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Yoga und Pilates – wer profitiert?

Zu den großen Fitnesstrends gehören seit Jahren Yoga und Pilates. Auf den ersten Blick gleichen sich die beiden Bewegungslehren. Bei genauerem Betrachten zeigen sich jedoch einige Unterschiede.

Yoga und Pilates nehmen einen vorderen Platz auf den Stundenplänen von Fitness- und Gymnastikstudios ein. Augenfällig sind die Gemeinsamkeiten der beiden Bewegungslehren.

Was Yoga und Pilates verbindet

Yoga und Pilates setzen auf Körperübungen und Bewegungsabläufe. Beide steigern Ihr körperliches Wohlbefinden, stärken die Muskulatur, können Rückenprobleme erleichtern, Ihre Haltung und Körperwahrnehmung verbessern. Beide wirken eher ruhig, konzentrieren sich auf die Atmung. Doch nicht nur die Herkunft der beiden Programme unterscheidet sich.

Der Hintergrund des Yoga

Yoga und Pilates – die beiden Körperprogramme haben völlig unterschiedliche Geschichten. Während Pilates erst rund 100 Jahre alt ist, stammt Yoga aus Indien, wo sich diese praktische Lebensphilosophie vor über 2000 Jahren entwickelte. Wer nach dieser alten Lehre lebt, soll durch Meditation, Askese und körperliche Übungen einen höheren Bewusstseinszustand erreichen können.

Das Wort Yoga stammt aus der altindischen Sprache Sanskrit und bedeutet „anschirren“ oder „anjochen“. Man kann sich ein Joch vorstellen, wie es früher Ochsen zusammenspannte, das Körper und Geist verbindet. Das Mittel, das die Verbindung herstellt, ist der Atem.

Was Yoga umfasst

Auch wenn sich auf Youtube und Instagram schicke selbsternannte Yoginis wie Brezeln verbiegen, so ist Yoga keine asiatische Gymnastik. Yoga ist vielmehr eine aus Indien stammende philosophische Lehre, die auf fünf Pfeilern ruht:

  • Atmung (Pranayama)
  • Körperhaltungen (Asanas)
  • Ernährung
  • Entspannung
  • Positive Gedanken/Meditation

Es existieren viele verschiedene Schulen des Yoga. Manche legen ihren Schwerpunkt auf geistige Konzentration, andere auf Atemübungen, wieder andere auf Askese. Die im Westen populären Übungsstile, darunter Kundalini, Ashtanga oder Vinjasa, stellen die körperlichen Aspekte in den Vordergrund.

Sie orientieren sich meist am Hatha-Yoga. Die spirituelle Seite bleibt in der Regel unberücksichtigt. Dann entfaltet Yoga zwar nicht seinen vollen Effekt, sondern wirkt vor allem als gesunde Bewegungslehre – doch dagegen ist nichts einzuwenden.

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Was Yoga bewirkt

Im Zentrum des bevorzugt im Westen praktizierten Hatha-Yoga und seiner Abkömmlinge stehen die Asanas (Sanskrit: Asana = Sitz), die Körperübungen. Meistens sind es ruhige Haltungen, in denen der Übende verharrt. Eine der wichtigsten Wirkungen ist, den Gedankenfluss zur Ruhe zu bringen, sich ganz auf den Körper und den Atem zu konzentrieren. Entscheidend dabei ist, bewusst in die Übung hineinzugehen, dabei ruhig zu atmen, die Asana achtsam zu halten und wieder aufzulösen.

Wenn Sie regelmäßig üben, erfahren Sie folgende Wirkungen:

  • Sie stärken Ihr Gleichgewicht.
  • Ihre Ausdauer nimmt zu.
  • Sie verbessern Ihre Fähigkeit zur Koordination.
  • Sie gewinnen an Flexibilität.
  • Ihr Stoffwechsel kommt in Schwung.
  • Sie kräftigen Ihren Halte- und Bewegungsapparat.
  • Rückenprobleme bessern sich oder verschwinden ganz.
  • Sie schlafen tiefer und erwachen erholter.
  • Ihr Geist beruhigt sich und Sie können Stress besser bewältigen.

Für wen Yoga sich eignet

„Jeder kann Yoga üben, der atmen kann“, lautet ein berühmtes Zitat des Yogalehrers T.K.S. Krishnamacharya. Egal, welches Alter Sie haben, welches Gewicht und welchen Grad an Beweglichkeit, ob Sie schwanger sind oder gerade ein Baby bekommen haben: Yoga kann für Sie ein Weg sein, Entspannung und körperliche Zufriedenheit zu finden. Sogar Menschen, die im Rollstuhl sitzen, profitieren davon.

Es empfiehlt sich, anfangs in einer seriösen Yogaschule oder bei einem guten Lehrer Unterricht zu nehmen, um die Grundlagen, die korrekte Ausführung der Asanas und die richtige Atmung zu lernen. Danach können Sie im Prinzip überall üben. Es gibt Unmengen an Büchern, CDs, Online-Kursen, die Ihnen auf Ihrem Weg helfen.

Für wen Yoga sich weniger eignet

Sollten Sie lange kaum Bewegung gehabt haben, akute Probleme mit Rücken oder Gelenken vorliegen oder Sie gerade frisch operiert worden sein, halten Sie Rücksprache mit Ihrem Arzt, bevor Sie beginnen zu üben. Vor allem: Lassen Sie es ruhig angehen: Yoga und Ehrgeiz bilden einen Widerspruch.

Der Hintergrund von Pilates

„Alle Kraft kommt aus der Körpermitte“, war die tiefste Überzeugung des Deutschen Joseph Hubertus Pilates (1883 bis 1967). Im Zentrum des von ihm entwickelten Übungsprogramms steht die Kräftigung Ihrer Rumpfmuskulatur, also der Muskeln von Bauch, Beckenboden und Rücken. Um die 1920er-Jahre begann er mit der Konzeption seiner Methode.

Bei Pilates handelt es sich um ein ganzheitliches Körpertraining, wobei die Übungen vor allem die tief liegenden, kleinen Muskelgruppen ansprechen. Das Training setzt auf kräftigende Übungen, Stretching und bewusste Atmung.

Was Pilates umfasst

Pilates konzentriert sich auf die Körpermitte. Während des Trainings ist immer Ihr Kraftzentrum aktiviert, in der Pilates-Sprache „Powerhouse“ genannt. Dafür ziehen Sie den Bauch ein, als wollten Sie damit die Wirbelsäure berühren und spannen gleichzeitig den Beckenboden an.

Es existieren rund 500 Übungen, die zwischen Dehnung und Kräftigung der Muskulatur abwechseln. Wie beim Yoga steht die Atmung im Mittelpunkt. Der Unterschied liegt aber in der Atemtechnik: Beim Yoga atmen Sie durch die Nase ein und wieder aus. Beim Pilates holen Sie Luft durch die Nase, lassen Sie aus dem Mund herausfließen. 

Joseph Hubertus Pilates entwickelte fünf Geräte, die Sie bei der Ausführung der Übungen unterstützen. Alternativ können Sie frei auf der Matte trainieren.

Was Pilates bewirkt

Sie führen alle Übungen langsam und fließend aus, wodurch Sie Muskeln und Gelenke schonen. Mit Pilates können Sie Ihre

  • Muskulatur kräftigen,
  • Kondition steigern und den Kreislauf anregen,
  • Bewegungen besser koordinieren,
  • Haltung aufrichten,
  • Körperwahrnehmung vertiefen.

Für wen Pilates sich eignet

Pilates eignet sich für Sie, wenn Sie auf eine ruhige, konzentrierte Art üben wollen. Der Schein trügt: Ganz so leicht, wie es aussieht, ist das Training nicht. Wenn Sie dabei permanent Ihr Powerhouse angespannt halten, kann Pilates wirklich anstrengend, dabei aber sehr effektiv werden. Dass Sie durch die gekräftigte Muskulatur straffer aussehen, ist ein angenehmer Nebeneffekt.

Wichtig ist, dass Sie sich anfangs einen qualifizierten Unterricht suchen, damit Sie Bewegungs- und Haltungsfehler vermeiden. Und das ist nicht so einfach, denn der Name „Pilates“ ist nicht geschützt. Es gibt auch keine einheitlichen Ausbildungsrichtlinien. Im Prinzip kann sich deshalb jeder „Pilates-Trainer“ nennen. Zertifizierte Lehrer finden Sie über den Deutschen Pilates Verband.

Für wen sich Pilates weniger eignet

Sollten Sie unter bestimmten gesundheitlichen Vorbelastungen leiden, dann ist Pilates nicht die richtige Methode für Sie. Wenn Sie beispielsweise einen „flachen“ Rücken haben, also die Krümmung Ihrer Wirbelsäule nicht normal ausgeprägt ist, dann können manche Übungen Ihnen schaden. Das gilt ebenfalls für:

Wenn Sie über 50 Jahre alt sind und länger keinen Sport getrieben haben oder an einer chronischen Erkrankung leiden, dann sollten Sie Ihren Arzt fragen, bevor Sie mit dem Training beginnen.

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