Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung infolge eines traumatischen Erlebnisses. Wir klären über die Krankheit auf.
Inhaltsverzeichnis
Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bringt man häufig mit Kriegs- oder Missbrauchsopfern in Verbindung. Die psychische Erkrankung kann aber auch andere Menschen treffen. Wie der Name schon sagt, tritt die PTBS infolge eines traumatischen Erlebnisses auf. Wer unter einer PTBS leidet, den lassen häufig die Bilder des Erlebten einfach nicht mehr los und tauchen immer wieder in Träumen und Flashbacks auf. Lesen Sie hier, woran man eine Posttraumatische Belastungsstörung erkennt, wie sie entsteht und wie man mit ihr umgeht.
PTBS-Definition: Wann spricht man von einer Posttraumatischen Belastungsstörung?
Die Posttraumatische Belastungsstörung ist eine psychische Erkrankung, die als Folge eines traumatischen Ereignisses entsteht. Nach der aktuellen S3-Leitlinie Posttraumatische Belastungsstörung (AWMF-Register Nr. 155-001, federführend die Deutschsprachige Gesellschaft für Psychotraumatologie) sind drei Anzeichen typisch:
Wiedererleben des Ereignisses – etwa durch sich aufdrängende Bilder, Albträume oder Flashbacks
Vermeidung von Gedanken, Orten, Situationen oder Personen, die an das Trauma erinnern
Gefühl anhaltender Bedrohung – zum Beispiel ständige Wachsamkeit und starke Schreckhaftigkeit
Entscheidend ist außerdem die Dauer der Beschwerden: Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (gesundheitsinformation.de) wird die Diagnose PTBS erst gestellt, wenn die Symptome länger als vier Wochen anhalten. Beschwerden unmittelbar nach dem Ereignis gelten zunächst als akute Belastungsreaktion und klingen bei vielen Menschen von selbst wieder ab. Möglich ist auch ein verzögerter Beginn: Manche Betroffene entwickeln erst Jahre nach dem Erlebnis eine PTBS. Wie häufig ist eine PTBS? In Deutschland erkranken laut IQWiG etwa 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens mindestens einmal an einer Posttraumatischen Belastungsstörung. Das Risiko hängt stark von der Art des Traumas ab – eine PTBS entwickeln demnach ungefähr:
50 Prozent der Kriegs-, Vergewaltigungs- und Folteropfer
25 Prozent der Opfer von Gewaltverbrechen
20 Prozent der Soldatinnen und Soldaten nach Kampfeinsätzen
10 Prozent der Menschen nach einem schweren Verkehrsunfall oder einer lebensbedrohlichen Erkrankung
Komplexe PTBS: Nach schweren und wiederholten Traumatisierungen (etwa langjährigem Missbrauch) kann sich eine komplexe Posttraumatische Belastungsstörung (kPTBS) entwickeln. Zusätzlich zu den drei Kernsymptomen leiden Betroffene laut Leitlinie unter Problemen im Umgang mit Gefühlen, einem negativen Selbstbild (Schuld- und Schamgefühle, Wertlosigkeit) und Schwierigkeiten in Beziehungen.
Wie kann ein Trauma entstehen?
Ein Trauma kann durch eine sehr belastende und extreme Situation entstehen, die der Betroffene entweder selbst erlebt oder aber als Zeuge miterlebt hat. Dabei kann eine Unterscheidung in zwei Typen von Traumata vorgenommen werden:
Ein kurzes und einmaliges Trauma, wie z.B. ein Autounfall, eine Naturkatastrophe, gewalttätige Angriffe auf die eigene Person oder Terroranschläge.
Ein Trauma, das länger andauert oder sich wiederholt. Dazu gehören beispielsweise sexueller Missbrauch über eine längere Zeit, Flucht, Geiselhaft und Kriegserfahrungen.
Was als belastende und extreme Situation empfunden wird, kann jedoch sehr individuell sein. Der Verlust eines sehr geliebten Menschen kann deshalb ebenfalls zu einem Trauma führen. Genauso kann bei einem Kind ein Trauma entstehen, wenn es plötzlich von seiner Mutter über längere Zeit getrennt wird, weil diese beispielsweise in ein Krankenhaus muss. Ebenfalls können eine schwierige Kindheit und mangelnde Unterstützung aus dem sozialen Umfeld eine PTBS fördern. > PA-Syndrom: Die Eltern-Kind-Entfremdung
Was sind die Symptome?
In der Regel zeigen sich die Symptome nach einigen Wochen bis hin zu Monaten nach dem traumatischen Ereignis. Bei einer akuten Belastungsreaktion können die Symptome jedoch bereits kurz nach dem Ereignis auftreten. Hauptsymptom einer Posttraumatischen Belastungsstörung sind die wiederkehrenden Bilder des Ereignisses. Diese können sich in Form von Flashbacks (engl. für „Rückblende“) und Albträumen ausdrücken. Die Erinnerungen können auch durch bestimmte alltägliche Situationen oder äußere Reize, wie z.B. Gerüche oder laute Geräusche, zurückkehren. Allerdings erinnern sich die Betroffenen nicht immer komplett an das Geschehene. Es können Erinnerungslücken auftreten.
Weitere Symptome sind unter anderem:
Schlafstörungen
Emotionale Stumpfheit und Teilnahmslosigkeit
Konzentrationsstörungen
Angstzustände
Schreckhaftigkeit und Reizbarkeit
Schwere Schuld- und Schamgefühle
Auch körperliche Symptome, wie Herz-Kreislaufprobleme oder Bluthochdruck sind bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung möglich. Eine Posttraumatische Belastungsstörung kann behandelt werden. (c) StockPhotoPro/Fotolia
Diagnose einer PTBS
Erster Ansprechpartner bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung ist meistens der Hausarzt. Er überweist einen Patienten bei Verdacht auf PTBS an einen Psychotherapeuten. Der Therapeut erfragt in einem ausführlichen und behutsamen Gespräch die Krankheitsgeschichte und mögliche Auslöser für die psychischen und körperlichen Symptome. Um nicht womöglich Erinnerungen zu wecken und um Misstrauen abzubauen, erfolgen diese Gespräche in einer ruhigen und vertraulichen Atmosphäre.
Wie wird eine Posttraumatische Belastungsstörung behandelt?
Die Behandlung der Posttraumatischen Belastungsstörung sollte durch einen speziell ausgebildeten Psychotherapeuten erfolgen. Je nach Schweregrad erfolgt entweder eine stationäre oder ambulante Behandlung.
Der erste Schritt der PTBS-Therapie besteht darin, den Patienten vor weiteren Traumatisierungen zu schützen. Um das Vertrauen zwischen ihm und dem Therapeuten zu stärken, werden die nächsten Schritte gemeinsam besprochen. Anschließend geht es darum, die betroffene Person zu stabilisieren und ihr den Alltag zu erleichtern. Dabei können auch Medikamente als Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Die S3-Leitlinie stellt dabei klar: Psychologische (traumafokussierte) Therapien sind die Behandlung der Wahl und erzielen die besten Ergebnisse – Medikamente können unterstützend wirken, etwa für besseren Schlaf oder zur Stimmungsstabilisierung, ersetzen die Psychotherapie aber nicht.
Wenn der Patient stabil genug ist, wird er langsam und vorsichtig vom Therapeuten mit seinen Erlebnissen konfrontiert. Die Verarbeitung der Geschehnisse soll dem Betroffenen helfen, wieder in einen geregelten Alltag zurückzukehren. > Anpassungsstörung nach einem Verlust: Was tun?
Kann man PTSD vorbeugen?
Einer Posttraumatischen Belastungsstörung vorzubeugen ist schwierig. Situationen, die ein Trauma hervorrufen, sind selten vorhersehbar. Die wirksamste Maßnahme ist deshalb, gleich nach dem Ereignis eine therapeutische Betreuung aufzusuchen.
Grundsätzlich gibt es aber die Möglichkeit der Resilienz: die aktive Stärkung der eigenen Psyche gegen die Stürme des Lebens.
Zuletzt aktualisiert: August 2026
Amazon Empfehlungen
Posttraumatische Belastungsstörung – Vom Überleben zu neuem Leben: Ein praktisch
* Affiliate-Links. Zuletzt aktualisiert. Keine Mehrkosten für dich.
Transparenzhinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links (*) zu Amazon. Bei einem Kauf erhalten wir eine kleine Provision – für dich ohne Mehrkosten.
Erhalten Sie unseren Newsletter mit Infos und mehr!
*Mir ist bekannt, dass ich im Gegenzug für meine Teilnahme am Vitamin N Service dem Erhalt von Newslettern per E-Mail zustimme. Mit Klick auf „Jetzt kostenlos anmelden“ stimme ich zu, dass nur die NetBoosting GmbH mir Newsletter zusendet, die ich jederzeit abbestellen kann. Ich bin mit den Vertragsbestimmungen des Vitamin N-Services einverstanden.
Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung zum Gesund-Vital Newsletter war erfolgreich.