Wie hilft Homöopathie?
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Wie hilft Homöopathie?

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Homöopathische Mittel: Für den Verkauf abgepackte Globuli.
Inhaltsverzeichnis

Wer sich mit alternativen Heilmethoden auseinandergesetzt hat, kennt den Begriff „homöopathisch“. Doch was genau steckt dahinter? Kurz gesagt, es basiert auf zwei Grundprinzipien. Das Reiz- und Regulationsprinzip sowie das Ähnlichkeitsprinzip. Die Homöopathie basiert noch heute auf ihnen. Was beinhalten diese Prinzipien, woher kommen sie und für wen ist diese Heilmethode geeignet?

Was ist Homöopathie?

Das Grundprinzip

Die alternative Behandlungsmethode basiert auf den Werten einer ganzheitlichen Behandlung. Dies bedeutet, dass der Patient sowohl geistig als auch körperlich behandelt wird, wenn er krank ist. Eine Trennung der beiden Fachgebiete findet nicht statt. Denn die Philosophie dahinter beinhaltet, dass Krankheit sowohl Körper als auch Geist aus dem Gleichgewicht bringt.

Reiz- und Regulationsprinzip

Genau an diesem Punkt setzt auch das Reiz- und Regulationsprinzip an. Bei dem Klienten werden Reize gesetzt, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Dabei sollen vor allem die Selbstheilungskräfte aktiviert werden. Der Körper soll sich also selbst wieder regulieren und eine Heilung aus eigener Kraft ermöglichen.

Ähnlichkeitsprinzip

Ein ähnliches Prinzip betrifft die Kombination von Substanzen, die bei Gesunden bestimmte Symptome hervorrufen und Kranke heilen können. Der Leitsatz von Samuel Hahnemann, dem Begründer der Homöopathie, lautet: „Ähnliches möge durch Ähnliches geheilt werden“.

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Potenzierung

Dabei ist ihm eine Besonderheit aufgefallen: Die ursprüngliche Dosierung war viel zu stark. Dies führte zur Potenzierung, bei der er den Ausgangsstoff nach und nach auflöste. Danach wird die Substanz zehnmal von Hand verschüttelt. Dies wird wiederholt, bis die richtige Konzentration erreicht ist. Die Hauptaussage ist, dass die Konzentration schwächer wird, aber die Wirkung in der Homöopathie zunimmt.

Samuel Hahnemann

Samuel Hahnemann war ein Arzt und medizinischer Schriftsteller. 1796 veröffentlichte er den ersten Aufsatz über das Ähnlichkeitsprinzip und damit den Grundstein der Behandlungsmethode. Im Jahr 1810 veröffentlichte er sein Werk „Organon der Heilkunst“. Es wird auch als Hauptwerk der Homöopathie bezeichnet. Im folgenden Jahr begann Herr Hahnemann sein Promotionsstudium an der Universität Leipzig. In diesem Rahmen gewann er seinen ersten Leserkreis und die ersten Interessenten für seine neusten Entdeckungen. Der große Erfolg kam zehn Jahre später mit der Unterstützung des Herzogs in Köthen. Der Herzog sah die Möglichkeiten und förderte Hahnemanns Idee. Dadurch erlangte die Homöopathie weltweite Aufmerksamkeit.

Homöopathie als alternativen Therapieansatz

Behandlung

Bei der Behandlung ist es wichtig, zwischen akuten und chronischen Krankheiten zu unterscheiden. Für eine akute Krankheit wie zum Beispiel eine Erkältung reicht ein kurzes Gespräch zwischen dem Patienten und dem behandelten Homöopathen. Sollte ein länger andauerndes Beschwerdebild bestehen oder eine chronische Erkrankung, ist der Prozess und die Anamnese etwas ausgeprägter. Hierbei werden die Beschwerden, Symptome und Besonderheiten des Klienten genau beleuchtet. Dieses Gespräch kann dementsprechend ein bis zwei Stunden dauern. Der Patient muss sich dafür sehr wohl und sicher bei dem Gespräch fühlen.

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Zur Behandlung kommen dann drei bis vier verschiedene Mittel infrage, allerdings darf davon nur ein einziges zur selben Zeit eingenommen werden. Während der Einnahme beobachtet der Arzt ganz genau, wie das Mittel wirkt und ob es eine Besserung herbeiführt. Ob das der Fall war, wird dann bei einem anschließenden Gespräch besprochen. Bei der Rücksprache mit mehreren Fachleuten kann es passieren, dass immer wieder andere Wirkstoffe empfohlen werden für dieselbe Behandlung. Diese Herangehensweise wird oftmals sehr kritisch von außen betrachtet.

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Einnahme

Wenn nach dem Behandlungsschema ein passender Wirkstoff gefunden wurde, muss abschließend geklärt werden, in welcher Form es eingenommen wird. Die bekannteste Form sind Globuli. Das sind kleine Milchzucker-Kügelchen, die den potenzierten Stoff enthalten. Die Kügelchen sollen nicht einfach heruntergeschluckt werden, weil die Magensäure das Präparat direkt auflösen würde. Deswegen ist es am effektivsten, sie unter der Zunge zergehen zu lassen. Das Gleiche gilt auch für homöopathische Tropfen.

Durch die spezielle Einnahmeform soll der Wirkstoff auch sehr schnell vom Körper aufgenommen werden und innerhalb von ein bis zwei Stunden wirken. Bei akuten Beschwerden können die Symptome darüber hinaus sehr schnell wieder zurückkommen. Dann ist es ratsam, nochmal eine andere Darreichungsform auszuprobieren.

Homöopathische Mittel: So wirken Globuli und Co. 

Vorsicht bei der Einnahme

Allerdings gibt es bei der Einnahme von Globuli einige Dinge zu beachten. Aus wissenschaftlicher Sicht wird kritisiert, dass noch immer zu wenige Belege für die Theorie existieren. Es gibt mehrere Studien zu diesem Thema, aber niemand konnte es wirklich beweisen.

Neben dem Mangel an wissenschaftlichen Beweisen muss sichergestellt werden, dass Substanzen nicht für beliebig viele Probleme verwendet werden. Die Einnahme kann schnell zur Gewohnheit werden und deswegen keine Wirkung mehr erzielen.

Für wen eignet sich die Behandlung?

Die Wirkstoffe können bei folgenden Beschwerden als Ergänzung eingesetzt werden:

  • Allergien
  • Prämenstruelles Syndrom
  • Schlafstörungen
  • Hauterkrankungen
  • Rheuma
  • Wechseljahre
  • Akute Krankheiten wie eine Erkältung

Dies sind einige Anwendungsgebiete, in denen Homöopathen gerne auf die Mittel verweisen. Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit mit anderen Arzneimitteln werden sie auch oft für schwangere und stillende Frauen empfohlen. Diese Behandlung sollte jedoch niemals allein durchgeführt werden. Es ist wichtig, vorab mit der Hebamme zu besprechen, ob eine solche Therapie notwendig ist. Gleiches gilt für die Baby- und Kindertherapien. Gerade bei Kindern sollte darauf geachtet werden, dass der Konsum nicht zur Gewohnheit wird. Dies kann bereits in jungen Jahren zu psychischer Abhängigkeit führen. Das Verhalten kann außerdem die Selbstheilungskräfte langfristig eher schwächen als stärken.

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Auch Diabetes-Patienten sollten zuerst Rücksprache mit ihrem Arzt halten, bevor sie eine Behandlung mit Globuli beginnen. Möglicherweise muss die Einnahme als Broteinheit vermerkt werden. Wer wenig Erfahrung mit Globuli hat und sich damit nicht gut auskennt, sollte einen Homöopathen aufsuchen und sich beraten lassen.

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Übernahme von der Krankenkasse

Ebenso ist eine Absprache mit einem Spezialisten auf dem Gebiet immer empfehlenswerter als eine Selbstdiagnose. Durch Beratung und umfassende Therapiebegleitung kann die Wirkung gesteigert und die Einnahme auf wichtige Wirkstoffe beschränkt werden. Allerdings muss beachtet werden, dass es nur ungefähr 7000 Ärzte  in Deutschland gibt, die eine Zusatzqualifikation im Bereich Homöopathie haben. Ansonsten kann der Patient sich an einen Heilpraktiker wenden.

In vielen Fällen ist sogar eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich. Inwieweit dies sinnvoll ist, sollte mit Ihrem behandelnden Arzt und Ihrer verantwortlichen Krankenkasse besprochen werden. Diese Anlaufstellen helfen auch bei offenen Fragen.

Kennzeichnungspflicht

Es besteht auch die Pflicht, Arzneimittel korrekt, vollständig und gut lesbar zu kennzeichnen. Bei homöopathischen Arzneimitteln müssen zusätzlich zu üblichen Kennzeichnungspflicht für Medikamente weitere Angaben gemacht werden. Dazu gehört unter anderem die Beschaffenheit, Hinweise zur Registrierung und bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen.

Unabhängig von einer detaillierten Anleitung und Kennzeichnungspflicht liegt es an Ihnen, zu entscheiden, ob Sie ein homöopathisches Mittel verwenden oder nicht. Natürlich sollte nicht vergessen werden, dass scheinbar harmlose Symptome auch Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung sein können. Daher sollten Sie immer einen Arzt konsultieren und eine andere Behandlungsmethode in Betracht ziehen. Wird die Krankheit nicht erkannt, kann sie schwerwiegende Folgen haben. In manchen Fällen kann die Homöopathie die konventionelle Behandlung ergänzen, aber niemals ersetzen.

Fazit

Unser Körper leistet jeden Tag Erstaunliches. Viele Menschen greifen zu homöopathischen Mitteln, um ihn zu stärken und unterstützen. Besonders die sehr schonende Behandlung und die Tatsache, dass es keine Nebenwirkungen gibt, ist sehr beliebt bei den Klienten. Allerdings sollte man bei der Anwendung von Globuli, Tropfen und Tabletten nicht leichtsinnig vorgehen. Die Alternative zur Schulmedizin ist zwar sehr schonend, aber auch umstritten. Mangelnde Evidenz und intransparente Behandlungsansätze sorgen für viel Kritik. Ob die Homöopathie überhaupt eine geeignete Behandlungsmethode ist, sollte daher immer vorher mit einem Arzt besprochen werden.

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