicheln ausgestellte Röcke und Bootcut-Jeans den Damen mit einer A-Figur (schlanker Oberkörper, eher breite Hüfte und kräftige Beine). Der V-Typ hingegen betont seine sportlichen Beine gern mit Skinny Jeans oder Mini-Rock, während Pölsterchen am Bauch und breite Schultern mit fließenden Oberteilen kaschiert werden.

Das richtige Material finden

Das Material der Kleidung bestimmt wesentlich über Tragegefühl und Wohlfühlfaktor. Gerade Naturfasern wie Wolle und Seide bieten ein angenehmes Körperklima: Sie wärmen im Winter und lassen im Sommer die Feuchtigkeit gut passieren. Beim Sport wählen Profis gern Funktionskleidung aus synthetischen Fasern, da Baumwolle zwar den Schweiß gut aufsaugt, doch dann unangenehm am Körper klebt.

Auch bei der Alltagskleidung bringen Kunstfaserstoffe neue Vorteile: Sogenannte Regenerat-Fasern aus Buche oder Bambus schaffen neben dem natürlichen Hautklima noch ein gutes Gewissen, da sie besonders umweltfreundlich sind.

Die passende Farbe wählen

Warum lässt das gelbe Shirt, in dem die beste Freundin erstrahlt, das eigene Spiegelbild blass und kränklich wirken? Hier zeigt sich der Charakter verschiedener Haut- und Haartypen. Kosmetiker und Stilberater teilen sie in Jahreszeiten: Der Frühjahrstyp hat beispielsweise helle Haare und einen hellen Teint. Der Herbsttyp bringt eher dunkle Haare und eine getönte bis olivfarbene Haut mit.

Während Frühjahrs- und Herbsttyp warme Farbtöne schmeicheln, profitiert der Look beim Sommer- und Wintertyp durch kühle Farben. Es lohnt sich also, den Lieblingspulli gleich noch einmal in verschiedenen Farben anzuprobieren (z. B. warmes Rot, Gelb und Braun gegenüber kühlem Rosé und Türkis), um die Nuance zu finden, die das eigene Gesicht am attraktivsten leuchten lässt.

Dem Anlass angemessen, aber individuell

Sich wohlfühlen zu wollen, muss nicht heißen, in Jogginghosen beim Job-Interview aufzukreuzen. Ganz im Gegenteil: Sich wohlzufühlen bedeutet auch, angemessene Kleidung zu tragen. Denn overdressed oder underdressed zu erscheinen, hebt nicht unbedingt das Selbstbewusstsein.

Individuelle Anpassungen sind jedoch ein Muss: Wer zum Beispiel im Job kein Hemd mit Krawatte unter dem Sakko tragen will, wählt einen edlen Cashmere-Rollkragenpullover. Frauen, die keine Pumps mögen, können edle Loafer und Mokassins vorziehen.

Je nach Branche verschieben sich außerdem die Grenzen zwischen Business- und Casual-Outfit. Die Grundregeln: Das Outfit sollte zum Träger passen, den Unternehmens-Dresscode nicht grob verletzen und vor allem gepflegt sein.

Fazit: Feel-Good-Kleidung macht den Alltag besser

Im Idealfall betont die Kleidung unsere körperlichen Schokoladenseiten und erlaubt ein natürliches Körpergefühl. Sie lenkt die Aufmerksamkeit auf Gesicht und Persönlichkeit des Trägers und schafft nach Wunsch eine seriöse, lässige oder attraktive Ausstrahlung. Dabei müssen sich gerade Frauen klarmachen: Wenn ein Outfit diese Zwecke perfekt meistert, dann ist die Konfektionsgröße auf dem Etikett zweitrangig.

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