Das Hochstapler-Syndrom: Das Gefühl, nicht gut genug zu sein
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Das Hochstapler-Syndrom: Das Gefühl, nicht gut genug zu sein

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erfolgreiche Dame führt durch ein Business Meeting
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Sie sind beruflich und privat erfolgreich, gut ausgebildet und stets motiviert, doch haben trotzdem das Gefühl, nicht kompetent oder talentiert genug zu sein? Dann könnten Sie vom Hochstapler-Syndrom betroffen sein. Was es damit auf sich hat, erfahren Sie hier.

Was ist das Hochstapler-Syndrom?

Das Hochstapler-Syndrom bezeichnet das Gefühl, als Hochstapler und Betrüger zu gelten. Dieses ist geprägt von starken Selbstzweifeln. Nach eigener Ansicht sind die bestandene Abschlussprüfung, das erfolgreich abgeschlossene Studium oder der berufliche Erfolg keine Indikatoren für Kompetenz und gute Leistungen. Vielmehr erscheinen diese Etappen als Ergebnis glücklicher Zufälle. Betroffene sind meist der Überzeugung, dass sie zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren oder lediglich durch Sympathie die Karriereleiter nach oben klettern konnten. Dabei verspüren sie die stetige Angst, aufzufliegen und ertappt zu werden. Betroffene werden von Selbstzweifeln, Sorgen und Ängsten geplagt.

Das Hochstapler-Konzept baut sich in der Regel aus einem Teufelskreis auf, der wie folgt aussehen kann:

  • Es steht eine neue Aufgabe bevor und damit treten zumeist Sorgen, Ängste und Panik ein und führen entweder zur Prokrastination oder zur Übervorbereitung.
  • Die Herausforderung wird angenommen, die Aufgabe wird erfolgreich gemeistert und für einen kleinen Moment tritt die Erleichterung ein.
  • Kurze Zeit später wird der Erfolg wieder abgewertet und die Selbstzweifel und das Gefühl der Hochstapelei bestimmen die Ansicht auf das eigene Ich.
  • Dabei besteht die Gefahr, sich zu überarbeiten, um nicht ertappt zu werden. Dies kann zu Stress, Burnout und im schlimmsten Fall zur Depression führen.

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Dame greift sich aufgrund von Stress an das Herz
(c) New Africa / Adobe Stock

Das Hochstapler-Syndrom wird auch Impostor-Syndrom genannt. Der Begriff Impostor stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt Betrüger oder Hochstapler. Das Syndrom wird jedoch nicht als Störung oder Krankheit eingestuft und somit nicht im ICD-11 aufgeführt.

ICD ist die englische Abkürzung für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems und bedeutet übersetzt Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme. Hierbei handelt es sich um einen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebenen Katalog für anerkannte Krankheiten, der weltweite Verwendung hat. Dabei wird das Verzeichnis regelmäßig überarbeitet und aktualisiert, sodass neu anerkannte Krankheiten in die Liste mit aufgenommen werden. Die 11. Ausgabe ist am 01.01.2022 in Kraft getreten.

Weitere Informationen finden Sie hier.

Ursachen und Faktoren für das Hochstapler-Syndrom

Beim Hochstapler-Syndrom ist die Unterscheidung zwischen den gelegentlichen Ängsten und einem dauerhaften Zustand sehr wichtig. Denn eine gewisse Unsicherheit ist menschlich und normal, so zum Beispiel, wenn man etwas zum ersten Mal macht oder neue Aufgaben übernimmt, in die man sich zuerst einarbeiten muss. Dabei ist es schwierig, herauszufinden, weshalb sich diese anfängliche Unsicherheit zu einem Dauerzustand entwickelt. Hinzu kommt, dass sich die Ausprägungen des Hochstapler-Syndroms individuell entwickeln.

Es wird jedoch davon ausgegangen, dass das Selbstwertgefühl eines Menschen eine große Rolle spielt. Gewisse Charakterzüge seien somit entscheidend. Introvertierte, ängstliche oder perfektionistische Personen neigen eher dazu, am Impostor-Syndrom zu leiden. Darüber hinaus sei die Erziehung ein ausschlaggebender Faktor. Die Selbsteinschätzung hängt größtenteils von der Rollenverteilung in der Familie ab.

Innerhalb der Familie schreiben die Eltern ihren Kindern ab einer gewissen Entwicklungsstufe bestimmte Charaktereigenschaften zu. So ist eines der Kinder etwa besonders intelligent. Die Hervorhebung dieser Eigenschaft stellt für die Geschwister eine Messlatte dar, die nur schwer zu erreichen ist. So entsteht schnell das Gefühl, dass man selbst niemals so schlau sein könne wie das Geschwisterchen. Dieser Gedanke und der ständige Leistungsvergleich mit dem Gegenüber kann sich bis ins Erwachsenenalter durchziehen. 

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Wer ist vom Hochstapler-Syndrom betroffen?

Das Impostor-Syndrom existiert nicht nur in der Berufswelt, sondern taucht auch im Privatleben und in einer Beziehung auf. In einer Partnerschaft fühlt sich eine Person nicht gut genug und kann nicht nachvollziehen, warum sie sich in einer großartigen Beziehungen befindet. Ebenfalls Studierende oder Eltern können darunter leiden. Experten haben herausgefunden, dass überwiegend Frauen mit diesen Ängsten und Sorgen zu kämpfen haben.

Vor allem erfolgreiche, prominente Menschen können davon betroffen sein. So berichtet die britische Schauspielerin Emma Watson in einem Interview von ihrer Angst, jeden Moment ertappt zu werden. Ihre größte Befürchtung sei es, dass jemand herausfindet, sie habe ihren Erfolg gar nicht verdient. Ähnlich geht es auch der Schauspielerin und zweifachen Oscar-Preisträgerin Jodie Foster. Sie sei der festen Überzeugung gewesen, dass es sich bei dem Oscar um ein Missverständnis gehandelt habe und sie Angst hatte, dass er zurückgefordert würde.

Wie lässt sich das Hochstapler-Syndrom überwinden?

Um das Hochstapler-Syndrom überwinden und die Ängste und Sorgen eingrenzen zu können, sollten Betroffene sich des Zustandes bewusst werden und akzeptieren, dass es sich in der Regel um eine verzerrte Selbstwahrnehmung handelt. Dabei kann es helfen, zu wissen, dass andere auch darunter leider und man nicht allein ist. Daher empfiehlt sich ein Austausch mit Kollegen, Freunden oder auch in digitalen oder persönlichen Gesprächsgruppen.

Zudem sollten Sie Ihre Erfolge notieren. Erstellen Sie eine Liste mit Sachen, auf die Sie stolz sind, Ihnen gut gelungen sind oder auch Termine, die Sie pünktlich wahrgenommen haben. Trainieren Sie, Komplimente anzunehmen, ohne eine Erklärung abzugeben, warum gerade Sie das geschafft haben. Übungen zur Achtsamkeit und Meditation helfen dabei, zu entspannen, zur Ruhe zu kommen und den Stress zu bewältigen.

Sobald sich der Zustand aber verschlimmert, sollte eine professionelle psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden.

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