Alternative Mobilität: Unterwegs ohne Auto
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Alternative Mobilität: Unterwegs ohne Auto

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Mann fährt mit einem Fahrrad
Inhaltsverzeichnis

In der Gesellschaft werden die Rufe nach einer Mobilitätswende immer lauter. Ziel ist es, Alternativen zum Auto zu finden. Was für die einen leicht umsetzbar ist, stellt für andere eine große Herausforderung dar. Wie kann ein Alltag ohne Auto gelingen und was sind die größten Hürden?  

Der Großteil der Autofahrer:innen genießt den Komfort, den ein privates Fahrzeug bietet. Sitzheizung, Klimaanlage, die eigene Musikauswahl und der große Kofferraum sind neben der unabhängigen Mobilität nur wenige Beispiele für die vielen Annehmlichkeiten. Umso schwieriger stellt man es sich darum vor, auf das Auto zu verzichten. Aber es gibt viele gute Gründe, das Auto einmal stehen zu lassen und mit anderen Verkehrsmitteln an sein Ziel zu kommen.

Ist das Auto notwendig?

Beantworten Sie sich ehrlich folgende Frage: Sind Sie zwingend auf das Auto angewiesen, um von A nach B zu kommen, oder ist das Autofahren nur eine bequeme Gewohnheit? Oft kann man getrost das Auto auch einmal stehen lassen und alternative Fortbewegungsmittel nutzen.

Das gilt nicht für jeden Menschen. Aufgrund der Arbeitszeiten, der Wohnlage und deren Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz, körperliche Einschränkungen oder dem organisatorischen Aufwand sind manche Menschen vom Auto abhängig. Familien mit Kindern bietet ein Auto mehr Flexibilität im Alltag eines Mehrpersonenhaushalts.

Doch nicht selten gibt es Situationen, in denen man auf das Auto verzichten kann und es sogar von Vorteil ist, anders mobil zu sein. Welche Möglichkeiten es gibt und warum es sich lohnt, auch einmal umzuplanen, erklären wir Ihnen hier.

Besseres Klima und weniger Lärm

Je weniger Autos fahren, desto geringer ist die CO2-Belastung und desto besser ist die Luftqualität. Das merkt man vor allem an stark befahrenen Hauptstraßen in Großstädten, an denen die Luftverschmutzung durch die Abgase besonders hoch ist. Wer über lange Zeit schlechter Luftqualität durch eine enorme Feinstaubbelastung ausgesetzt ist, läuft etwa Gefahr, an Asthma zu erkranken.  

Auch die Geräuschkulisse kann zu einer Belastung für Anwohner:innen und andere Verkehrsteilnehmende werden. Ständiges Hupen, beschleunigende Motoren und der Verkehrslärm können krankmachen. Kommen Körper und Geist nicht zur Ruhe, können Schlafstörungen und Depressionen auftreten. Der Lärm als Stressauslöser steigert das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen.

Mehr Bewegung im Alltag

Bewegungsmangel führt in der Gesellschaft immer häufiger zu gesundheitlichen Problemen wie Übergewicht, Rückenschmerzen und Kopfschmerzen und andere Beschwerden. Vor allem Menschen, die überwiegend sitzend am Bildschirm arbeiten, haben einen wenig aktiven Alltag. 

Wer seinem Körper etwas Gutes tun möchte, sollte für bestimmte Strecken sein Auto gegen das Fahrrad, Inline-Skates oder einen Tretroller eintauschen und zum Beispiel seinen Arbeitsweg aktiv gestalten. Noch einfacher ist es, Wege zu Fuß zu gehen. Mit jedem aktiven Schritt tun Sie Ihrem Körper etwas Gutes, halten sich fit und kommen trotzdem an Ihr Ziel.

> Bewegung im Alltag: So finden Sie mehr Zeit für Sport 

Entschleunigung: Mit Ruhe ans Ziel

Hinter dem Steuer zu sitzen, erfordert volle Konzentration und ein schnelles Reaktionsvermögen. Die aggressive Fahrweise anderer, gefährliche Verkehrssituationen und eine langwierige Parkplatzsuche strapazieren die Nerven an manchen Tagen bis aufs Äußerste. Der Fahrtweg kann dadurch schnell zu einer Stressbelastung werden.

Mit einer guten Zeitplanung kann man auch ohne Stress ans Ziel kommen. Wer eine sportliche Variante wählt und etwa mit dem Fahrrad zur Arbeit fährt, tut nicht nur etwas für seine Fitness, sondern auch für seinen Geist. Auch während der Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Fenster zu blicken und sich Tagträumen hinzugeben, ist die perfekte Entspannung vor einem stressigen Tag.    

> Lagom: Ausgeglichen leben wie die Schweden 

Wichtig dabei ist jedoch, dass man sich genug Zeit dafür lässt. Denn mit Mobilitätsalternativen dauert es eventuell etwas länger, um an sein Ziel zu kommen. Wer zeitlich knapp kalkuliert und seine neue Strecke nicht richtig plant, kann von der Entschleunigung nicht profitieren und gerät in Stress. 

> Zeit für mich, Zeit für Entspannung: Tipps für mehr Gelassenheit 

Planung ist alles

Autofahren spart nicht wirklich Zeit, sobald man im Pendlerverkehr im Stau steckt. Ebenso kann die Parkplatzsuche vor allem in Großstädten viel Zeit in Anspruch nehmen. Auch wenn das Auto zeitliche Flexibilität bietet, kommt man nicht immer schnell voran.

Überlegen Sie, ob es sich lohnt, einmal umzuplanen und anstatt mit dem Auto lieber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln oder mit dem Rad zu fahren. Wenn Sie sich für Mobilitätsvarianten die Zeit einräumen, können Sie unnötigen Stress in einem hektischen Alltag reduzieren.

> Stress lass nach: Progressive Muskelentspannung 

Alternative Mobilität: Welche Varianten gibt es zum Auto?

Nicht jede Alternative passt zum eigenen Alltag. Die Abhängigkeit vom Auto ist an viele Faktoren gebunden, etwa der Länge der Fahrtstrecke zur Arbeit, feste Uhrzeiten, die Organisation eines Mehrfamilienhaushaltes oder körperliche Einschränkungen. Für Arbeitende im Schichtdienst etwa gibt es oft kein passendes Angebot im öffentlichen Nahverkehr. 

Mit diesen Möglichkeiten können Sie auch ohne (eigenes) Auto mobil sein: 

Zu Fuß: Am einfachsten ist es, kurze Strecken zu Fuß zu gehen. Anstatt mit dem Auto zur Bäckerei oder zu Freunden zu fahren, die nur wenige Straßen entfernt wohnen, laufen Sie lieber. Die Bewegung und frische Luft tut Ihnen gut, hält Sie fit und wirkt oft entschleunigend. 

Fahrrad, Tretroller und Co.: Die beste Alternative ist, aktiv seine Strecken zurückzulegen. Egal ob auf dem Fahrrad, mit dem Tretroller oder auf den Inlineskates – wer seine täglichen Strecken sportlich bewältigt, tut etwas für seine Gesundheit. Der Weg zur Arbeit oder zum Einkaufen ist gleichzeitig ein kleines Fitnessprogramm. Für den Transport großer, schwerer Gegenstände stehen mittlerweile Lastenräder zur Verfügung, die in bestimmten Situationen ein Auto gut ersetzen können. 

Öffentliche Verkehrsmittel: In Regionen mit einem gut ausgebauten Nahverkehr sind die öffentlichen Verkehrsmittel eine optimale Alternative zum Auto. Wer sich durch Fahrpläne und Mitfahrende nicht gestresst fühlt, kann die Fahrt genießen und sich an sein Ziel chauffieren lassen. Leider hat nicht jeder an seinem Wohnort eine ideale Anbindung an den Nahverkehr und kann diese Option daher nicht gut nutzen. 

Fahrgemeinschaften: Meist fahren Pendler:innen alleine mit ihrem Auto auf die Arbeit. Fragen Sie in Ihrem Kollegenkreis nach, ob jemand aus Ihrer näheren Wohnumgebung Interesse hat, eine Fahrgemeinschaft zu bilden. So sparen sich alle Teilnehmenden Geld und überflüssige Einzelfahrten, und können gleichzeitig die Gesellschaft genießen. 

Car Sharing: Braucht man für eine Situation dringend ein Auto, gibt es an vielen Orten die Möglichkeiten, sich privat ein Auto zu mieten. Gerade in Städten teilen Autobesitzer:innen ihr Fahrzeug mit Menschen für kurze Fahrten. Ist man nicht täglich auf ein Auto angewiesen, bietet dieses Sharing-Prinzip eine tolle Möglichkeit, nur in Ausnahmefällen auf ein Auto zurückzugreifen, ohne sich ein eigenes zulegen zu müssen. 

Ein Lastenrad vor einem Haus
(c) Lea / Adobe Stock

In kleinen Schritten zur Mobilitätswende

Dass sich die eigene Mobilität nicht von heute auf morgen um 180 Grad wendet, steht außer Frage. Zu sehr haben sich Gewohnheiten manifestiert und nicht immer lassen sich die eigenen Lebensumstände mit einer alternativen Mobilität vereinbaren. Aber jeder Versuch zählt. Überlegen Sie, welche Strecken Sie in Ihrem Alltag zurücklegen und ob sich ein paar davon auch ohne das Auto bewältigen lassen.

Wenn Sie in der Stadt wohnen, können Sie Ihren Einkauf auch mit dem Rad erledigen. In Fahrradtaschen lassen sich überraschend viele Dinge verstauen. Wer gerne zu Fuß unterwegs ist, kann einmal die Woche Zeit für einen längeren Fußmarsch einplanen. Organisieren Sie eine Fahrgemeinschaft, um gemeinsam zur Arbeit zu fahren. Und wenn das nächste Treffen mit Freunden ansteht, nutzen Sie die öffentlichen Verkehrsmittel und starten Sie stressfrei in Ihre Freizeit.

Die Mobilitätsexpertin Katja Diehl hat in ihrem Buch „Autokorrektur – Mobilität für eine lebenswerte Welt“ (S. Fischer Verlag) u.a. verschiedene Stimmungen zusammengetragen, die individuelle Erlebnisse einer Mobilität mit und ohne Auto aufzeigen. Die Geschichten berichten über die unterschiedlichen Lebenssituationen von Menschen, die auf das Auto angewiesen sind und wie sie mit dieser Abhängigkeit umgehen. Andere wiederum haben es geschafft, das Auto für immer abzustellen und durch ihren eigenen Mobilitätswandel auch gesundheitlich davon zu profitieren. 

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