Hallux valgus – Wenn die Fehlstellung zu Fußschmerzen führt
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Hallux valgus – Wenn die Fehlstellung zu Fußschmerzen führt

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Eine Frau hält sich ihren schmerzenden Fuß
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Beim Hallux valgus, auch Schief- oder Ballenzeh, handelt es sich um eine Fehlstellung des Großzehengrundgelenks. Erkennbar ist er an der typischen Neigung nach außen in Richtung der anderen Zehen. Insgesamt sind etwa 10 Millionen Deutsche betroffen – und hier vor allem Frauen. Gleichzeitig lässt sich feststellen, dass die Anzahl an vom Hallux valgus betroffenen Personen mit fortschreitendem Alter zunimmt, sodass der Hallux valgus ab dem 65. Lebensjahr bei mehr als einem Drittel aller Menschen präsent ist. In den meisten Fällen tritt die Fehlstellung an beiden Füßen auf und wird nicht selten von Schmerzen begleitet.

Ursachen für die Entstehung des Hallux valgus

Es werden verschiedene Gründe dafür angeführt, weshalb sich ein Hallux valgus entwickelt. Heute gehen wir davon aus, dass die Entstehung multifaktoriell ist, also nicht eine einzige Ursache, sondern ein Gesamt an begünstigenden Faktoren zusammenwirkt und zur Herausbildung der Fehlstellung beiträgt. Auf der einen Seite existieren bestimmte körperlich-genetische Ursachen, die als Risikofaktoren angesehen werden: Hierzu zählen eine genetische Prädisposition, das weibliche Geschlecht, damit verbunden ein besonders weiches oder schwaches Bindegewebe und ein hohes Maß an Beweglichkeit sowie bereits bestehende Fußfehlstellungen, wie z. B. ein Plattfuß oder ein Knick-Senk-Spreizfuß, aber auch arthritische Vorerkrankungen.

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Daneben konnten diverse Einflussgrößen für die Entstehung der Hallux-valgus-Deformität identifiziert werden, die in wiederkehrenden Verhaltensweisen und dem übergeordneten Lebensstil der betroffenen Personen bestehen. Zu den wichtigsten Einflussfaktoren gehören:

  • zu wenig Bewegung
  • seltenes bis kein Barfußlaufen
  • zu schwach ausgeprägte Fußmuskulatur und einem nicht vollständig funktionalen Bänder- und Sehnenapparat 
  • zu kleine Schuhe
  • Schuhe, die zu schmal bzw. zu eng sind – insbesondere im Bereich des Vorderfußes
  • zu hohe Absätze
  • zu feste und zu enge Socken

Expertentipp

Prüfen Sie, ob Ihre aktuellen Schuhe über eine ausreichend große Zehenbox verfügen. Sie benötigen etwa einen Zentimeter Platz vor Ihren Zehen zum korrekten Abrollen, zudem dürfen Ihre Zehen nicht zusammengequetscht werden. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Ihre Schuhe die genannten Anforderungen erfüllen oder feststellen, dass sie Ihnen nicht genügend Bewegungsfreiheit bieten, können Sie sich zur Vermessung Ihrer Füße an einen Podologen wenden.
Für Schuhe, die den hohen Ansprüchen im Hinblick auf Ihre Fußgesundheit genügen und gleichzeitig elegant sind, empfiehlt es sich ausdrücklich, einen Experten des Fachgebiets zu konsultieren, beispielsweise einen Spezialisten für moderne Hallux-valgus-konforme Schuhe mit einem umfangreichen Beratungsspektrum.

Konventionelle Maßnahmen gegen einen Hallux valgus

Ergebnisse breit angelegter Untersuchungen zeigen deutlich, dass die Prävalenz des Hallux valgus über die Jahre hinweg zugenommen hat: So ist die Fußfehlstellung für Zeiten prämoderner Schuhe kaum bezeugt. Erst in der Neuzeit kommt es zu einer stärkeren Ausbildung des Phänomens, die ihren Gipfel in der Gegenwart erreicht.

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Was können und sollen wir daraus lernen?

Diese Daten lehren uns, dass eine bloße Veranlagung zum Hallux valgus nicht ausreicht, um die heute vorliegende Häufigkeit zu erklären. Denn die Ausprägungen von Genetik und Geschlecht waren früher keine anderen als heute. Was sich im Laufe der Zeit hingegen erheblich verändert hat, sind unsere Gewohnheiten. Gemäß Orthopädie und Physiotherapie bestehen eine wirksame Vorbeugung wie auch Therapie daher in der Beseitigung der Umstände und Verhaltensweisen, die den Hallux valgus entstehen lassen (haben). Eine gute Nachricht! Denn sie vermittelt uns, dass wir unserer Genetik nicht hilflos ausgeliefert sind, sondern aktiv werden und selbst die Verantwortung für unsere (Fuß-)Gesundheit übernehmen können.

Eine Person trainiert mit einem Massageball ihren Fuß
Gezielte Übungen und das passende Schuhwerk können einen Ballenzeh vorbeugen und Schmerzen lindern. (c) Leart / Adobe Stock

Wir sollten es uns demnach zum Ziel setzen, uns wieder mehr zu bewegen, Sport zu treiben – und dabei auch unseren Füßen die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die sie verdienen. Das schließt sowohl Barfußlaufen als auch Dehnen, Gymnastik und eine Kräftigung der Fuß- und Zehenmuskulatur mit ein. Doch vor allem ist es an der Zeit, uns einzugestehen, dass unsere Füße nicht minder anspruchsvoll sind als der Rest unseres Körpers. Deshalb sollten wir speziell beim Schuhwerk von nun an gezielt auf Qualität setzen.

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