Die Haut von Menschen mit Neurodermitis braucht eine gute Pflege. Wir geben Tipps.
Inhaltsverzeichnis
Die Haut von Menschen mit Neurodermitis braucht eine gute Pflege. Die besten Tipps für die Haut rund ums Eincremen, Duschen und Baden sowie für den Alltag. Bei Menschen mit einer Neurodermitis ist die Haut trocken, rau, entzündet und kann extrem jucken. Neurodermitis ist eine der häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter. Hautärzte schätzen, dass rund zehn Prozent der Kinder in Deutschland unter einer Neurodermitis leiden. Meist zeigt sich das atopische Ekzem erstmals im Alter von drei bis vier Monaten. Mit den Jahren bessert sich die Hauterkrankung meist – Erwachsene leiden weniger häufig unter dem Neurodermitis (auch atopische Dermatitis oder endogenes Ekzem genannt). Dafür entwickeln sich dann oft Heuschnupfen oder Asthma. Mediziner sprechen von einem „Etagenwechsel“. Mit der richtigen Hautpflege können Sie die Neurodermitis im Alltag gut in Schach halten. > Leidvolle Verbindung: Asthma und Heuschnupfen
Neurodermitis – das Einmaleins der Hautpflege
Richtige Creme wählen: Nicht jede Hautcreme ist für Menschen mit Neurodermitis gleichermaßen geeignet. Als Faustformel gilt: „fett auf trocken“ und „feucht auf feucht“. Trockene Haut benötigt Fett, während entzündete, feuchte und nässende Haut Feuchtigkeit braucht. Sonst legt sich der Fettfilm über die Hautentzündungen und kurbelt sie weiter an.
Ö/W oder W/Ö? Auf vielen Cremes und Lotionen finden sich spezielle Bezeichnungen. Ö/W bedeutet Öl in Wasser und es handelt sich um eine Lotion oder Creme. Die Abkürzung W/Ö steht für Wasser in Öl; sie findet sich vor allem auf Salben. Allgemein gilt: Lotionen enthalten geringere Fettmengen, Cremes haben einen höheren Fettgehalt und am meisten Fett steckt in Salben. Zu welcher Produktgruppe Ihre Hautcreme ungefähr gehört, können Sie so feststellen: Rühren Sie das Produkt in ein Glas Leitungswasser ein. Je leichter es sich im Wasser verteilt, desto höher ist der ursprüngliche Wasseranteil und desto geringer der Fettanteil.
Neurodermitis ist sehr unangenehm. (c) Colourbox
Waschen Siesich vor dem Eincremen die Hände, damit Bakterien und andere Keime nicht in entzündete Hautstellen eindringen können.
Cremen Sie Ihre Haut mindestens ein- bis zweimal täglich ein. Wenn Ihre Creme in Töpfen verpackt ist, entnehmen Sie diese mit einem Spatel oder Löffel. Beginnen Sie mit dem Cremen am Bauch, dann folgen Arme, Beine, der Kopf und zuletzt das Gesäß.
Wenn Sie Cremes mit Kortison verwenden, waschen Sie sich zuerst die Hände, bevor Sie weitere Körperregionen eincremen.
Hautpflegeprodukte mit Harnstoff versorgen die Haut mit Feuchtigkeit und der Juckreiz wird vermindert. Tragen Sie harnstoffhaltige Cremes aber nicht auf entzündete Hautstellen auf, sonst kann es brennen.
> Acne Inversa
Tipps für den Alltag bei Neurodermitis
(c) colourboxDuschen Sie lieber warm anstatt sich lange in ein heißes Bad zu legen. Das heiße Wasser entzieht der trockenen Haut bei Neurodermitis noch mehr Feuchtigkeit. Außerdem nimmt der Juckreiz zu. Gut für Neurodermitis-Patienten sind medizinische Ölbäder (auch hier: Wasser nicht zu heiß!). (c) colourboxRubbeln Sie Ihre Haut nicht mit einem Handtuch trocken, sondern tupfen Sie das Wasser besser vorsichtig ab. Das schont die Haut bei Neurodermitis. (c) colourboxReinigen Sie Ihre Haut am besten mit einer milden Seife oder Produkten, die keine Seife enthalten. (c) StudioLaMagica / FotoliaParfümhaltige Cremes und Tinkturen sollten Sie nicht anwenden, sie reizen die Haut zusätzlich. (c) colourbox Achten Sie auf kurze Fingernägel, vor allem bei Kindern mit Neurodermitis. Dann lange Fingernägel können die Haut beim Kratzen mechanisch schädigen. Streifen Sie nachts dünne Baumwollhandschuhe über ihre Hände (oder die Ihres Kindes) – diese sind ein guter Kratzschutz. (c) colourbox Bei heftigem Juckreiz sollten Sie die juckende Hautstell klopfen, zwicken, drücken, streicheln oder reiben – dies lindert den Juckreiz und schont die Haut. Auch Kälte (Eispacks – in Handtuch wickeln!- oder kühle Umschläge) helfen gegen das Jucken. (c) colourbox Tragen Sie lockere Kleidung, damit die Haut Luft zum Atmen hat. Verzichten Sie auf raue und kratzende Materialien, die mit der Haut direkt in Kontakt kommen. Angenehmer für die Haut sind Kleider aus Baumwolle oder Seide. Und in der Kälte ist kleiden Sie sich am besten wie eine Zwiebel – in beheizten Räumen können Sie Schicht für Schicht ausziehen. So stauen sich Schweiß und Wärme nicht unter den Kleidern, was wiederum der Haut bei Neurodermitis nützt.
Trockene Haut oder Neurodermitis? So erkennen Sie den Unterschied
Trockene, raue Haut allein ist noch keine Neurodermitis – sie kann auch durch Kälte, Heizungsluft, häufiges Waschen oder ungeeignete Pflegeprodukte entstehen. Für eine Neurodermitis sprechen dagegen mehrere Merkmale zusammen:
Starker, quälender Juckreiz: Er ist das Hauptsymptom der Neurodermitis und deutlich intensiver als das leichte Spannen oder Jucken bloß trockener Haut.
Schubweiser Verlauf: Neurodermitis verläuft meist in Schüben. Phasen mit weitgehend ruhiger Haut wechseln sich mit akuten Schüben ab, in denen die Haut gerötet ist, stark juckt und sich Bläschen bilden können, die aufgehen und nässen.
Typische Körperstellen: Bei Babys zeigen sich die Ekzeme vor allem auf den Wangen sowie an den Außenseiten von Armen und Beinen, bei älteren Kindern und Erwachsenen dagegen bevorzugt in den Kniekehlen, den Ellenbeugen und im Nacken. Einfach nur trockene Haut tritt eher großflächig auf, etwa an Schienbeinen oder Unterarmen.
Familiäre Veranlagung: Das Risiko ist erhöht, wenn in der Familie bereits Neurodermitis oder andere allergische Erkrankungen bekannt sind.
Verbindung zu Allergien: Etwa 30 bis 40 Prozent der Betroffenen haben eine allergische Form der Neurodermitis (atopische Dermatitis) – sie haben häufig stärkere Beschwerden und öfter auch Heuschnupfen oder allergisches Asthma.
Wichtig: Auch wenn trockene Haut typisch für Neurodermitis ist, steht sie nicht immer im Vordergrund – in akuten Schüben können gerötete, nässende Ekzeme das Hautbild bestimmen. Wenn Juckreiz und Hautveränderungen trotz konsequenter Pflege nicht abklingen oder immer wiederkehren, sollte ein Hautarzt die Diagnose stellen (Quelle: gesundheitsinformation.de, IQWiG). Quellen:
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V., www.daab.de
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