Amira Pocher: Darum ist Beckenbodentraining so wichtig
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Amira Pocher: Darum ist Beckenbodentraining so wichtig

Im Interview sprechen wir mit Amira Pocher über die Beckenboden-Trainingsapp PelvicFlow und warum jede Frau diese testen sollte.
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Amira Pocher beim Beckenbodentraining
Inhaltsverzeichnis

Immer noch unterschätzt, jedoch so wichtig für unsere Gesundheit: der Beckenboden. Wer ihn regelmäßig trainiert, verbessert die Körperhaltung, beugt Inkontinenz vor und kann intensiveren Sex haben. Die Moderatorin und Podcasterin Amira Pocher verrät im Interview, wie sich der Beckenboden im Alltag ganz leicht kräftigen lässt.

gesund&vital: Frau Pocher, Sie haben zusammen mit der MedSpace GmbH die App PelvicFlow herausgebracht. Wie kam es dazu?

Amira Pocher: Ich war schwanger im 6. Monat mit meinem 2. Kind und habe von den 3 Start-up-Gründern eine Anfrage bekommen, ob ich mir vorstellen könne, bei der Entwicklung einer App für den Beckenboden dabei zu sein. Sie haben jemanden gesucht, der das Training wenige Wochen nach der Entbindung dreht, damit es für die Teilnehmerinnen möglichst authentisch ist. Überzeugt hat mich, dass so viele junge Mütter nach der Entbindung Beckenbodenprobleme haben und diese teilweise nicht mehr loswerden, und dass die App von allen Krankenkassen empfohlen und ihren Mitgliedern finanziert wird.

Können Sie uns die App ein wenig vorstellen?
Ja, sehr gern.

Die App besteht aus einem informativen, unterhaltsamen Teil und dem eigentlichen Training. In dem Wissensteil vermitteln die Beckenbodenexpertin Sabine Meissner und ich in verschiedenen Settings Informationen zu wichtigen, den Beckenboden betreffende Themen. Das macht viel Spaß, wir haben versucht alles locker und unterhaltsam zu vermitteln, so dass man nie das Gefühl hat, hier wird nur trockene Theorie besprochen. Danach geht es weiter mit einem Warm-up, einem Haupttrainingsteil und zum Abschluss gibt es eine wunderbare Entspannung. Gestützt wird das Ganze von einer Zusammenfassung und einem Handout, in dem man alles nochmals nachlesen kann. Was ich besonders gut finde ist, dass man innerhalb der App mit unseren Experten chatten kann. So bleiben keine Fragen offen.

Porträtfoto von Amira Pocher
(c) PelvicFlow-80-┬®MedSpace

Ganz wichtig ist mir, dass die App von der Zentralen Prüfstelle für Prävention zertifiziert wurde. Das heißt, alle gesetzlichen Krankenkassen finanzieren ihren weiblichen Mitgliedern die App zu Präventionszwecken. Das finde ich sehr, sehr gut. So stehen wirklich allen Frauen diese wichtigen Informationen zur Verfügung. Die App ist übrigens in 8 Module aufgeteilt und jede Woche wird ein neues Modul freigeschaltet, so dauert der komplette Kurs 8 Wochen.

Wurde die App mit medizinischer Begleitung entwickelt?
Ja, außer unserer Physiotherapeutin Sabine Meissner, die auf diesem Gebiet speziell ausgebildet ist, unterstützt uns Frau Dr.med. habil. Anke Reitter. Sie ist Gynäkologin und steht uns mit Ihrem Wissen und ihrer jahrelangen Erfahrung zur Seite.

Haben Sie ein Beispiel für eine Übung, die Sie dort zeigen?

Ich liebe die High Heels Übung, die wird auf den Fußballen gemacht, als ob man ganz hohe Schuhe anhätte. Überhaupt ist das gehen auf den Fußspitzen ein gutes Training für den Beckenboden. Das versuche ich auch immer wieder bei meinem Alltags-Training mit einzubauen, zum Beispiel bei den Squats.

Warum sind Beckenbodenprobleme und Inkontinenz immer noch so ein starkes Tabuthema?

Mir kommt es manchmal so vor, als ob wir immer noch im letzten Jahrhundert leben, wenn es um Themen geht, die die weiblichen Geschlechtsorgane und die Beckenregion betreffen. Schon die Menstruation ist ja für viele noch ein Tabuthema. Und es überhaupt mal auszusprechen, dass nach Geburten oder um die Menopause der weibliche Beckenboden verletzlich ist, das wissen zwar manche, aber noch nicht warum es so ist und, dass man auf jeden Fall etwas dafür tun kann, dass dieser Muskel- und Faszienverbund wieder stark und flexibel wird. Es ist eigentlich so einfach! Und dann braucht man auch keine Angst mehr vor Inkontinenz zu haben, die ja ein Drittel der Frauen betrifft. Das ist eigentlich ein Wahnsinn…

Inkontinenz wird leider immer noch mit einer Schwäche verbunden, etwas Peinlichem. Wenn man bedenkt, dass es früher als Hygieneproblem oder als Befindlichkeitsstörung angesehen wurde, ist es ja ganz klar, dass niemand gern drüber spricht. Das müssen wir ändern. Wir können durch Prävention und Wissen einiges dagegen tun. Wir müssen aufklären und das geht nur, wenn man darüber spricht. Es geht ja nicht nur um Inkontinenz, die Wenigsten wissen, dass ein starker Beckenboden den Sex schöner macht und essentiell wichtig für eine gute Haltung ist.

Sie haben selbst zwei Kinder und sind berufstätig, wie schaffen Sie es, sich die Zeit für die regelmäßigen Übungen zu nehmen?

Sportliches Training gehört zu meinem Alltag, es wird eingebaut wie Zähne putzen oder duschen. Alles, was wir nicht bewegen oder trainieren, wird schwach oder unbeweglich und macht dann Probleme. Und das möchte ich mit ein wenig Disziplin vermeiden. Mein Beckenboden hat jetzt nach unserem Training eine gute Chance, für immer gesund zu bleiben, ich kann immer wieder in mein normales Training 2 oder 3 Übungen für den Beckenboden einbauen. Und das empfehle ich allen Frauen: Wissen aneignen, trainieren und dann immer wieder zwischendurch eine spezielle Übung zu machen. So ist man für das ganze Leben geschützt!

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