Abgekaute Nägel sehen sehr unästhetisch aus, das Abkauen hilft aber vielen vermeintlich beim Abbau von Anspannungen wie Angst oder innere Unruhe. Oftmals beginnt diese Angewohnheit bereits im Kindergartenalter und hält bis in das Erwachsenenalter an. Wir erklären Ihnen die Ursachen für das Nägelkauen und was Sie dagegen tun können.Ursachen – warum kauen wir auf unseren Nägeln?
Es heißt, dass saubere Hände und gepflegte Fingernägel der Spiegel der Seele sind. Ganz so weit hergeholt ist dieser Spruch nicht, oder haben Sie etwa einen guten Eindruck von jemandem mit ungepflegten Händen und abgekauten Nägeln? Wohl eher nicht. In der Fachsprache nennt sich das Abkauen von Nägeln im Übrigen Onychophagie. Auslöser und mögliche Ursachen hierfür gibt es viele – die meisten davon sind jedoch eher eine schlechte Angewohnheit und lassen sich problemlos behandeln. Das Knabbern an Stiften, Spielen mit Zahnstochern, Rauchen, Kauen von Kaugummi und auch das Kauen von Fingernägeln – alle diese Marotten entstehen oft aus ein und denselben Gründen:- Stress und Druck
- Innere Unruhe
- Nervosität
- Ängste
- Aggressionen
- Frustrationen
- Langeweile
- ADHS
- Psychische Störungen wie z.B. Impulskontroll- oder Bindungsstörungen
- Nagelbettentzündungen
- Dauerhafte Schädigung des Nagels sowie der Nagelhaut
- Zahnfehlstellungen
- Entzündungen des Zahnfleisches
- Beschwerden und Schädigung der Kaumuskulatur
- Knochenmarksentzündungen
Wie kann Nägelkauen behandelt werden?
In den meisten Fällen handelt es sich bei den Nägelbeißern um eine blöde Angewohnheit mit unästhetischen Folgen. Allerdings schaffen es nur wenige, aus eigener Kraft damit aufzuhören. Solange es sich nicht um einen Zwang handelt, lässt sich das Nägelkauen bei Kindern und Erwachsenen jedoch mit einfachen Tipps wieder abgewöhnen: [/tps_header]
Tinktur mit Bitterstoffen aus der Apotheke
Ein spezieller Nagellack kann helfen, das lästige Nägelkauen sein zu lassen. Der Nagellack besteht aus einer hohen Menge an Bitterstoffen und ist farblos. Aufgrund des bitteren Geschmacks soll es den Betroffenen davon abhalten, weiter an seinen Nägeln zu kauen. Die bittere Tinktur erhalten Sie rezeptfrei in der Apotheke, sie ist auch für kleine Kinder unbedenklich.

Künstliche Fingernägel
Es gibt künstliche Fingernägel, die einem Naturnagel in nichts nachstehen. Somit kann dieser Tipp auch von Jungs oder Männern umgesetzt werden. Künstliche Fingernägel schützen die eigenen Nägel und sind so hart, dass Betroffene sie kaum abkauen können.
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Pflaster auf die Fingerkuppen
Ebenso einfach wie genial ist der Trick, einfach ein Pflaster auf die Fingerkuppe zu kleben, sodass hier nicht mehr geknabbert werden kann. Einziger Nachteil: Die Pflaster halten meist nicht allzu lange und müssen dementsprechend häufig ausgewechselt werden.

Verhaltenstherapie
Manchen hilft es, sich selbst einer kleinen Verhaltenstherapie zu unterziehen. Mediziner sprechen hierbei vom sogenannten „Habit Reversal Training“ (Reaktionsumkehr). Es geht darum, das Nägelkauen gegen etwas anderes zu ersetzen. Das kann zum Beispiel das Lutschen von zuckerfreien Bonbons sein, sich auf die Hände zu setzen, mit den Fingern einen Mini-Igel-Ball zu rollen oder einen Anti-Stress-Ball zu kneten. Diese Methode ist im Übrigen wissenschaftlich erprobt.

Nagelpflege
Nägelkauer sollten auf eine regelmäßige Nagelpflege achten. Denn raue Hände oder überstehende Nagelhaut und kleine Ecken in den Nägeln provozieren das Nägelkauen. Um diesen Anreiz gar nicht erst entstehen zu lassen, sollten die Nägel stets glatt gefeilt und die Hände regelmäßig eingecremt werden.

Anreize schaffen und Ziele setzen
Wie bei vielen anderen schlechten Angewohnheiten auch, hilft es, sich Anreize zu schaffen bzw. Ziele zu setzen. Bei Kindern könnte dies zum Beispiel ein Kinobesuch oder ein Eis als Belohnung dafür sein, das Kauen an den Nägeln sein zu lassen. Frauen, die aufgrund ihres Problems schon lange keinen Nagellack mehr tragen können, könnten als Anreiz einen besonderen Lack für die Nägel nehmen. Durch derartige Belohnungen wachsen das Durchhaltevermögen und der eigene Wille, endlich mit dem Nägelkauen aufzuhören.
Nägelkauen bei Erwachsenen: Keine Seltenheit
Nägelkauen ist keineswegs nur ein Kinderthema. Laut einer Auswertung des medizinischen Fachportals Gelbe Liste liegt das Durchschnittsalter Betroffener bei rund 29 Jahren, wobei die Angewohnheit im Schnitt bereits mit 16 Jahren beginnt und bei vielen bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt. Etwa 61 Prozent der Betroffenen sind Frauen. Bemerkenswert: Nur rund 19 Prozent suchen deswegen ärztliche oder therapeutische Hilfe – dabei kann gerade bei hartnäckigem Nägelkauen im Erwachsenenalter, wenn zusätzlich Ängste oder depressive Verstimmungen eine Rolle spielen, eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein. Zeigen die oben genannten Tipps über mehrere Wochen keine Wirkung, ist der Gang zum Hausarzt, Dermatologen oder Psychotherapeuten ein sinnvoller nächster Schritt. (Quelle: Gelbe Liste)
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Zuletzt aktualisiert: Juli 2026




















