Alternativmedizin & Naturheilkunde

Kurkuma: So gesund ist die exotische Wurzel

Kurkuma ist nicht nur ein vielseitig einsetzbares Gewürz. Die gelbe Wurzel, die zu den Ingwergewächsen zählt, ist auch eine Heilpflanze mit großem Wirkungsbereich. Wir stellen die “Zauberwurzel” näher vor und zeigen Ihnen ein Rezept für Kurkuma Milch.

Eine Infografik mit verschiedenen Fakten zu Kurkuma. Sie zeigt Wissenswertes über die gesundheitliche Wirkung der Wurzel.

Kurkuma (lateinisch Curcuma longa), auch Gelbwurz oder Gelber Ingwer genannt, stammt ursprünglich aus Südostasien. Besonders in Indien wird die Kurkuma-Pflanze hochgeschätzt. So dient sie in der indischen Küche als Gewürz, das Curry-Gerichten eine kräftige gelbe Farbe verleiht. Wegen des gelben Farbstoffs wird die Pflanze auch indischer Safran genannt.

Die ayurvedische und die traditionell chinesische Medizin setzen schon seit Jahrhunderten auf Kurkuma. Doch auch hierzulande hat sich ihre heilende Wirkung bereits herumgesprochen. Das Gewächs hat sich dabei zum Liebling der Gesundheitsforscher in der Pflanzenheilkunde entwickelt.

Wie gesund ist Kurkuma?

Die Wurzel hat viele gesunde Inhaltsstoffe zu bieten, darunter:

  • mehrere B-Vitamine, zum Beispiel Vitamin B3, wichtig für gesunde Muskeln und Nerven
  • Vitamin C: unterstützt unter anderem die Immunabwehr
  • Kalium: wichtig für den Blutdruck und die Gesundheit des Herzens
  • Magnesium: hemmt zum Beispiel die Ausschüttung von Stresshormonen
  • Zink: unter anderem am Zellwachstum beteiligt.

Der wohl interessanteste Bestandteil ist jedoch der Farbstoff Curcumin. Er zählt zu den sekundären Pflanzenstoffen und hat eine antioxidative Wirkung. Das bedeutet, Curcumin kann räuberische, zellschädigende Sauerstoffmoleküle – sogenannte freie Radikale – unschädlich machen.

> Was sind Antioxidantien? 

Bisher gehen wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Curcumin vor allem auf Untersuchungen im Labor, nicht am Menschen, zurück. Wie sich der Wirkstoff also direkt auf körperliche Prozesse auswirkt, ist noch nicht eindeutig belegt. Man geht aber davon aus, dass er eine antivirale, antibakterielle, leberschützende und entzündungshemmende Wirkung besitzt.

Im Allgemeinen werden Curcumin folgende Wirkungen zugeschrieben:

  • hilft bei Verdauungsstörungen,
  • lindert Übelkeit und Völlegefühl,
  • mindert Appetitlosigkeit,
  • hilft bei Blähungen,
  • reguliert Fehlfunktionen der Galle.

Kurkuma wirkt sich also insgesamt positiv auf den Magen-Darm-Trakt aus. Außerdem wird dem Gelbwurz nachgesagt, dass er den Heilungsprozess bei Arthrose unterstützt, vor Herzinfarkten schützt, sich positiv auf die Funktion der Blutgefäße auswirkt, die Beschwerden bei Diabetes mildert und das Fortschreiten von Alzheimer verlangsamt.

Auch wenn mit Kurkuma manchmal konventionelle Krebstherapien ergänzt werden: Wissenschaftler warnen davor, große Heilserwartungen mit der Kurkuma Wurzel zu verknüpfen. Einige Forscher gehen zwar davon aus, dass sie das Wachstum bestimmter Tumore hemmt. Ausreichende Belege gibt es für diese Eigenschaft aber nicht.

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Kurkuma zählt zu den Heilpflanzen

Kurkuma sieht Ingwer äußerlich ähnlich, innen ist die Wurzel aber gelb-orange. (c) Colourbox

Wie hilft Kurkuma dem Immunsystem?

Wer unter einem schwachen Immunsystem leidet und immer wieder von Erkältungen oder gar Fieber geplagt wird, für den ist Kurkuma eine Möglichkeit, den Abwehrkräften auf die Sprünge zu helfen. Das Curcumin kann den Körper bei der Bildung von T-Zellen (auch T-Lymphozyten genannt) unterstützen. Diese sind Teil der Immunabwehr.

Wer also regelmäßig Kurkuma zu sich nimmt, stabilisiert damit sein Immunsystem. Außerdem wirken sich die antibakteriellen, antiviralen und entzündungshemmenden Eigenschaften der Wurzel positiv auf die Bekämpfung von Infekten aus.

Wie kann man Curcumin aufnehmen?

Der Hauptwirkstoff im Gelbwurz, das Curcumin, ist schlecht wasserlöslich und besitzt dadurch eine relativ geringe Bioverfügbarkeit. Damit es der Körper gut aufnehmen kann, sollten Sie das Pulver immer mit Fett (zum Beispiel fetthaltiger Milch oder einem Teelöffel Leinöl) mischen. Auch das in schwarzem Pfeffer enthaltene Piperin kann zur besseren Aufnahme beitragen.

Verzehrempfehlungen

Zu therapeutischen Zwecken sollten Sie täglich circa einen halben bis einen Teelöffel Kurkuma-Pulver zu sich nehmen. Hoch konzentriert kann das gelbe Pulver sehr bitter schmecken. Gefährlich ist eine zu hohe Dosierung grundsätzlich nicht, allerdings sollten Menschen mit Gallenerkrankungen (z. B. Steine) vorher mit ihrem Arzt sprechen.

Alternativ können Sie aus einer frischen Wurzel auch Tee zubereiten. Für diesen brauchen Sie einen flachen Teelöffel des Wurzelstocks, gerieben oder in Scheiben geschnitten.

Falls Sie frische Wurzeln verwenden, tragen Sie bei der Zubereitung Handschuhe, denn das enthaltene Curcumin kann stark auf die Finger abfärben.

Übergießen Sie diesen mit einem viertel Liter kochendem Wasser. Lassen Sie den Sud sechs Minuten lange ziehen. Sieben Sie dann die Wurzel ab, bevor Sie den Kurkuma Tee heiß genießen. Er wirkt wohltuend bei Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl oder Blähungen.

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Kurkuma-Rezepte

Kurkuma schmeckt sowohl in herzhaften als auch in süßen Gerichten. Sie können gemahlene Kurkuma zum Beispiel in Ihr Müsli oder Rührei geben oder über Obst streuen. Auch in Smoothies, Reis oder einer Gemüsepfanne schmeckt das Gewürz hervorragend.

Tipp: Kaufen Sie am besten Bio Kurkuma, um eine Belastung mit Pestiziden zu vermeiden.

Goldene Milch mit Kurkumapulver

Goldene Milch ist ein wunderbar stärkendes Getränk im Winter. (c) bilderhexchen/Fotolia

Rezept für Goldene Milch

Dieses Getränk ist ein wichtiger Bestandteil der Ayurveda-Medizin und ganz leicht zubereitet.

Zutaten:

  • 150 ml Milch, am besten mit 3,5 % Fettanteil oder höher
  • 1 TL Kurkuma-Pulver
  • 1/2 TL Ingwer
  • 1 Msp. Zimt
  • 1 Msp. schwarzer Pfeffer
  • 1 TL Honig, Reissirup, Agavendicksaft oder Kokosblütensirup

So geht’s:

  1. Die Gewürze vermengen und zusammen mit der Milch in einen Topf geben.
  2. Mit einem Schneebesen verquirlen und die Mischung aufkochen lassen.
  3. Kurz köcheln lassen und süßen.

Als vegane Alternative können Sie auch Pflanzendrinks verwenden, zum Beispiel Soja-, Hafer- oder Mandelmilch. Da bei diesen Produkten der Fettanteil jedoch häufig gering ist, sollten Sie etwas Leinöl hinzugeben. Das Öl verbessert die Aufnahme von Curcumin.

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