Portulak wird wieder beliebter – zu Recht, denn das Gemüse ist äußerst gesund und vielseitig einsetzbar.
Inhaltsverzeichnis
Portulak ist kalorienarm und zudem reich an Vitaminen. Gute Gründe, um ihn unter die Lupe zu nehmen. Portulak stand im Mittelalter beinahe täglich auf dem Tisch. Heutzutage kennt ihn jedoch kaum noch jemand. Aktuell erlebt die Pflanze jedoch eine Renaissance und wird immer häufiger auch in deutschen Restaurants serviert. Wir erklären Ihnen, warum Portulak auch auf Ihrem Speiseplan stehen sollte und wie Sie ihn richtig zubereiten.
Portulak – Herkunft und Anbau
Die genaue Herkunft von Portulaca Oleracea – so der lateinische Name des Portulaks – ist nicht ganz klar. Vermutet wird Indien, wobei er auch schon in den frühen babylonischen Schriften Mesopotamiens (heutiger Irak) auftaucht. Für den europäischen Raum wird die Pflanze inzwischen überwiegend in Belgien, Frankreich und Hollandangebaut.
Die dickfleischige und krautartige Pflanze ist sehr pflegeleicht und ertragreich. Bereits 4 Wochen nach der Aussaat kann das leckere und gesunde Gemüse geerntet werden. Wenn Sie Portulak auf dem Balkon oder im Garten selber anbauen möchten, dann sollten Sie die Samen am besten zwischenMärz und August einpflanzen. Achten Sie auf einen geschützten und warmen Platz und mischen Sie die Aussaaterde zur Hälfte mit Sand.
Wilder Portulak – auch Burzelkraut genannt – findet sich sogar häufig an Pflasterritzen oder Wegrändern. Diesen sollten Sie jedoch besser nicht essen, da sich der dort wachsende Portulak inzwischen eher zum Unkraut gewandelt und nur noch wenig mit einem schmackhaften Gemüse zu tun hat. > Essbare Wildpflanzen: Vitaminschätze aus der Natur
Inhaltsstoffe – wie gesund ist Portulak?
Portulak eignet sich hervorragend für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Mit gerade einmal 12-16 kcal pro 100 Gramm ist das Blattgemüse sehr kalorienarm und macht aufgrund seines Wasseranteils von rund 92 % schnell und lange satt.
Bemerkenswert sind der hohe Anteil an Vitamin K (0,2 Milligramm/100 g, deckt bereits den Tagesbedarf) und Magnesium (150 Milligramm/100 g). Hinzu kommen unter anderem noch:
Portulak besitzt im Übrigen zwanzig Mal so viel entzündungshemmende Alphalinolensäure wie Kopfsalat.
Bei den vielen gesunden Inhaltsstoffen ist es nicht verwunderlich, dass Portulak auch als Heilpflanze gilt. So soll das leckere Gemüse gegen Blasen- und Nierenleiden helfen, die Produktion von Serotonin im Gehirn anregen und die Gefäße schützen. Außerdem gilt es als blutreinigend und entzündungshemmend. > Oxalsäure in Blattgemüse: Schädlich oder harmlos?
Portulak für die Haut: Was zeigt die Forschung?
Weil Portulak reich an Vitamin C und Antioxidantien ist, wird das Blattgemüse zunehmend auch mit der Hautgesundheit in Verbindung gebracht. Vitamin C ist nachweislich an der körpereigenen Kollagenbildung beteiligt, die für die normale Funktion der Haut wichtig ist – dieser Zusammenhang gilt als wissenschaftlich gesichert.
Erste Laborstudien gehen noch einen Schritt weiter: Portulak-Extrakte zeigten in Zell- und Tierversuchen entzündungshemmende und antioxidative Effekte auf die Haut. Eine 2023 in der Fachzeitschrift Heliyon veröffentlichte Studie fand, dass ein Portulak-Extrakt Hautzellen im Labor vor lichtbedingter Hautalterung schützte (Quelle: PubMed). Eine weitere, an Mäusen durchgeführte Studie aus Frontiers in Nutrition (2022) beobachtete eine Linderung von Symptomen der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) durch Portulak-Extrakt (Quelle: PubMed). Wichtig einzuordnen: Diese Ergebnisse stammen aus Labor- und Tierversuchen mit hochkonzentrierten Extrakten – nicht aus Studien an Menschen, die Portulak als Lebensmittel gegessen haben. Ob der reine Verzehr des Blattgemüses einen messbaren Effekt auf die Haut hat, ist bislang nicht wissenschaftlich belegt. Als Teil einer vitaminreichen, ausgewogenen Ernährung kann Portulak die Hautgesundheit dennoch sinnvoll unterstützen.
Portulak in der Küche – Geschmack und Rezeptideen
In der Küche lassen sich Sommerportulak und Winterportulak – besser bekannt als Postelein (lat. Claytonia perfoliata) – wunderbar und vielfältig einsetzen. Oft findet man sie in Salaten, herzhaften Dips oder in Suppen und Smoothies. Er lässt sich auch wie Spinat als Beilage schmoren oder dünsten. Essbar sind sowohl die Blätter als auch die Stängel.
Während der Sommerportulak eine frische säuerlich-nussige Note aufweist und leicht salzig schmeckt, erinnert das Aroma des Winterportulaks eher an Feldsalat. Die Knospen wurden früher im Übrigen als Ersatz für Kapern genutzt. Obwohl Portulak und Postelein aufgrund ihres Aussehens gerne für ein und die gleiche Pflanze gehalten werden, sind beide nur entfernt miteinander verwandt. Portulak ist pflegeleicht und kann selber gezogen werden. (c) TwilightArtPictures/Fotolia
Rezept für überbackene Portulak Gnocchi
Zutaten für 4 Portionen:
1 kg mehligkochende Kartoffeln
200 g Mehl
80 g geriebener Parmesan oder Pecorino
250 ml Sahne
2 EL Crème Fraiche
3 Eier
200 g Portulak
Salz
Muskat
Kartoffeln waschen und ca. 30 Minuten in Salzwasser garen. Anschließend abgießen, schälen und durch die Kartoffelpresse drücken.
Während die Kartoffelmasse ausdampft, Portulak klein hacken. Nun ein Ei, das Mehl sowie den gehackten Portulak zu den Kartoffeln geben und mit Salz und Muskat abschmecken. Alles gut vermengen und zu einem glatten Teig kneten.
Auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. fingerdicke Rollen formen und aus den Rollen ca. 1 cm breite Stücke schneiden. Die Stücke über einen Gabelrücken rollen und die Gnocchis mit einem Küchentuch abgedeckt ungefähr 10 Minuten ruhen lassen.
Backofen auf 200° C Umluft vorheizen und Gnocchis in kochendes Salzwasser geben. Sobald sie an der Wasseroberfläche schwimmen, sind sie gar.
Nun die Sahne, die restlichen zwei Eier und den geriebenen Käse verquirlen und mit Muskat sowie wenig Salz würzen. Die fertigen Gnocchi mithilfe eines Schaumlöffels aus dem Wasser nehmen, abtropfen lassen und in eine Auflaufform geben. Mit der Eier-Käse-Sahne übergießen und für ca. 15-20 Minuten goldbraun überbacken.
Rezept für Kräuterbutter mit Portulak
250 g weiche Butter
50 g Pinienkerne
80 g Portulak
½ Bio-Zitrone
1 TL Chiliflocken
Meersalz
Pfeffer
Pinienkerne in einer Pfanne ohne Fett anrösten, abkühlen lassen und grob hacken.
Portulak waschen und ebenfalls grob hacken.
Nun die Pinienkerne sowie den Portulak und dem Schalenabrieb einer halben Bio-Zitrone unter die weiche Butter kneten.
Chiliflocken hinzufügen und mit Meersalz und Pfeffer abschmecken.
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