Cannabis auf Rezept

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Cannabis auf Rezept: So beantragt man die Therapie bei der Krankenkasse

Wer unter starken Schmerzen leidet oder unter der Aufmerksamkeitsstörung ADHS, wird heute mit Arzneimitteln behandelt – die allerdings heftige Nebenwirkungen haben. Opioide machen schnell abhängig und das bei ADHS verwendete Methylphenidat hemmt den Appetit und kann zu Schlafstörungen führen. Cannabis gilt als eine mögliche Alternative – gerade in der Behandlung von Schmerz- oder Angstpatienten. Allerdings ist die Droge in Deutschland (noch) verboten. Aber: Es gibt die Möglichkeit einer Verschreibung über den Arzt. Welche Hürden hat der Gesetzgeber eingebaut, um wirklich nur medizinische Zwecke in den Vordergrund zu stellen?

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Abbildung 1: Cannabis kann bei gewissen Leiden eine Hilfe darstellen. Doch vorher sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt erfolgen, um herauszufinden, ob eine medizinische Indikation tatsächlich vorliegt. Bildquelle: @ Jeff W / Unsplash.com

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Cannabis auf Rezept: Wie geht das? 

Cannabis unterliegt in Deutschland als Rauschmittel einer sehr strengen Regulierung. Es darf nicht einfach frei verkauft werden. Sowohl dessen Anbau/Herstellung als auch der Vertrieb ist einer breiten Öffentlichkeit gesetzlich untersagt. Aber: Es gibt die Bestrebung, ab 2024 die Vorschriften zu lockern. Und auch vorher darf Cannabis bzw. dürfen Hanfprodukte bereits zu medizinischen Zwecken verwendet werden.

Aber: Die Hürden auf dem Weg zum Cannabis-Rezept sind ziemlich hoch. Ärzte dürfen sogenannte BtM-Rezepte (Betäubungsmittel) nur in einem sehr eng eingegrenzten Rahmen ausstellen. 2021 hat die Bundesopiumstelle mehr als 15,1 Millionen Betäubungsmittel-Rezepte verschickt (dazu gehören aber auch Verschreibungen zur Behandlung von ADHS usw.). 

Wer sich dafür interessiert, sollte sich diesen Leitfaden zur Antragstellung genauer anschauen. Um ein Cannabis-Rezept auszustellen, sind folgende Anforderungen zu erfüllen:

  1. Vorliegen einer passenden Erkrankung
  2. Alternativen aus dem Behandlungskatalog fehlen oder sind für den Patienten mit zu vielen Nachteilen – Stichwort Nebenwirkungen und Kontraindikationen – verbunden
  3. Cannabis ist mit hoher Wahrscheinlichkeit in der Lage, den Gesundheitszustand zu verbessern.

Dass ein Arzt das BtM-Rezept ausstellt und Patienten Cannabis auch tatsächlich erhalten, sichert noch keine Kostenübernahme durch die Krankenversicherung. Leider sind Ablehnungen für die Übernahme immer noch an der Tagesordnung. Medienberichten zufolge lehnten die Kassen allein in 2018 mehr als ein Drittel der eingereichten Rezepte ab – obwohl dies eigentlich nur in Einzelfällen passieren darf. 

Welche Erkrankungen rechtfertigen die Verschreibung von Cannabis beim Arzt?

Cannabis: Nur bei medizinischer Indikation

Cannabis bzw. Hanf gilt aufgrund des berauschenden Wirkstoffs THC immer noch als Droge. In den letzten Jahren hat es in der EU und in vielen anderen Ländern zunehmend Bemühungen einer Lockerung gegeben. Dazu gehört die Möglichkeit, Cannabis auch auf Rezept in ärztlichen Therapien einzusetzen.

Aber: Der Konsum ist wirklich nur dann legal, wenn die medizinische Indikation dafürspricht. Es gibt verschiedene Krankheiten, bei denen Cannabis unter Umständen eingesetzt wird:

  1. Chronische Schmerzen
  2. Multiple Sklerose
  3. Paraplegie und Epilepsie
  4. Tourette-Syndrom
  5. Depressive Störungen
  6. ADHS.

Darüber hinaus können Cannabinoide auch im Zusammenhang mit einer Krebstherapie eingesetzt werden – etwa gegen die Übelkeit im Rahmen der Chemotherapie.

Ein weiterer Grund für die Verschreibung kann in Angst- und Panikstörungen liegen. Hier macht sich die Medizin die beruhigende Wirkung zunutze. Aber auch für Schlafstörungen haben Hanfprodukte einen positiven Effekt.

Trotz dieser breiten Anwendungsmöglichkeiten sind Schmerzbehandlungen besonders stark vertreten. Schätzungen, welche auf Auswertungen zur Verschreibung von Cannabis beruhen, gehen von etwa drei Viertel für den Zeitraum bis März 2022 aus. Für den Zeitraum 2022 geht das Statistikportal Statista von mehr als 432.000 Verschreibungen in der gesetzlichen Krankenversicherung aus.

Ab 2024 könnte sich diese Situation noch einmal grundlegend ändern. Kommt die Legalisierung wie geplant, darf Hanf auch privat angebaut werden – allerdings nicht für den freien Verkauf. Pro erwachsener Person ist ein Bestand von drei Pflanzen erlaubt. Patienten können dann – zumindest in der Theorie – ihr benötigtes Cannabis im eigenen Garten anbauen.

Fazit: Bei Schmerzen und Panikattacken Cannabis konsumieren

Cannabis gilt in den Köpfen vieler immer noch als Einstiegsdroge. Aber: Hanfprodukte können auch in einem medizinischen Kontext wirksam sein. Dafür muss Cannabis aber auf Rezept verordnet werden. Bislang gelten dafür bestimmte Hürden. Leiden, bei denen Cannabis zum Einsatz kommt, sind unter anderem Schmerzbehandlungen oder Angst- und Panikstörungen – aber auch ADHS und Epilepsie. Trotzdem sollten Betroffene immer einen Arzt konsultieren und abklären, ob eine Nutzung sinnvoll und hilfreich ist.

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