Nägelkauen – Was hilft gegen das Kauen von Fingernägeln?

Nägelkauen – Was hilft gegen das Kauen von Fingernägeln?

Wir erklären Ihnen die Ursachen für das Nägelkauen und was Sie dagegen tun können.
Inhaltsverzeichnis

Hauptgründe fürs Nägelkauen sind Stress oder Nervosität. Es kann aber auch ein Indiz für eine psychische Störung sein. Wir zeigen, was die Ursachen sind und wie Sie mit der Angewohnheit aufhören können.

Nägelkauen 1

Abgekaute Nägel sehen sehr unästhetisch aus, das Abkauen hilft aber vielen vermeintlich beim Abbau von Anspannungen wie Angst oder innere Unruhe. Oftmals beginnt diese Angewohnheit bereits im Kindergartenalter und hält bis in das Erwachsenenalter an. Wir erklären Ihnen die Ursachen für das Nägelkauen und was Sie dagegen tun können.

Ursachen – warum kauen wir auf unseren Nägeln?

Es heißt, dass saubere Hände und gepflegte Fingernägel der Spiegel der Seele sind. Ganz so weit hergeholt ist dieser Spruch nicht, oder haben Sie etwa einen guten Eindruck von jemandem mit ungepflegten Händen und abgekauten Nägeln? Wohl eher nicht. In der Fachsprache nennt sich das Abkauen von Nägeln im Übrigen Onychophagie. Auslöser und mögliche Ursachen hierfür gibt es viele – die meisten davon sind jedoch eher eine schlechte Angewohnheit und lassen sich problemlos behandeln.

Das Knabbern an Stiften, Spielen mit Zahnstochern, Rauchen, Kauen von Kaugummi und auch das Kauen von Fingernägeln – alle diese Marotten entstehen oft aus ein und denselben Gründen:

  • Stress und Druck
  • Innere Unruhe
  • Nervosität
  • Ängste
  • Aggressionen
  • Frustrationen
  • Langeweile
  • ADHS
  • Psychische Störungen wie z.B. Impulskontroll- oder Bindungsstörungen

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Betroffene knibbeln ihre Fingernägel nicht selten bis zur Nagelsohle runter. Auch Fingerkuppen und das Nagelbett bleiben nicht verschont. Das führt häufig zu blutiger Nagelhaut. Bei den offenen Stellen kann es sogar zu bakteriellen oder viralen Entzündungen kommen. Zu den möglichen Folgen des Nägelkauens gehören unter anderem:

  • Nagelbettentzündungen
  • Dauerhafte Schädigung des Nagels sowie der Nagelhaut
  • Zahnfehlstellungen
  • Entzündungen des Zahnfleisches
  • Beschwerden und Schädigung der Kaumuskulatur
  • Knochenmarksentzündungen

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Da Nägel unverdaulich sind, kann ein exzessives Kauen sogar zu Magenproblemen führen. Mal ganz abgesehen davon leiden Betroffene oftmals unter Einschränkungen beim Knüpfen von sozialen Kontakten, da sie – wegen negativer Rückmeldungen – ihre Hände nicht zeigen möchten.

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Wie kann Nägelkauen behandelt werden?

In den meisten Fällen handelt es sich bei den Nägelbeißern um eine blöde Angewohnheit mit unästhetischen Folgen. Allerdings schaffen es nur wenige, aus eigener Kraft damit aufzuhören. Solange es sich nicht um einen Zwang handelt, lässt sich das Nägelkauen bei Kindern und Erwachsenen jedoch mit einfachen Tipps wieder abgewöhnen:

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Klarer Nagellack mit bitterem Geschmack, er soll vom Nägelkauen abhalten.
(c) Colourbox

Tinktur mit Bitterstoffen aus der Apotheke

Ein spezieller Nagellack kann helfen, das lästige Nägelkauen sein zu lassen. Der Nagellack besteht aus einer hohen Menge an Bitterstoffen und ist farblos. Aufgrund des bitteren Geschmacks soll es den Betroffenen davon abhalten, weiter an seinen Nägeln zu kauen. Die bittere Tinktur erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke, sie ist auch für kleine Kinder unbedenklich.

Eine Kosmetikerin feilt an einem Nagel, um im einen künstlichen Nagel aufzusetzen.
(c) Colourbox

Künstliche Fingernägel

Es gibt künstliche Fingernägel, die einem Naturnagel in nichts nachstehen. Somit kann dieser Tipp auch von Jungs oder Männern umgesetzt werden. Künstliche Fingernägel schützen die eigenen Nägel und sind so hart, dass Betroffene sie kaum abkauen können.

Ein junger Mann hat Pflaster über seine Fingernägel geklebt.
(c) M.Dörr & M.Frommherz / Fotolia

Pflaster auf die Fingerkuppen

Ebenso einfach wie genial ist der Trick, einfach ein Pflaster auf die Fingerkuppe zu kleben, sodass hier nicht mehr geknabbert werden kann. Einziger Nachteil: Die Pflaster halten meist nicht allzu lange und müssen dementsprechend häufig ausgewechselt werden.

Drei Hände, die mit Gesichtern bemalte Anti-Stress-Bälle halten-
(c) simoneminth / Fotolia

Verhaltenstherapie

Manchen hilft es, sich selbst einer kleinen Verhaltenstherapie zu unterziehen. Mediziner sprechen hierbei vom sogenannten „Habit Reversal Training“ (Reaktionsumkehr). Es geht darum, das Nägelkauen gegen etwas anderes zu ersetzen. Das kann zum Beispiel das Lutschen von zuckerfreien Bonbons sein, sich auf die Hände zu setzen, mit den Fingern einen Mini-Igel-Ball zu rollen oder einen Anti-Stress-Ball zu kneten. Diese Methode ist im Übrigen wissenschaftlich erprobt.

Ein Fingernagel wird mit einer Feile rund geschliffen.
(c) Colourbox

Nagelpflege

Nägelkauer sollten auf eine regelmäßige Nagelpflege achten. Denn raue Hände oder überstehende Nagelhaut und kleine Ecken in den Nägeln provozieren das Nägelkauen. Um diesen Anreiz gar nicht erst entstehen zu lassen, sollten die Nägel stets glatt gefeilt und die Hände regelmäßig eingecremt werden.

Eine Dartscheibe mit Pfeil im sogenannten Bulls Eye
(c) Colourbox

Anreize schaffen und Ziele setzen

Wie bei vielen anderen schlechten Angewohnheiten auch, hilft es, sich Anreize zu schaffen bzw. Ziele zu setzen. Bei Kindern könnte dies zum Beispiel ein Kinobesuch oder ein Eis als Belohnung dafür sein, das Kauen an den Nägeln sein zu lassen. Frauen, die aufgrund ihres Problems schon lange keinen Nagellack mehr tragen können, könnten als Anreiz einen besonderen Lack für die Nägel nehmen. Durch derartige Belohnungen wachsen das Durchhaltevermögen und der eigene Wille, endlich mit dem Nägelkauen aufzuhören.

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