Lebensmittelfarben natürlich herstellen

Lebensmittelfarben natürlich herstellen

Wir erklären, wie Sie die bunten Farben herstellen können und was Sie dabei beachten sollten.
Inhaltsverzeichnis

Lebensmittelfarben selbst zusammen mischen, zum Beispiel um Eier zu färben, geht ganz einfach. Wir erklären, wie Sie die bunten Farben herstellen, was Sie dabei beachten sollten und welche Vorteile die Farben mit sich bringen.

Grün, rot, blau, gelb oder auch braun – Lebensmittelfarben gibt es in vielen Variationen. Vor allem Kinder, aber auch Erwachsene sind von buntem Essen begeistert. Doch immer wieder heißt es, dass chemisch hergestellte Farbe Nebenwirkungen haben könnte. Vor allem die enthaltenen Azo-Farbstoffe stehen im Verdacht Hautreizungen auszulösen und Hyperaktivität bei Kindern zu fördern. Zum Glück gibt es aber eine Alternative zu den kleinen Tuben und Fläschchen aus dem Supermarkt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie Lebensmittelfarben ganz natürlich herstellen können.

Lebensmittelfarben als Pulver oder in flüssiger Form

Es gibt verschiedene Arten von Lebensmittelfarben. Es kann mit flüssigen Farben oder mit Pulvern gearbeitet werden. Der Vorteil des Pulvers: Es ist länger haltbar. Flüssige Lebensmittelfarbe sollte dagegen immer möglichst bald nach der Herstellung verarbeitet werden. Sie löst sich besonders gut in flüssigen Substanzen (zum Beispiel Smoothies, Säften oder Soßen) auf.

Beide Formen eignen sich für verschiedene Gerichte. Je nachdem, ob Sie eine deftige oder süßes Speise zubereiten, sollten Sie aber darauf achten, dass Sie auch ein dazu passendes Färbemittel wählen. Die natürlichen Farben sind in der Regel geschmacksintensiver als die Varianten aus dem Supermarkt.

Welche Zutaten für welche Farben?

Für rote Farbe: Rote Bete und Beeren

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Wenn deftigen Gerichten oder Ostereiern eine rote Farbe verliehen werden soll, können Sie mit Rote-Bete-Saft arbeiten. Diesen gibt es in fertiger Form zu kaufen. Geben Sie ein wenig Saft zum Beispiel direkt in eine Soße. Rote Beete passt gut zu Fleischgerichten.

Rote Lebensmittelfarbe können Sie auch aus roten Beeren wie Erdbeeren, Johannisbeeren oder Himbeeren gewinnen. Dafür waschen Sie die Beeren gründlich und lassen diese dann in einem Topf, ähnlich wie bei der Marmeladenherstellung, einkochen. Streichen Sie den Brei anschließend durch ein Sieb, um die Kerne zu entfernen. Wenn Ihnen das zu aufwendig ist, können Sie die Beeren auch roh pürieren und den daraus gewonnenen Brei verwenden. Die süßlich schmeckende Farbe passt gut in Plätzchen und Kuchen, aber auch zu Quark– und Sahnespeisen.

Für gelbe Farbe: Safran und Kurkuma

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Herzhaften Gerichten kann Kurkuma oder Safran eine gelbe Farbe verleihen. Beide Gewürze gibt es im gutsortierten Supermarkt zu kaufen. Safran ist sehr teuer, daher sollten Sie ihn in kleinen Mengen verwenden. Kurkuma ist für süße und herzhafte Speisen geeignet. Sie können zum Beispiel eine Messerspitze des Pulvers unter Zuckerguss mischen, damit dieser eine gelbe Farbe erhält.

Für grüne Farbe: Spinat und Matcha-Tee

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Flüssige, grüne Lebensmittelfarbe können Sie aus Spinat herstellen. Dafür geben Sie eine Handvoll frischen Spinat in den Mixer und lassen ihn klein Hacken. Geben Sie die Blätter anschließend mit etwas Wasser in einen Topf. Lassen Sie das Ganze kurz aufkochen und sieben Sie dann den an der Oberfläche gebildeten, grünen Film ab. Dieser kann zum Beispiel in Nudelteig gegeben werden und sorgt für eine schöne, grüne Färbung.

Matcha-Tee hat eine kräftige grüne Farbe und ist daher zum Färben von Lebensmitteln gut geeignet. Das Pulver gibt es zum Beispiel in Drogeriemärkten zu kaufen. Sie können es direkt in die jeweilige Speise geben. Matcha-Tee ist im Geschmack relativ herb. Deshalb sollten Sie bei der Dosierung mit kleinen Mengen arbeiten.

Für orange Farbe: Karottensaft und Paprikapulver

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Flüssige Lebensmittelfarbe kann aus Karottensaft hergestellt werden. Sie können diesen selbst pressen oder aber auch fertig kaufen. Der gewonnene Saft kann wie das Spinatextrakt verwendet werden und verleiht eine orange Farbe. Um herzhafte Gerichte oder Ostereier orange zu färben, können Sie auf Paprikapulver zurückgreifen. Dieses gibt es überall zu kaufen. Wie bereits bei anderen Gewürzen erwähnt, sollten Sie auch hier bei der Dosierung aufpassen, damit der Geschmack nicht zu sehr verfälscht wird. Sie können aber auch ein extra mildes Pulver kaufen, dieses besitzt einen geringeren Eigengeschmack.

Für blaue Farbe: Heidelbeeren und Rotkohl

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Um eine blaue Farbe herzustellen können Sie Johannisbeeren oder Heidelbeeren verwenden. Kochen Sie diese, wie die Beeren der roten Farbe, ein. Sieben Sie dann die Kerne ab. Alternativ, wenn Sie sich an den Kernen nicht stören, können Sie die Beeren auch roh pürieren. Die Lebensmittelfarbe passt gut zu Kuchen und anderem Gebäck.

Kochen Sie Blätter des Rotkohls ebenfalls und geben Sie diese anschließend in den Mixer, um sie klein zu pürieren. Der daraus gewonnene, blaue Saft kann für Soßen oder Gebäck verwendet werden.

Für braune Farbe: Kakaopulver

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Für einen braunen Farbton können Sie mit Kakaopulver arbeiten. Dieses gibt es günstig in jedem Supermarkt zu kaufen. Klassisch wird Kakaopulver zum Beispiel beim Backen von Marmorkuchen oder Schwarz-Weiß-Gebäck verwendet. Kakaopulver kann aber auch für herzhafte Speisen genutzt werden. In Soße gemischt passt es besonders gut zu Wild- oder Geflügelgerichten.

Für schwarze Farbe: Aktivkohle

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Wenn Sie möchten, können Sie Lebensmittel auch schwarz färben. Dafür brauchen Sie Aktivkohle. Diese können Sie in Pulverform in Apotheken kaufen. Mit dem Pulver können zum Beispiel Nudeln oder einen Kuchen dunkel färben. Geben Sie dafür einfach eine Messerspitze des Pulvers direkt in den Teig und vermischen Sie dieses gut.



Tipps und Tricks bei der Herstellung

Bei zu dunkler Farbe können Sie etwas Natron dazu geben, dieses hellt die Farbe auf. Wer schon einmal mit künstlicher Lebensmittelfarbe gearbeitet hat, weiß, dass man von den Farben nur wenige Tropfen braucht. Bei natürlichen Farben ist das anders. Meist ist eine etwas größere Menge notwendig, um die Nahrungsmittel richtig einzufärben, beziehungsweise entsteht oft nur eine leichte Färbung.

So färben Sie Ostereier:

  1. Kochen Sie die jeweilige Zutat (zum Beispiel Rotkohl oder Spinat) so lange in 500 ml Wasser bis der Sud die gewünschte Farbe erreicht hat. Für eine besondere Farbintensität fügen Sie dem fertigen Sud 2 TL Essig hinzu.
  2. Egal, ob Sie ausgeblasene oder hart gekochte Eier verwenden, vor dem Färben sollten Sie die Eierschale mit etwas Essig abreiben.
  3. Für besondere Muster können die Eier vor ihrem Bad im Sud mit Gummibändern umwickelt werden oder Blüten und Blätter auf die Eier gelegt und mit einem Nylonstrumpf befestigt werden.
  4. Eier vorsichtig in den jeweiligen Farbsud legen. Für zarte Pastellfarben sollte das Ei nur kurz eingetaucht werden, für kräftige Farben entsprechend länger. Wenn der gewünschte Farbton erreicht ist, das Ei herausfischen und in einem leeren Eierkarton oder abgeschnittenen Küchenpapierrolle trocknen lassen.
  5. Die bunten Eier können nun noch verziert oder beschriftet werden. Dazu einfach ein Wattestäbchen oder Pinsel in Zitronensaft tunken und Buchstaben, Punkte oder Blumen auf das Ei malen. Die Zitronensäure entfernt die Farbe an der jeweiligen Stelle wieder und lässt so schöne Muster entstehen.
  6. Für den besonderen Glanz können die getrockneten Eier noch mit ein paar Tropfen Speiseöl eingerieben werden.

Vorteile der natürlichen Lebensmittelfarben

Die natürlich hergestellten Lebensmittelfarben bringen, im Vergleich zu den Farbmitteln aus dem Supermarkt, viele Vorteile mit sich. Zum einen wissen Sie bei natürlichen Farben genau, was in ihnen steckt. Auf künstliche Farbstoffe, Geschmacksverstärker oder Konservierungsmittel können Sie verzichten.

Chemischen Lebensmittelfarben wird außerdem oft viel Zucker zugemischt. Bei den natürlichen Farben können Sie selbst entscheiden, ob und wie viel Zucker Sie dazugeben möchten. Somit sind die natürlichen Farben in der Regel gesünder. Zu guter Letzt sind selbstgemachte Farben meist einfach günstiger als die Lebensmittelfarben aus dem Supermarkt.

Sind natürliche Lebensmittelfarben immer die bessere Wahl?

Obwohl natürliche Lebensmittelfarben gesünder und umweltfreundlicher sind als ihre künstlichen Gegenstücke, gibt es einige Faktoren, die bei der Wahl berücksichtigt werden sollten. Zum Beispiel können manche natürliche Farbstoffe Allergien auslösen oder bei empfindlichen Menschen unerwünschte Reaktionen hervorrufen. Außerdem können natürliche Farben je nach Zutat variieren und sind oft weniger intensiv als künstliche Farben. In manchen Fällen, wie bei Backwaren, kann es schwieriger sein, mit natürlichen Farben die gewünschte Farbintensität und Textur zu erreichen. Daher sollte man bei der Wahl der Lebensmittelfarben immer den Einsatzzweck und die individuellen Bedürfnisse berücksichtigen.

Kann man alle Zutaten für natürliche Lebensmittelfarben im Supermarkt finden?

Einige der Zutaten für natürliche Lebensmittelfarben wie Kurkuma, Kakaopulver oder Paprikapulver sind in den meisten Supermärkten erhältlich. Andere, wie Matcha-Tee oder Aktivkohle, sind in spezialisierten Geschäften oder online erhältlich. Für einige Farben, wie blau oder violett, kann es schwieriger sein, natürliche Zutaten zu finden. In diesem Fall kann man auf Beeren wie Blaubeeren oder schwarze Johannisbeeren zurückgreifen oder auf Lebensmittelfarben aus natürlichen Quellen zurückgreifen, die speziell für diese Farbtöne entwickelt wurden.

Wie lange sind selbstgemachte natürliche Lebensmittelfarben haltbar?

Die Haltbarkeit von natürlichen Lebensmittelfarben hängt von der Zutatenwahl und der Lagerung ab. Pulverisierte Zutaten wie Kurkuma oder Kakaopulver können in der Regel bis zu einem Jahr gelagert werden, solange sie kühl, trocken und luftdicht verschlossen aufbewahrt werden. Flüssige Lebensmittelfarben aus frischen Zutaten wie Rote Bete oder Spinat sollten innerhalb von ein paar Tagen verbraucht werden und im Kühlschrank aufbewahrt werden. Es ist auch wichtig, darauf zu achten, dass die Farben nicht kontaminiert werden, indem man sie mit sauberen Werkzeugen und Behältern herstellt und aufbewahrt.

Können natürliche Lebensmittelfarben allergische Reaktionen auslösen?

Obwohl natürliche Lebensmittelfarben im Allgemeinen als sicher gelten, können manche Menschen allergisch auf bestimmte Zutaten reagieren. Zum Beispiel können Karotten oder Beeren bei manchen Menschen allergische Reaktionen hervorrufen. Wenn man sich unsicher ist oder bereits bekannte Allergien hat, sollte man immer einen Arzt oder Allergologen konsultieren, bevor man Lebensmittel mit selbstgemachten Farben verzehrt.

Wie kann man sicherstellen, dass die Farben gleichmäßig verteilt werden?

Um sicherzustellen, dass die Farben gleichmäßig verteilt werden, sollten die Zutaten gründlich gemischt werden, bevor sie in das Gericht oder den Teig gegeben werden. Flüssige Zutaten sollten langsam und vorsichtig unter ständigem Rühren hinzugefügt werden, um eine gleichmäßige Verteilung zu erreichen. Pulverisierte Zutaten können vor dem Mischen mit etwas Wasser oder Öl vermischt werden, um Klumpenbildung zu vermeiden. Es ist auch wichtig, die Farbe in kleinen Schritten hinzuzufügen, um die gewünschte Farbintensität zu erreichen, ohne das Gericht zu übersättigen. Wenn man Lebensmittel mit verschiedenen Farben verzieren möchte, sollte man sicherstellen, dass die Farben vollständig getrocknet sind, bevor man weitere Schichten aufträgt, um Verschmieren und Verwischen zu vermeiden.

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