Kaffee: So gesund ist der schwarze Muntermacher

Kaffee: So gesund ist der schwarze Muntermacher

Kaffee ist beliebt – keine Frage! Jeder Deutsche trinkt im Jahr 600 Tassen des schwarzen Muntermachers. Aber wie gesund ist das
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Kaffee ist beliebt – keine Frage! Jeder Deutsche trinkt im Jahr 600 Tassen des schwarzen Muntermachers. Aber wie gesund ist das? Regelmäßig erscheinen Studien, die die gesundheitliche Wirkung von Kaffee untersuchen – mit teils widersprüchlichen Ergebnissen. Wir haben nachgeforscht.

Studien zu den gesundheitlichen Folgen regelmäßigen Kaffee-Konsums gibt es viele. Schlecht fürs Herz, schlecht für die Knochen, heißt es einmal. Dann wieder: beugt Multiple Sklerose vor und schützt die Leber. Ja, was denn nun?

Was sind die Wirkstoffe im Kaffee?

Kaffee ist ein Naturprodukt. Das beliebte Heißgetränk wird durch Überbrühen vermahlener und gerösteter Kaffeebohnen gewonnen. Je nach Herstellungsverfahren und Zubereitungsmethode sind die Inhaltsstoffe im Kaffee etwas unterschiedlich.

Der Bekannteste Inhaltstoff im Kaffee ist das Alkaloid Koffein. Doch im Kaffee stecken weitaus mehr wirksame Stoffe:  Kaffeesäure und Chlorogensäure sind die wichtigsten der insgesamt 80 enthaltenen Säuren. Das Gute: Diese Stoffe sind auch in koffeinfreiem Kaffee enthalten.

Kaffee enthält außerdem etwa 800 verschiedene Aromastoffe, ist praktisch kaloreinfrei und enthält ein paar Mineralstoffe, allem voran Kalium und in kleinen Mengen auch Magnesium und Kalzium. Außerdem ist das B-Vitamin Niacin enthalten.

Kaffee und Leistungssteigerung

Es stimmt, Koffein macht nicht nur wach, sondern kann durch seine durchblutungsfördernde und gefäßerweiternde Wirkung auch die geistige und körperliche Leistung steigern. Koffein wirkt indem es den Botenstoff Adenosin von seinen Anknüpfungspunkten verdrängt. Adenosin macht müde, kann es nicht andocken, fühlen wir uns fit. Leider funktioniert dieses natürliche Doping am besten bei Nicht-Kaffeetrinkern, weil sonst ein Gewöhnungseffekt eintritt.

Die stärkste Wirkung hat das Koffein etwa 30 bis 45 Minuten nach dem Kaffeetrinken. Robusta-Bohnen haben doppelt so viel Koffein wie Bohnen der Sorte Arabica. Auch die Zubereitung spielt eine Rolle: Wird der Kaffee langsam gebrüht wie in einer Filtermaschine kann sich mehr Koffein lösen als unter Druck wie beim Espresso.

Übrigens: Kaffee kann auch vor Muskelkater schützen. Zwei Tassen eine Stunde vor dem Training blockieren die Adenosin-Andockstellen im Muskel, die auch an der Übersäuerung beim Muskelkater beteiligt sind.

Dampfender Espresso
Die Zubereitungsmethode beeinflusst den Gehalt an Koffein. (c) Hoda Bogdan / Fotolia

Kaffee und Diabetes

Der regelmäßige Konsum von drei bis vier Tassen Kaffee täglich kann tatsächlich das Risiko an Typ-2-Diabetes zu erkranken, deutlich reduzieren. Auf Typ-1-Diabetes hat das köstliche Heißgetränk leider keinen Einfluss.

Kaffee und Herz-Kreislauferkrankungen

Lange ging man davon aus, dass Kaffeegenuss sich schlecht auf Herz und Kreislauf auswirkt. Das konnte zum Glück wiederlegt werden. Möglicherweise schützt Kaffee sogar vor bestimmten Herzerkrankungen. Auch wenn Kaffee kurzfristig den Blutdruck ansteigen lässt, konnten keine langfristigen Folgen auf den Blutdruck festgestellt werden.

Kaffee und Krebs

Kaffeesäure und Chlorogensäure zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen, den sogenannten Polyphenolen. Diese Pflanzenstoffe sind Antioxidanzien, die krebsverursachende freie Radikale abwehren. Es stimmt also: Kaffee kann vor Krebs schützen. Vor allem Leberkrebs scheint davon betroffen.

Übrigens: Durch intensive Röstung wird der Gehalt an Polyphenolen reduziert. Deshalb ist ungerösteter, grüner Kaffee aktuell im Trend.

Kaffee und Fettleber

Bei Menschen, die an einer Fettleber leiden (die nicht alkoholbedingt ist), kann Kaffee das Risiko senken, an Leberfibrose oder Leberzirrhose zu erkranken.

Kaffee und Demenz

Einige Forscher vermuten, dass Kaffeekonsum möglicherweise vor geistigem Abbau wie Alzheimer schützt. Studien konnten auch schon belegen, dass Kaffee die Gedächtnisleistung erhöht. Die genaue Wirkung der vielfältigen Inhaltsstoffe von Kaffee muss aber noch weiter erforscht werden.

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Fazit: Ist Kaffee jetzt gut oder schlecht für die Gesundheit?

Früher hatte Kaffee ein echtes Imageproblem und galt als ungesund. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass man dabei übersehen hatte: Starke Kaffeetrinker sind auch häufig Raucher  und legen allgemein weniger Wert auf einen gesunden Lebensstil. Betrachtet man aber den Kaffeekonsum separat, ergibt sich ein ganz anderes Bild: Kaffee ist nicht schädlich, sondern gut für die Gesundheit ist.

Heute bringen viele Forscher Kaffee mit einem langen, gesunden Leben in Verbindung. Vorausgesetzt der tägliche Konsum überschreitet nicht die Dosis von mehr als vier Tassen (600 Milliliter). Das scheint die magische Grenze zu sein, wo dann auch negative Wirkungen wie Zitteranfälle, Reizbarkeit und Schlaflosigkeit auftreten können.

Was jetzt schon feststeht: Milch schmälert viele der gesundheitsförderlichen Effekte von Kaffee – darum den Wachtrunk besser schwarz genießen.

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