Kompakt: Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)

Inhaltsverzeichnis

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) handelt es sich um eine dauerhafte und fortschreitende Schädigung der Lunge mit Atemnot sowie Husten begleitet von Auswurf. In vielen Fällen wird COPD durch Rauchen oder Passivrauchen ausgelöst. Die umgangssprachliche Verharmlosung der COPD als „Raucherhusten“ verkennt deren Gefährlichkeit: COPD zählt zu den Krankheiten, die oft tödlich enden. Und es ist die einzige dieser Krankheiten, bei der die Zahl der Betroffenen steigt.

Was ist eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD)?

Bei der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (kurz COPD, aufgrund der englischen Bezeichnung „chronic obstructive pulmonary disease“) leiden die Betroffenen unter einer langfristig geschädigten Lunge. Typische Symptome sind Atemnot sowie Husten mit Auswurf. Wie der Name schon impliziert, schreitet die Erkrankung chronisch fort, was aber selten im frühen Stadium erkannt wird, da die Beschwerden fälschlicherweise für BronchitisAsthma oder einen „normalen“ Raucherhusten gehalten werden.

Das größte Risiko für COPD haben tatsächlich auch Raucher und Passivraucher. Daher ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die COPD auch „Raucherlunge“. Durch entzündete und dauerhaft verengte Atemwege (Bronchien) bekommen betroffene Patienten speziell bei fortgeschrittener COPD nur schwer Luft – zunächst nur bei Belastung, später auch in Ruhe. Das stellt für sie eine beträchtliche Einschränkung des Alltagslebens dar. Bei schwerer COPD sind sie auf die Unterstützung und Pflege durch andere angewiesen.

Lungenerkrankung 1
Zu den häufigsten obstruktiven Krankheiten zählen COPD, Asthma bronchiale und Lungenemphyseme. (c) …

Die Begriffe „Raucherlunge“ oder „Raucherhusten“ verharmlosen die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Denn COPD ist eine schwere fortschreitende Krankheit, die oft zum vorzeitigen Tod führt. Und COPD ist weit verbreitet: Schätzungen zufolge leiden in Deutschland ungefähr fünf bis zehn Prozent der Menschen daran. Tendenz steigend. Von den am häufigsten zum Tod führenden Krankheiten ist die COPD die einzige, deren Häufigkeit zunimmt. Männer erkranken häufiger an COPD als Frauen.

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Was sind die Ursachen einer COPD?

Der wohl größte Risikofaktor einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung ist das Rauchen. Nicht jeder Raucher erkrankt daran, aber viele Patienten mit COPD sind Raucher, waren einmal Raucher oder waren dem Passivrauchen ausgesetzt. Speziell in Entwicklungsländern gilt auch die Belastung der Atemluft durch Umweltverschmutzung als auslösender Faktor für COPD. Weitere Risikofaktoren einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung können unter anderem sein:

  • Gas, Staub, Rauch oder Dampf am Arbeitsplatz (etwa bei Arbeitern in Baumwollfabriken)
  • Infektionen: Studien legen einen Zusammenhang zwischen akuten Atemwegsinfekten im Kindesalter und der Entstehung einer COPD nahe.
  • Ein genetisch bedingter Mangel am Protein Alpha-1-Antitrypsin (AAT) ist in bis zu 3 Prozent der Fälle ein wichtiger Faktor.

Schleim, den die Lunge als Schutz absondert, wird normalerweise von den Flimmerhärchen (feinste, bewegliche Härchen, auch Zilien genannt) in Richtung Rachen transportiert. Schadstoffe wie etwa Nikotin zerstören aber die Flimmerhärchen. Es entsteht ein Teufelskreis: das Flimmerepithel verliert allmählich die Fähigkeit, die Lunge durch den Abtransport von Schleim zu säubern. Das Gewebe wird immer dicker. Die Lungenbläschen dagegen werden immer dünner. Dadurch verlieren sie auch an Stabilität. Letztlich verengen sich die Atemwege dauerhaft.

Was sind die Symptome einer COPD?

Anfangs sind die Symptome einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung nur leicht und nicht eindeutig. Da die Lunge sehr große Reserven hat (In Ruhe wird oft nur ein Bruchteil der Luftmenge benötigt.), wird der allmähliche Verlust der Lungenfunktion zunächst leider kaum bemerkt.

Älterer Mann der mit Sauerstoffmaske im Krankenhaus liegt.

Eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung ist typischerweise gekennzeichnet durch:

  • Atemnot (zunächst nur bei Anstrengung, später auch schon in Ruhe)
  • Husten (jeden Tag und langfristig; meist morgens nach dem Erwachen am stärksten, im Herbst und Winter häufig stärker als im Frühjahr und Sommer)
  • Auswurf
  • Atemgeräusche
  • bei Erkältung oder Grippe sind die Beschwerden schlimmer

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Bei fortgeschrittener COPD ist die Lebensqualität der Betroffenen deutlich eingeschränkt. Durch stark verengte Atemwege tritt Atemnot sogar in Ruhe auf. Die Lunge ist nicht mehr dazu in der Lage, die Sauerstoff-Versorgung der Betroffenen sicherzustellen. Eine verminderte Sauerstoffversorgung (Zyanose) lässt sich an blauen Lippen oder Fingern erkennen. In der Folge pumpt das Herz mehr Blut durch die Lunge, was zur Verdickung des zuständigen rechten Teils des Herzmuskels führen kann (Cor pulmonale), was weitere lebensbedrohliche Begleiterkrankungen zur Folge hat wie Herzversagen und Versagen der Atemmuskulatur. Menschen mit schwerer COPD vermeiden zudem körperliche Anstrengungen, was die Muskulatur schwinden lässt.

Plötzliche starke Verschlechterungen der Krankheit (Exazerbationen) sind bei COPD keine Seltenheit und müssen oft im Krankenhaus behandelt werden. Typische Warnzeichen für Exazerbationen sind:

  • stärkerer Auswurf
  • eitriger oder besonders zäher Auswurf
  • stärkere Atemnot, damit verbundene Angst
  • mehr Husten als sonst
  • Brustenge
  • Es werden mehr Medikamente benötigt.
  • Fieber
  • Das Leistungsvermögen nimmt ab; die Patienten sind müde.
  • Bewusstseinseintrübung bis Koma (in schweren Fällen)

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