Hautpilz erkennen und behandeln

Hautpilz erkennen und behandeln

Kopf, Füße, Rücken - fast jede Körperregion ist einem Hautpilz recht. Das können Sie gegen ihn tun: ...
Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hautpilz überhaupt

Pilze sind lebendige Organismen, die sich mit Pflanzen vergleichen lassen. Nicht nur die bekannten Speisepilze oder die unbeliebten Schimmelpilze zählen zu dieser Spezies. Es gibt eben auch andere Pilzarten wie Fadenpilze, die den Menschen befallen können. Dazu zählen die Hautpilze. In medizinischer Hinsicht spricht man von einer „Mykose“ oder „Tinea“ – einer Pilzerkrankung.

Pilze, die die Haut befallen, sind nur selten Schimmelpilze. Hautpilze heißen Dermatophyten und gehören größtenteils zur Familie der Fadenpilze (Trichophyten). Wie alle Lebewesen müssen auch sie sich ernähren. Ihre Lebensgrundlage beim Menschen ist Keratin. Aus diesem Baustein bestehen Zehen- und Fingernägel –, aber auch die Zellen der obersten Hautpartien. Besonders anfällig sind alle Körperregionen, wo Hautfalten oder -spalten auftreten – zum Beispiel die Zehenzwischenräume, Zehennägel oder die Leistengegend. Hefepilze wie Candida albicans haben es besonders auf unsere Schleimhäute in Mund, Darm oder Vagina abgesehen.

Hautpilz erkennen

Symptome wie Schmerzen oder Juckreiz verursachen die Organismen (außer Hefepilze) selten – darum bleiben sie auch lange unentdeckt. Eine Infektion der Hautpartien durch die Erreger zeigt sich früher oder später durch eine optische Veränderung der Haut. Rötungen der oberen Hautschichten gehören zu den häufigsten Symptomen einer Pilzerkrankung.

Bei uns finden Sie eine Bilder-Übersicht zu den häufigsten Symptomen von Hautpilz-Infektionen.

Generell gilt: Wenn der Verdacht auf eine durch einen Pilz befallene Haut besteht, sollte schnellstmöglich ein Arzt aufgesucht werden.

Hautpilz-Bilder: Wie sieht Hautpilz aus?

Ringflechte (Tinea corporis)

Hautpilz-Bild (Ringelflechte): Kreisförmige, gerötete Pustel auf der Hautpartie.
(c) rodrigobellizzi / Fotolia

Eine Ringelflechte kann fast überall am Körper vorkommen, besonders aber an Rumpf, Armen und Beinen. Symptome sind kreisförmige, gerötete Pusteln, die manchmal jucken können. Gerade bei Kindern ist meist der Kontakt mit Tieren die Ursache für diesen Hautpilz.

Scherpilzflechte (Tinea capitis)

Hautpilz-Bild (Scherpilzflechte): Gerötete, von Schuppen bedeckte Haut unter den Kopfhaaren.
(c) Milan Lipowski / Fotolia

Eine Scherpilzflechte tritt an der Kopfhaut auf und ähnelt einer Schuppenflechte. Vor allem Kinder sind von dieser Hautpilz-Art betroffen, der stellenweise zu Haarausfall führen kann. Bei Männern kann er zudem im Bereich der Barthaare siedeln.

Leistenflechte (Tinea inguinalis)

Hautpilz-Bild (Leistenflechte): Leicht behaarte Haut mit vielen rundlichen, geröteten Stellen.
(c) fotograv / iStock

Von dieser Pilzerkrankung sind oft Sportler betroffen. Zu eng anliegende und luftundurchlässige Sportkleidung sorgt für ein Klima, das die Pilze lieben. Die Folge: Rötungen und Juckreiz in der Leistengegend. Bei Männern kann sich dieser Hautpilz auch den Hodensack befallen.

Indische Wäscherflechte (Tinea cruris)

Hautpilz-Bild (Indische Wäscherflechte): Arm, auf dem einige stark gerötete kleine Bläschen zu sehen sind.
(c) ArTo / Fotolia

Bei dieser Form zählen Wade und Schienbein zu den betroffenen Bereichen.
Ursache ist häufig ein Fußpilz, der sich auf Hautstellen am Unterschenkel ausbreitet. Ein erhöhtes Risiko besteht, wenn durch das Rasieren der Beine kleine Schnittverletzungen entstanden sind. Dann kann der Pilz leicht auf diese entzündeten Stellen übergehen und zeigt sich als blaurötliche Pünktchen.

Kleieflechte (Pityriasis versicolor)

Hautpilz-Bild (Kleieflechte): Ausschnitt einer Schulter, auf deren Haut viele helle Verfärbungen zu sehen sind.
(c) buraratn_100 / Fotolia

Der Hautpilz Malassezia furfur siedelt bei nahezu 100 Prozent der Menschen. Dieser Hefepilz gehört zur normalen Hautflora. Im Sommer kann er sich jedoch am Oberkörper (Brust, Schultern oder Rücken) durch weißliche Flecken (Maculae) bemerkbar machen. Kratzt man an den betroffenen Stellen, lösen sich feine Schuppen, deren Aussehen an Getreidekleie erinnert.
Juckreiz oder Schmerzen verursacht der Hautpilz nicht. Nach einer erfolgreichen Behandlung können noch einige Monate vergehen, ehe die Haut keine Pigmentstörungen mehr aufweist.

Fußpilz (Tinea pedis)

Hautpilz-Bild (Fußpilz): Schuppige, verquollene und gerötete Zehen.
(c) russaquarius / iStock

Fußpilz befällt wie der Name sagt in den meisten Fällen die Füße. Er ist eine der häufigsten Pilzinfektionen und kann sich von Zehenzwischenräumen leicht auf die Fußsohle und das -gewölbe ausbreiten. Von diesen Pilzsporen befallene Haut entwickelt Rötungen und sieht schuppig oder verquollen aus. Häufig bilden sich kleine Risse, über die Bakterien eindringen können. Umso wichtiger sind daher das Aufsuchen eines Arztes und eine schnelle Behandlung durch Antimykotika.

Nagelpilz (Tinea unuium)

Hautpilz-Bild (Nagelpilz): Großer Zeh, bei dem der Nagel gelblich verfärbt und brüchig ist.
(c) toscana /Fotolia

Nagelpilz kann durch mehrere Erreger verursacht werden. Meistens sind es jedoch Dermatophyten, welche den Nagel angreifen. Wird der betroffene Nagel nicht behandelt, kann er abfallen. Von Pilzsporen befallene Nägel verursachen in der Regel zunächst keine Schmerzen. Nagelpilz lässt sich meistens jedoch schon früh erkennen. Der befallene Nagel verfärbt sich gelblich bis bräunlich. Seine Oberfläche wird fleckig und die Substanz des Nagels ist verdickt und brüchig.

> So können Sie Nagelpilz behandeln

Mundpilz (Candidose)

Candida albicans kann auch im Mundraum siedeln.
(c) Alessandro Grandini / Fotolia

Der Hefepilz Candida albicans liebt feuchtes Milieu und hat es daher besonders auf unsere Schleimhäute abgesehen. Die Ursache für diesen Hautpilz ist unter anderem ein schwaches Immunsystem. Im Mundraum ist er leicht als weißer, teils juckender Belag zu erkennen.
Candida albicans siedelt auch im Magen-Darm-Bereich und in der weiblichen Vagina.

> Scheidenpilz behandeln und vorbeugen

Handpilz (Tinea manuum)

Handpilz wird ebenfalls durch die Infektion mit Fadenpilzen ausgelöst. Die Symptome sind ähnlich wie beim Fußpilz. Es bilden sich schnell einreißende Bläschen, um die schuppigen Rötungen entstehen können. In den meisten Fällen befällt Handpilz zunächst nur eine Hand. Die Pilzsporen können sich jedoch auf die andere Hand ausbreiten.

Wer ist von Hautpilz betroffen?

Hautpilz ist für viele Deutsche ein ständiger Begleiter. Etwa ein Drittel bis ein Viertel aller Erwachsenen ist von einer Pilzinfektion betroffen – häufig, ohne dass sie es wissen. Viele Hautpilz-Arten entwickeln sich lange im Verborgenen. Sie infizieren Stellen, die wir selten bewusst betrachten (wie Rücken oder Kopfhaut) oder die sich ganz unserer Beobachtung entziehen. Sie können sogar die Schleimhäute befallen.

Schwerwiegende Folgen hat die Infektion nur in Einzelfällen. Dennoch ist sie eine ernst zu nehmende Erkrankung, die in die Hände eines Experten – konkret: eines Dermatologen – gehört. Denn unbehandelt kann sie sich bis ins Blut ausbreiten und innere Organe befallen (systemische Mykose). Da Hautpilz außerdem ansteckend ist, sollten die Symptome auch aus Rücksicht auf die Mitmenschen ernstgenommen werden.

Die Diagnose beim Arzt

Vielen Dermatologen genügt die Sichtdiagnose. Das heißt, sie erkennen den Hautpilz mit bloßem Auge anhand seiner äußerlichen Symptome. Genauer ist die Untersuchung einer Probe von Hautschüppchen unter dem Mikroskop mit einer Wood-Licht-Lampe. Dadurch kann der Pilz eindeutig nachgewiesen werden. In manchen Fällen sorgt eine Pilzkultur, die auf der Basis einer Hautprobe angelegt wurde, für letzte Klarheit.

Die Behandlung von Hautpilz

Ist die genaue Art des Pilzes bestimmt, wird der Arzt ein passendes Medikament (Antimykotikum) verschreiben. Das ist meist eine Salbe oder ein Gel zur äußerlichen Anwendung, die oft in Form einer mehrtägigen Kur erfolgt. Nur in sehr schweren Fällen ist neben dieser lokalen Therapie eine innerliche Behandlung durch Tabletten notwendig (systemische Therapie).

Wirkstoffe, die die Erreger bekämpfen, sind unter anderem:

  • Imidazole
  • Bifonazol
  • Zinkpyrithion
  • Selendisulfid

Wichtig: Die Medikamente müssen unbedingt gemäß Gebrauchsanweisung und bis zum Ende der Packung angewandt werden. Auch wenn keine Symptome mehr zu erkennen sind. Ansonsten ist die Rückfallquote sehr hoch. Dann haben Pilzfäden in tieferen Hautschichten überlebt und sich nach (zu frühem) Ende der Behandlung wieder vermehrt.

Hautpilz 17

Eine Therapie mit Hausmitteln wie einer einfachen Salbe kann eine medizinische Behandlung nicht ersetzen. Sie kann aber ergänzend dazu angewandt werden. So können etwa ätherische Öle aus Zitrone oder Cajeput auf das betroffene Hautareal aufgetragen werden. Sie dürfen allerdings nicht unverdünnt verwendet, sondern sollten vorher mit einem Trägeröl (zum Beispiel Jojobaöl) vermischt werden. Ein weiteres beliebtes Hausmittel ist Essig, welches die betroffenen Hautstellen jedoch stark reizen kann – Finger weg davon.

Übrigens: Wer sich mit einem Hautpilz infiziert hat, kann diesen auch auf behaarte Haustiere übertragen. Deswegen sollte bei einem Verdacht von einem Tierarzt festgestellt werden, ob sich das Haustier ebenfalls angesteckt hat.

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(Neu)Infektionen verhindern

Eine Pilzinfektion ist ansteckend. Pilz und Sporen können lange in Kleidung oder Gegenständen überleben und so weitere Menschen befallen. Dennoch ist die Gefahr, sich über andere Menschen anzustecken, nicht übergroß. Nur geschwächte Hautpartien oder Nägel stellen Eintrittstore in den Körper dar, etwa bei:

  • kleinen Hautverletzungen
  • einem dauerhaft oder wiederholt feucht-warmes Milieu (Schweißfüße, Schuhe aus Kunststoff)
  • inneren Erkrankungen (wie Diabetes)
  • einem geschwächten Immunsystem (etwa nach einer Chemotherapie)
  • älteren Menschen
  • Durchblutungsstörungen
  • Vitaminmangel 
  • Antibiotika

Mit diesen Tipps lässt sich eine Erstinfektion oder erneute Infektion vorbeugen:

  • Täglich mit einem milden Reinigungsprodukt waschen – vor allem Füße, Leiste und Achseln. Anschließend die Haut sorgfältig trocknen – vor allem Hautfalten und Zehenzwischenräume.
  • Eigene Handtücher benutzen und nie ausleihen.
  • Für das Abtrocknen der Füße ein Extra-Handtuch verwenden.
  • Handtücher, Unterwäsche und Strümpfe regelmäßig bei 60 Grad Celsius waschen, um die Sporen der Trichophyten abzutöten.
  • Schuhe aus atmungsaktivem Material (Stoff, Leder) bevorzugen.
  • Schuhe täglich wechseln und immer gut austrocknen lassen.

Dennoch ist eine Neuinfektion möglich – eine Immunisierung gibt es nämlich nicht.

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Hautpilz – kein Tabuthema

Wer unter einer Pilzinfektion leidet, sollte daraus kein Tabuthema machen. Da Hautpilz ansteckend ist, sollten die Mitmenschen darüber informiert werden. Die Erkrankung ist kein Anzeichen von mangelnder Hygiene. Im Gegenteil: Oft bereitet zu häufiges Waschen dem Pilz erst den Weg, weil es die Haut schwächt. Gleiches gilt für Waschlotionen mit desinfizierenden Zusätzen.

Besser: Die Haut regelmäßig, aber mild reinigen, und anschließend mit einer Creme oder Lotion pflegen. Das hält sie geschmeidig und stärkt ihre Widerstandskraft gegen Pilze.

FAQ zum Erkennen von Hautpilz

Was hilft gegen Hautpilz?

Behandelt wird Pilzbefall mit speziellen Antimykotika. Hausmittel können die Prozedur unterstützen, ersetzen jedoch kein professionelles Verfahren zur Entfernung der Pilzsporen. Wenden sie sich bezüglich Fragen zur Behandlung von Hautpilz jedoch unbedingt an einen Arzt oder Apotheker.

Wie erkennt man Hautpilz?

Typische Anzeichen von Hautpilz sind Rötungen, die Bildung von rissigen Bläschen auf der Haut und Juckreiz. In manchen Fällen gehört auch die Bildung von Schuppen zu den Symptomen. Wenn bei Ihnen der Verdacht auf Pilzbefall besteht, wenden sie sich unbedingt an einen Arzt.

Warum bekommt man Hautpilz?

Menschen sind ständig den Hautpilz verursachenden Fadenpilzen (Dermatophyten) ausgesetzt.
Bei einem geschwächten Immunsystem oder anderen belastenden Faktoren können diese sich übermäßig vermehren und es kommt zu Pilzbefall.
Besonders Hautfalten können Hautpilzen einen guten Nährboden bieten.

Wann ist ein Hautpilz abgeheilt?

Pilzbefall der Haut sollte durch Antimykotika behandelt werden. Die Heilungszeit beträgt meistens zwei bis drei Wochen. Auch wenn die Symptome verschwunden sind, sollte das Medikament weiter nach Empfehlung eingenommen werden. Wenden sie sich bezüglich Fragen zur Behandlung an einen Arzt.

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