Abführmittel bei Verstopfung: Hausmittel und Pharmazeutika

Abführmittel bei Verstopfung: Hausmittel und Pharmazeutika

Ob konventionell oder pflanzlich: Wir haben verschiedene Abführmittel für Sie im Überblick.
Inhaltsverzeichnis

Haben Sie Probleme mit Ihrer Verdauung? In Deutschland verwenden viele Menschen regelmäßig Abführmittel bei Verstopfung. Es gibt mehrere gut verträgliche Wirkstoffe. Dennoch wirken nicht alle Präparate bei jedem Menschen gleich gut.

In der Apotheke gibt es zahlreiche, gut verträgliche Abführmittel (Laxanzien). Die verschiedenen Abführmittel bringen Ihre Verdauung auf ganz unterschiedliche Weise auf Trab. Lesen Sie hier, welche Abführmittel gut wirken und worauf Sie bei der Anwendung achten sollten.

Wozu werden Abführmittel eingesetzt?

Abführmittel kommen zum Einsatz, wenn Sie an Verstopfung (Obstipation) oder Darmträgheit leiden. Oder wenn Sie aus medizinischen Gründen zum Beispiel für eine Untersuchung einen leeren Darm brauchen. Alle Abführmittel leeren den Darm nachhaltig. Meist reicht es aus, wenn Sie das Mittel einmal nehmen.

In Form von Zäpfchen oder als Einlauf wirken Abführmittel in der Regel ziemlich schnell. Als Tablette oder Flüssigkeit tritt die erwünschte abführende Wirkung erst nach mehreren Stunden ein. Vorausgesetzt Sie halten sich an die empfohlene Dosierung. Langsam wirkende Mittel nehmen Sie am besten vor dem Schlafengehen ein. Alle Abführmittel sollten Sie auf keinen Fall überdosieren. Bei schnell wirkenden Zäpfchen oder Einläufen bleiben Sie am besten in sicherer Nähe einer Toilette.

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Welche Abführmittel gibt es? Die Wirkstoffe im Überblick

Es gibt viele verschiedene Abführmittel. Hier ein Überblick über die bekanntesten Wirkstoffe.

  • Bisacodyl: Dieser Wirkstoff sorgt dafür, dass einerseits während des Verdauungsprozesses im Verdauungstrakt über die Haut und Schleimhaut weniger Flüssigkeit resorbiert wird. Außerdem wird die Dickdarmtätigkeit angeregt.
  • Natriumpicosulfat: Wirkt ähnlich wie Bisacodyl. Denn beide Wirkstoffe sind chemisch verwandt aufgebaut. Diese Abführmittel sollten Sie nicht über längere Zeit einnehmen, da sie zu Elektrolytstörungen und Kaliummangel führen können.
  • Polyethylenglykole (Abkürzung PEG): PEG ist in der Pharmazie auch unter dem Namen Macrogol bekannt. Dieses Laxans bindet Wasser im Stuhl und erhöht so das Stuhlvolumen. Das macht den Stuhl weicher und somit den Stuhlgang erträglicher.
  • Lactulose: Lactulose ist ebenfalls ein guter Weichmacher, da es Wasser in den Stuhl bindet und ihn weicher macht.
  • Paraffin oder Glyzerin: Als Klistier oder Zäpfchen bilden diese Substanzen auf der Darmwand einen rutschigen Film. Dieser sorgt umgehend für das gewünschte Ergebnis. Da beide Mittel ziemlich drastisch abführen, kann der Elektrolythaushalt gestört werden.
  • Glaubersalz (Natriumsulfat) und Bittersalz (Magnesiumsulfat): Diese beiden Substanzen regen den Stuhlgang an, indem sie Elektrolyte und Wasser im Darminneren zurückhalten. Auch diese Mittel bringen den Elektrolythaushalt durch seine drastische Wirkung durcheinander.

Gleichen Sie Ihren Elektrolythaushalt aus

Die rasche Entleerung des Darms bei der Nutzung von Abführmitteln kann dazu führen, dass ebenfalls wichtige Elektrolyte aus Ihrem Körper abtransportiert werden. Um ein derartiges Defizit auszugleichen, können Sie unter anderem zu einfachen Hausmitteln greifen:

  • Mischen Sie je einen halben Liter Orangensaft und Wasser mit einem TL Salz.

oder

  • Geben Sie in einen Liter gesalzene Gemüsebrühe etwa 60 bis 70 g Maltodextrin bzw. 2 EL Zucker oder Traubenzucker.

Alternativ können Sie auch zu fertigen Elektrolytgetränken greifen. Allen ist gemein, dass sie dem Körper wichtige Stoffe wie Natrium, Chlorid und Kalium zurückgeben. Dadurch werden wichtige Körperfunktionen wie der pH-Wert des Blutes oder der generelle Wasserhaushalt reguliert.

> Weitere Informationen zur empfohlenen Referenzmenge bei Natrium, Chlorid und Kalium finden Sie bei der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE).

Abführmittel aus dem Haushalt: bewährte Hausmittel bei Verstopfung

Neben pharmazeutischen Produkten können Sie auch zu einer Reihe an Hausmitteln greifen, die als natürliche Abführmittel herhalten. Viele dieser Dinge werden Sie ohnehin schon im Haushalt haben, weshalb Sie sich ein Abführmittel auch selber machen können. Achten Sie aber dennoch immer darauf, dass Sie es mit der Dosierung nicht übertreiben, da sonst unerwünschte Nebeneffekte auftreten können.

  • Aloe Vera und Sennesblätter: Die Wirkstoffe in Aloe und Sennesblättern oder Tinnevelly-Sennesfrüchten bringen den Darm ebenfalls auf Trab. Diese verhindern, dass Elektrolyten und Wasser von der Darmschleimhaut resorbiert werden. Das macht den Stuhl weicher.
  • Leinsamen und Flohsamen: Leinsamen und indische Flohsamen sind sogenannte Quellmittel. Sie haben eine mild abführende Wirkung. Diese natürlichen Mittel binden Wasser im Darm und vergrößern den Darminhalt. Das weicht den Stuhl ein und hilft ihm, besser nach draußen zu gleiten. Bis das soweit ist, vergehen etwa zwei bis drei Tage.

Generell ist eine ballaststoffreiche Ernährung hilfreich, um eine Verstopfung zu lösen. Vor allem aber beugen Sie so dem Aufkommen der Symptome effektiv vor. Wenn Sie viel Obst und Gemüse essen sowie ausreichend Wasser pro Tag trinken, senken Sie das Risiko für eine Verstopfung deutlich.

  • Trockenobst: Omas altbekanntes Abführmittel funktioniert nach wie vor. Mit getrockneten Pflaumen oder Feigen stimulieren Sie Ihren Darm, was bei der Entleerung helfen kann.
  • Kaffee: Auch die Tasse Kaffee am Morgen hat sich als Hausmittel im Vergleich zu anderen Abführmitteln bewährt. Kaffee regt ebenfalls die Darmaktivität an.
  • Darmmassage: Kreisende Bewegungen auf der Bauchoberfläche können auch dazu führen, dass der Darm sanft in Schwung gebracht wird.

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Eine ballaststoffreiche Ernährung kann Verstopfung lösen.
Eine ballaststoffreiche Ernährung kann die Verdauung anregen. (c) ratmaner / iStock

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Hinweis: Bitte nehmen Sie Abführmittel nicht in Eigenregie über einen längeren Zeitraum.

Wenn die Verstopfung länger anhält, sollten Sie auf jeden Fall Ihren Hausarzt konsultieren. Auch bei dauerhaften Blähungen, Schmerzen und Übelkeit suchen Sie bitte Ihren Arzt auf. Haben Sie Blut im Stuhl, kann das womöglich auf eine schwerere Erkrankung hindeuten. Klären Sie daher andauernde Beschwerden immer mit Ihrem Arzt ab.

Haben Abführmittel Nebenwirkungen oder sind sie sogar gefährlich?

Die meisten Abführmittel sind gut verträglich. Dennoch können Nebenwirkungen wie beispielsweise Blähungen oder leichte Bauchkrämpfe auftreten. Aufpassen müssen Sie mit Abführmitteln, wenn sich zu wenig Flüssigkeit im Verdauungstrakt befindet. So können natürliche Quellmittel wie Flohsamen zu einem Darmverschluss beitragen. Wer nur bestimmte Flüssigkeitsmengen konsumieren darf, zum Beispiel weil er herz- oder nierenkrank ist, sollte sich daher von einem Arzt oder Apotheker bei der Auswahl des richtigen Abführmittels beraten lassen.

Gefährlich werden kann der längere Gebrauch von Wirkstoffen, die die Resorption, also die Aufnahme von Flüssigkeit und Salzen über die Darmschleimhaut, zurückhalten. Der dadurch entstehende Mineralstoffmangel kann zu Herzrhythmusstörungen führen. Außerdem können unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln entstehen. Lesen Sie deshalb immer sorgfältig die Packungsbeilage, bevor Sie ein Abführmittel nehmen.

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Häufig gestellte Fragen zu Abführmitteln bei Verstopfung

Was ist ein Abführmittel?

Abführmittel, auch Laxanzien genannt, dienen der Entleerung des Darms und sollen die Darmaktivität ankurbeln. Sie werden vor allem bei Verstopfung (Obstipation), aber auch vor medizinischen Untersuchungen (Darmspiegelung) eingesetzt.

Wann sollte man ein Abführmittel nehmen?

Der passende Zeitpunkt hängt unter anderem von dem Präparat ab, das Sie einnehmen. Während Abführmittel in Form von Zäpfchen meistens sofort wirken, tritt der Effekt bei Tabletten erst innerhalb weniger Stunden ein. Bei natürlichen Abführmitteln wie Lein- oder Flohsamen kann sich die Wirkung auch erst nach mehreren Tagen einstellen.

Welches Abführmittel wirkt sofort?

Abführmittel in Form von Zäpfchen oder einem Einlauf wirken in der Regel sofort. Bleiben Sie hierbei nach der Einnahme direkt in der Nähe zur Toilette. Kaffee zählt zu den gängigen Hausmitteln, bei denen sich ebenfalls ein unmittelbarer Effekt einstellen kann.

Wann ist der Darm leer, wenn man ein Abführmittel verwendet?

Eine vollständige Darmentleerung ist beispielsweise vor einer Darmspiegelung erforderlich. Bei den Abführmitteln, die Sie dafür erhalten, dauert es im Schnitt rund 3 Stunden, bis nach der Einnahme der Darm geleert ist.

Grafische Darstellung des Magen-Darm-Traktes. Ein Mensch, der sich nach vorne krümmt und sich den Bauch hält
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