Rauer Hals: Entstehung & Hilfe

Rauer Hals: Entstehung & Hilfe

Häufig kündigen Halsschmerzen die nächste Erkältung an. Häufig, aber nicht immer.
Inhaltsverzeichnis

Ein leichtes Kratzen im Hals – das ist meist der Vorbote einer Erkältung. Ein oder zwei Tage später liegen wir mit Husten, Schnupfen und Heiserkeit im Bett. So läuft es in vielen Fällen, aber nicht in allen. Wir erklären, welche Ursachen es noch gibt & was Sie tun können. Außerdem erfahren Sie, wann Sie mit einem rauen Hals zum Arzt gehen sollten.

Wer über einen rauen oder kratzenden Hals klagt, meint meist eher den Rachen. Der Rachen (Pharynx) ist der muskuläre Durchgang zum Magen, den wir bei geöffnetem Mund im Spiegel gut sehen können. Er verbindet Nase und Mund mit der Speiseröhre und den Lungen. 

Damit sitzt er an einer Stelle, die bei praktisch allen Erkrankungen der Atemwege betroffen ist. Seine Schleimhäute sind auch ein wichtiger Teil des Immunsystems. Gleichzeitig passieren sowohl Luft als auch Nahrung und Flüssigkeiten den Rachen. Die möglichen Ursachen für Halskratzen sind dementsprechend vielfältig.

Ursachen von Halskratzen

Der Rachen ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet. Durch Reizungen unterschiedlicher Art können kleine Risse in ihr entstehen. Diese sorgen schließlich für den rauen Hals.

Kratzender Hals durch Rachenentzündung

Wenn sich die Rachenschleimhaut entzündet, fühlt sich der Hals rau an. Eine akute Rachenentzündung (Pharyngitis) wird häufig durch eine Infektion mit Viren oder (seltener) Bakterien verursacht. Meist tritt sie im Rahmen einer Erkältung oder einer Grippe auf. Dabei tropft nicht selten entzündlicher Schleim aus der Nase in den Rachen. Der raue Hals ist daher häufig ein Erkältungssymptom.

Symptome neben Halskratzen sind: 

  • Schluckbeschwerden
  • Husten
  • häufiges Räuspern
  • Mundgeruch

Außerdem ist die Schleimhaut im Rachen stark gerötet und die Lymphknoten sind geschwollen. Im Zuge einer echten Grippe verschlimmern sich die Beschwerden, zusätzlich tritt starkes Fieber auf. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich zu dem Virus eine sekundäre Infektion mit Bakterien gesellt (Superinfektion). Diese muss dann mit Antibiotika behandelt werden.

Rauer Hals: Wann zum Arzt?

Halsschmerzen sind ein häufiges Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen der Atemwege. Fast jeder von uns hat im Schnitt zwei- bis dreimal pro Jahr damit zu kämpfen, Kinder noch öfter. Allerdings sind diese Zahlen geschätzt, schließlich sucht kaum jemand wegen Halsschmerzen einen Arzt auf – obwohl es manchmal nötig wäre.

Erkältungsbedingte Halsschmerzen sind in der Regel nicht besonders schlimm und erfordern keine ärztliche Hilfe. Der Infekt heilt nach ein paar Tagen Ruhe von allein aus. Mit ihm verschwindet auch der kratzende Hals.

Bleiben die Schmerzen, ist es Zeit für den Arzt. Unter diesen Umständen führt der Weg am besten in die nächstgelegene Praxis:

  • Sehr hohes Fieber
  • Nicht abklingende Beschwerden
  • Dauerhaftes Kratzen im Hals
  • Wenn die Halsschmerzen häufig und ohne ersichtlichen Grund auftreten

Mandelentzündung & Halskratzen

Je nachdem, welcher Bereich des Halses entzündet ist, kann ein Kratzen und Brennen auch das schmerzhafte Resultat einer Mandelentzündung sein. Ähnlich wie die Rachenschleimhaut spielen auch die Mandeln eine wichtige Rolle im Immunsystem. So melden sie als Erstes Kontakt mit schädlichen Bakterien.  

Symptome für eine Mandelentzündung sind unter anderem: 

  • geschwollene Mandeln
  • weißlicher Belag
  • Schluckbeschwerden
  • Fieber

Diese Halsschmerzen dauern länger an als zwei Tage und können in die Ohren ausstrahlen.

Entzündung des Kehlkopfs

Auch der Kehlkopf ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, die sich entzünden oder austrocknen kann. Die möglichen Auslöser sind im Prinzip dieselben wie bei der Pharyngitis.

Zu den Symptomen der Rachenentzündung kommen bei einem Infekt des Kehlkopfs folgende Anzeichen hinzu:

  • Heiserkeit
  • Verlust der Stimme
  • Seltener Atemnot

> Was tun bei Stimmlosigkeit (Aphonie)?

Kratzen im Hals ohne Erkältung oder Entzündung

Eine Austrocknung der Rachenschleimhaut, oft durch Umwelteinflüsse, ist ebenfalls häufig Ursache eines rauen Halses.

Raucher sind häufig von einer so entstandenen chronischen Rachenentzündung betroffen. Ein dauerhaftes Kratzen im Hals und ein trockener Gaumen sind Anzeichen. Trockene Luft, Staub oder Chemikalien führen ebenfalls zu einer Reizung des Rachens. Schlafen mit offenem Mund kann ebenfalls die Rachenschleimhaut austrocknen. Dann wird vor allem morgens ein Kratzen im Hals wahrgenommen.

Auch in anderen Fällen spielen Infektionen keine Rolle. Dann sind Halsschmerzen vielleicht das Ergebnis einer Überbeanspruchung. So kann Schreien oder Singen bei einem Rockkonzert einen schmerzenden, heiseren Hals hinterlassen.

Halskratzen als Zeichen weiterer Krankheiten

In manchen Fällen zeugt ein entzündeter Hals auch von anderen, mitunter schwerwiegenderen Erkrankungen, wie zum Beispiel:

  • Entzündeter Rachen infolge von: Pfeiffersches Drüsenfieber, Mumps, Scharlach
  • Halsmuskelverspannungen
  • Speicheldrüseninfektion
  • Entzündungen im Mundraum (Zähne und Zahnhalteapparat)
  • Säurereflux: Aufsteigende Säure aus dem Magen kann den Rachenbereich reizen.
  • Eine chronische Sinusitis: Läuft das eitrige Sekret aus den Nebenhöhlen den Rachen runter, könnte sich auch hier eine Entzündung festsetzen.
  • Auch bei Heuschnupfen wird viel Schleim produziert, der im Rachen zu Entzündungen führen kann.

Hausmittel gegen Halskratzen

Schal umlegen und Tee trinken: Wem der Rachen kratzt, der wendet oft instinktiv Hausmittel gegen Halsschmerzen an. Wärme (von innen und außen) fördert die Durchblutung und lindert die Schmerzen. Noch besser als der Schal ist ein warmer Halswickel. Legen Sie ein lauwarmes feuchtes Tuch mit etwas ausgedrückter Zwiebel in ein trockenes Tuch. Dann den Halswickel umlegen.

Trinken ist wichtig, um die ausgetrockneten Schleimhäute wieder zu befeuchten und Krankheitserreger auszuschwemmen. Kühlende Getränke oder Speiseeis werden von vielen Patienten als angenehm und schmerzlindernd empfunden. Aber die Wirkung hält nur kurz an. Heilender sind warme Flüssigkeiten. Milch mit Honig kann eine echte Wohltat für den gereizten Rachen sein. Salbeitee (auch zum Gurgeln) und Salbeibonbons wirken entzündungshemmend.

Auch um die Schmerzen zu begrenzen, empfiehlt es sich, für ein paar Tage auf Suppen, Joghurt und Brei zu setzen. Streichen Sie alles, was im Rachen reiben und die Schleimhäute noch mehr reizen könnte, vom Speiseplan.

Schon vorbeugend sind ausreichende Luftfeuchtigkeit und regelmäßiges Lüften in der Wohnung wichtig. Trockene Heizungsluft ist nicht selten Auslöser von Halskratzen, besonders morgens.

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Halsschmerzen können sehr unangenehm sein. (c) Racle Fotodesign / Adobe Stock

Behandlung mit Medikamenten

Wer sehr unter den Schmerzen im Hals leidet, kann auf schmerzstillende Medikamente aus der Apotheke zurückgreifen. Diese enthalten meist die Wirkstoffe Ibuprofen oder Paracetamol. Eine vom Arzt verordnete Therapie ist selten notwendig. Wenn es aber zu einer bakteriellen Zusatzinfektion gekommen ist, werden Antibiotika verschrieben.

Spezielle Lutschtabletten, Gurgellösungen und Sprays haben eine desinfizierende und leicht betäubende Wirkung. Das kann die Schmerzen für eine gewisse Zeit stillen. Angenehmer Nebeneffekt beim Lutschen: Die Schleimhäute bleiben feucht.

FAQ zu rauem Rachen & Halsschmerzen

Rauer Hals – was tun?

Da ein rauer Hals meist harmlose Ursachen hat, helfen Hausmittel. Warme Halswickel, warme Getränke und Suppen lindern die Beschwerden. Tees mit Ingwer, Kamille oder Salbei wirken entzündungshemmend und abschwellend.

Woher kommen Halsschmerzen?

Halsschmerzen sind meist eine Folge von Entzündungen der Schleimhäute im Rachen. Viren oder Bakterien führen dort zu einer Reizung und kleinen Wunden.

Wie entsteht das Kratzen im Hals?

Das typische Kratzen im Hals kann zwei Ursachen haben. Einmal ist es Anzeichen einer Austrocknung der Schleimhäute. Zweiter häufiger Auslöser sind Entzündungen durch Viren oder Bakterien.

Was beruhigt den Hals?

Wärme und Feuchtigkeit wirken beruhigend auf den Hals. Abschwellende und entzündungshemmende Hausmittel wie Salbei, Kamille oder Ingwer lindern Halsschmerzen ebenfalls. Gurgellösungen helfen ebenfalls.

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