Online-Check Morbus Bechterew – schneller zur Diagnose
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Online-Check Morbus Bechterew – schneller zur Diagnose

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Je früher Morbus Bechterew erkannt wird, desto besser kann die rheumatische Krankheit behandelt werden. Die Berliner Universitätsklinik Charité bietet dafür einen Bechterew-Check im Internet an. Der Rheumatologe Prof. Dr. Denis Poddubnyy hat ihn mit entwickelt und erklärt die Ursachen von Morbus Bechterew.

Das häufigste Symptom von Morbus Bechterew sind anhaltende, meist tiefsitzende Rückenschmerzen, ausgelöst durch eine chronische Entzündung. Unbehandelt kann die Entzündung zu bleibenden Schäden an der Wirbelsäule führen. Der Welt-Rheuma-Tag am 12. Oktober bietet Gelegenheit, mehr über diese rheumatische Erkrankung zu erfahren. In diversen Vorträgen informieren Experten Betroffene und deren Angehörige über die Krankheit und die verschiedenen Therapiemöglichkeiten.

Symptome online checken

Die Symptome von Morbus Bechterew sind meist unspezifisch. Betroffene haben zunächst Rückenschmerzen – das kennt ja fast jeder. So vergehen häufig sechs bis acht Jahre, bis die richtige Diagnose gestellt wird. Eine möglichst frühe Diagnose ist allerdings die Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie von Morbus Bechterew. Die Berliner Charité hat dafür den Bechterew-Check entwickelt, der sich online durchführen lässt. „Der Betroffene beantwortet eine Reihe von Fragen zu typischen Symptomen der Erkrankung“, erklärt Prof. Dr. Denis Poddubnyy, Leiter der Rheumatologie am Campus Benjamin Franklin der Charité. „Entsprechend der Antworten und ihrer Gewichtung erhält er direkt im Anschluss eine Einschätzung mit einer Empfehlung, ob eine weiterführende Abklärung beim Rheumatologen erfolgen sollte oder nicht.“

Der Bechterew-Check ersetzt keine Beratung und Untersuchung beim Facharzt, kann aber als erste Orientierung dienen. Wenn die Auswertung des Online-Fragebogens den Verdacht erhärtet, sollte möglichst bald ein Facharzt einbezogen werden, denn der Check weist häufig zutreffend auf die chronisch-entzündliche Krankheit hin. Prof. Poddubnyy: „Jeder fünfte von denen, die neben chronischem Rückenschmerz nur ein weiteres Symptom aus dem Fragebogen als auf sich zutreffend beantwortet hatte, litt auch an einem Morbus Bechterew.“

Bei der Therapie von Morbus Bechterew werden in der Regel nichtmedikamentöse Maßnahmen wie Physiotherapie mit der Einnahme von Medikamenten kombiniert. Antirheumatika können akute Beschwerden lindern, Immunsuppressiva die Autoimmunreaktion dämpfen. Biologika werden eingesetzt, um gezielt ins Immunsystem einzugreifen, damit Entzündungen und Symptome gar nicht erst entstehen.

Was die Krankheit auslöst

Ausgelöst wird Morbus Bechterew durch eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Die Veranlagung dazu ist erblich. Bei den meisten der Betroffenen lässt sich das Protein HLA-B27 nachweisen, das an der Steuerung des Immunsystems beteiligt ist. „Etwa achtzig Prozent aller Patienten mit Morbus Bechterew tragen dieses Antigen“, so Prof. Poddubnyy, „verglichen mit etwa acht Prozent in der Gesamtbevölkerung in Deutschland“. Dieses Erbmerkmal führt aber nicht automatisch zu Morbus Bechterew. Umgekehrt kann es auch passieren, dass Menschen ohne HLA-B27 erkranken.

Prof. Poddubnyy erforscht die Krankheit seit vielen Jahren: „Offenbar löst auch eine bestimmte Gruppe oder sogar mehrere Gruppen von Darmbakterien die Entzündungsreaktionen aus. Welche das genau sind und ob man es verhindern kann, müssen wir noch herausfinden.“ Die Ernährung spielt ebenfalls eine Rolle. Inzwischen ist wissenschaftlich belegt, dass chronische Entzündungen durch den Verzehr von viel Zucker und Kohlenhydraten gefördert werden können.

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