CT oder MRT – was ist besser? Lesen Sie hier, wie Computertomografie und Magnetresonanztomografie funktionieren.
Inhaltsverzeichnis
Kaum eine medizinische Diagnose wird heute ohne bildgebendes Verfahren gestellt. Lesen Sie hier, wie CT und MRT funktionieren, wofür sie gut sind und worin die Unterschiede liegen. Gibt es Einblutungen im Gehirn? Woher kommt die Zyste im Knie? Hat der Tumor gestreut? Um das herauszufinden, brauchen Ärzte ein Bild. Schließlich können sie ja nicht in uns hineinsehen. Computertomografie und Magnetresonanztomografie sind zwei bildgebende Verfahren, die den Arzt bei seiner Diagnose hilfreich unterstützen.
Was ist Computertomografie (CT)?
Eine Computertomografie knipst Bilder im Körperinnern. Dazu wird der Körper in einer Röhre schichtweise geröntgt. Früher belichteten die Röntgenstrahlen eine Art Fotopapier. So entstand ein Negativbild. Heute erzeugt ein Computer aus den gemessenen Daten digitale 3-D-Bilder. Ein Kontrastmittel macht die Bilder häufig aussagefähiger. Mit Hilfe eines CT erkennt der Arzt selbst kleine Veränderungen (Verletzungen, aber auch Tumore oder Metastasen) sehr gut. Bei einem einfachen Röntgenbild werden solche Veränderungen oft von anderen „Innereien“ überlagert und sind deshalb nicht sichtbar.
Wann macht man eine Computertomografie?
Ein CT macht gute Bilder von Organen, Lymphknoten, Knochen oder Gefäßen. Dafür werden Computertomografien hauptsächlich verwendet:
Kopfverletzungen bei Unfallopfern
Schlaganfall
Knochenbrüche
innere Verletzungen
Tumorverdacht im Brust-, Bauch- und Beckenraum
Abschätzung der Größe und Lage von Tumoren oder Metastasen
Abklärung von Organveränderungen
Die Vorteile einer Computertomografie
kurze Untersuchung
kein „Verwackeln“ der Bilder
schnelle Diagnosemöglichkeit bei Schwerverletzten
billiger und leiser als MRT
die vergleichsweise kurze Röhre ist auch für klaustrophobische Patienten geeignet
auch für Patienten mit Herzschrittmachern, Defibrillatoren oder bestimmten Metallimplantaten geeignet
Die Nachteile einer Computertomografie
höhere Strahlenbelastung als beim Röntgen
Nebenwirkungen durch Kontrastmittel
Wie funktioniert die Magnetresonanztomografie (MRT)?
Die Magnetresonanztomographie (auch Kernspintomografie, Kernspin) ist ein sehr kompliziertes bildgebendes Verfahren. Auch hier muss der Patient in eine Röhre. Das MRT-Gerät beeinflusst mit Hilfe von starken Magneten und Radiowellen kurzfristig die Wasserstoffatome im Körper. Aus den erzeugten Veränderungen berechnet das MRT-Gerät detaillierte Momentaufnahmen aus dem Inneren des Körpers.
So kann der Arzt verschiedene Gewebearten wie Knorpel, Muskeln und Sehnen besser unterscheiden und auffällige Veränderungen im Gewebe erkennen. Auch „weiches“ Gewebe wie etwa das Gehirn und innere Organe sind auf einem MRT deutlich besser und genauer erkennbar als mit einem CT. Eine Magnetresonanztomografie kommt zudem gänzlich ohne schädliche Strahlen aus. Gegebenenfalls wird ein Kontrastmittel gegeben. Dieses enthält, anders als andere Röntgen-Kontrastmittel, kein Jod, sondern meist Gadolinium. MRT und CT – beide Verfahren haben verschiedene Vor- und Nachteile. (c) Kzenon/Fotolia
Wann macht man eine Kernspintomografie?
Ein MRT macht besonders gute Aufnahmen von Gehirn, Rückenmark, inneren Organen, weiblicher Brust (Ausnahme der Lunge), Muskeln und Gelenken. Sogar das schlagende Herz ist zu sehen. Kernspintomografien werden hauptsächlich bei folgenden Erkrankungen verwendet:
Erkrankungen des Gehirns (Schlaganfall)
Erkrankungen des Rückenmarks
Tumore
Entzündungen
Metastasen
Veränderungen innerer Organe
Veränderungen an Gelenken und Gelenkknorpeln (Ellenbogen, Hand, Knie, Sprunggelenk, Füße)
Untersuchung der Funktionsfähigkeit des Herzens
Kernspin-Mammographie, wenn durch andere Verfahren ein Brustkrebs-Verdacht nicht sicher ausgeräumt werden kann,
Die Vorteile einer Kernspintomografie
risikolos
strahlungsfrei
gestochen scharfe Aufnahmen
auch für Kinder und Schwangere geeignet
für Patienten geeignet, die kein jodhaltiges Kontrastmittel vertragen (kommt beim CT zum Einsatz)
kann Eingriffe in den Körper ersetzen
Die Nachteile einer Kernspintomografie
längere Untersuchungsdauer (zwischen 15 und 30 Minuten)
nicht für Patienten mit Herzschrittmachern und Innenohrprothesen (Cochleaimplantaten) geeignet
die an- und abschaltenden Magnetfelder erzeugen sehr laute Geräusche (Ohrstöpsel verwenden oder Musik hören)
einige Patienten bekommen im Gerät Platzangst
nicht geeignet für schnelle Abklärung (zum Beispiel Herzinfarkt)
CT oder MRT: Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick
Welches Verfahren „besser“ oder „genauer“ ist, lässt sich nicht pauschal sagen – es hängt davon ab, was untersucht werden soll. Knochen, Lunge und akute Blutungen zeigt das CT schnell und sehr gut, Weichteile wie Gehirn, Rückenmark, Bandscheiben, Knorpel, Bänder und viele Organe stellt das MRT deutlich detaillierter dar. Bei Tumoren werden je nach Fragestellung oft beide Verfahren eingesetzt. Die Entscheidung trifft der behandelnde Arzt anhand der konkreten Fragestellung. Die folgende Tabelle fasst die zentralen Unterschiede zusammen:
CT (Computertomografie)
MRT (Kernspintomografie)
Funktionsprinzip
Röntgenstrahlen, schichtweise Aufnahmen
Starkes Magnetfeld und Radiowellen, keine Röntgenstrahlen
Strahlenbelastung
Ja – z. B. Kopf ca. 2 mSv, Brustkorb ca. 5 mSv, Bauchraum ca. 10 mSv
Keine
Dauer
Etwa 5 bis 30 Minuten, die eigentliche Aufnahme oft nur Sekunden
Vorher abklären; Herzschrittmacher nur bei ausdrücklich MR-tauglichen Modellen unter besonderen Bedingungen
Kosten
Günstiger
Teurer (bei medizinischer Notwendigkeit übernimmt die Krankenkasse beide Verfahren)
Strahlenbelastung beim CT in Zahlen
Zur Einordnung: Die natürliche Strahlenbelastung in Deutschland liegt laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bei durchschnittlich 2,1 Millisievert (mSv) pro Jahr. Ein CT des Kopfes entspricht mit rund 2 mSv also etwa einer Jahresdosis, ein CT des Bauchraums mit rund 10 mSv etwa fünf Jahresdosen – eine einfache Röntgenaufnahme des Brustkorbs dagegen nur 0,04 mSv (BfS-Dosiswerte). Obwohl CT-Untersuchungen nur etwa 8 Prozent aller Röntgenuntersuchungen ausmachen, verursachen sie mehr als 60 Prozent der medizinischen Strahlenexposition. Deshalb gilt: Ein CT sollte nur gemacht werden, wenn es medizinisch wirklich nötig ist – und bei Kindern, Jugendlichen und Schwangeren wird, wenn möglich, das strahlungsfreie MRT bevorzugt. Hinweis zu Herzschrittmachern: Früher war ein MRT für Schrittmacher-Patienten grundsätzlich ausgeschlossen. Inzwischen gibt es MR-taugliche („MR-conditional“) Schrittmacher und Defibrillatoren, die unter festgelegten Bedingungen (Feldstärke, Untersuchungsdauer, vorherige Umprogrammierung durch die Kardiologie) untersucht werden dürfen. Laut dem gemeinsamen Konsensuspapier der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie und der Deutschen Röntgengesellschaft ist dafür immer eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung und eine Abstimmung zwischen Radiologie und Kardiologie nötig. Wer ein Implantat trägt, sollte dies vor jeder MRT-Untersuchung unbedingt angeben und den Implantatausweis mitbringen. Die Untersuchungsdauern in der Tabelle stammen von gesundheitsinformation.de (IQWiG).
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