Bewegung & Fitness

Wie Fitness und Gesundheit sich in Zeiten von Corona geändert haben

Vergessen sind alle Fitnesstrends, die in den letzten Monaten angekündigt wurden. Die Fitnessstudios haben geschlossen, Gruppen-Kurse wie etwa beim Yoga fallen aus, das gemeinsame Nordic Walking, im stürmischen Februar heiß ersehnt, kann nicht durchgeführt werden. Auch die Sportvereine bieten aufgrund von Corona nicht mehr die Möglichkeit, überschüssige Energie loszuwerden und Kalorien zu verbrennen.

Doch die Menschen geben sich nicht damit zufrieden, die gehorteten Lebensmittel zu futtern und dabei die Kuhle in der Couch zu vertiefen. Die gute Nachricht ist, dass die Deutschen sehr darauf bedacht sind, sich zu bewegen und fit zu bleiben. Dabei holen sie sich ihre Anleitungen immer öfter online. Laut einer Myprotein Studie ist die Suche nach „Home Workouts“ sprunghaft angestiegen:

Eine Statistik zum Suchvolumenanstieg des Wortes "Home Workout"

(c) myprotein.com

Dabei sind die Suchanfragen in den meisten Städten sehr hoch, wobei München bei den Anfragen pro Kopf eindeutig vorne liegt. In der bayrischen Landeshauptstadt leben aber wahrscheinlich nicht besonders viele Fitnessfreaks, die Zahlen spiegeln einfach nur die besonders starken Einschränkungen wieder, denen die Menschen in der aktuellen Krise ausgeliefert sind.

Platz Stadt je Kopf
1 München 1003
2 Hamburg 952
3 Stuttgart 916
4 Essen 866
5 Frankfurt 686

 

Es schlägt nun die Stunde all jener Trainer, die sich die digitalen Kommunikationskanäle bereits erarbeitet haben. Dabei berichten manche YouTube Fitnesslehrer, dass es den trainingswütigen Personen nicht in erster Linie darum gehe, eine möglichst große Anzahl von Videos konsumieren zu können. Vielmehr seien sie auf der Suche nach Struktur und Anleitung, die beim eigenverantwortlichen und selbst organisierten Training oft zu kurz kommen.

Doch wie hat sich das Trainingsverhalten der Deutschen noch verändert?

  • Joggen liegt im Trend, zumindest dort, wo der ungehinderte Zugang zu Grünanlagen und Parks möglich ist. In manchen Regionen Deutschlands ist dieser stark eingeschränkt. Zudem gibt es Warnungen, dass auch beim Laufen der Mindestabstand zu anderen Personen unbedingt eingehalten werden muss.
  • Neben Workouts, die rein mit dem Körpergewicht arbeiten, wollen viele Freizeitsportler auch während der Ausgangssperre auf das Gewichtestemmen nicht verzichten. Der Nachschub an Kurzhanteln ist dadurch schon gefährdet und wer bestellt, muss teilweise mit langen Lieferzeiten rechnen.
  • Viele Deutsche halten ihrem Fitnessstudio die Treue. Anstatt zu kündigen, warten sie sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung. Die Studios bieten ihrerseits die kostenfreie Nutzung ihrer Apps und arbeiten so an ihrer Kundenbindung.

Dieser Fitnesstrend kann durch die Krise helfen

Viele Trends sind aktuell im Abschwung, doch es gibt einen Bereich, der gerade von großer Bedeutung sein kann. Die Rede ist von der Verbindung zwischen Fitness und mentalem Wellness. Gleichzeitig mit dem Körper den Geist zu trainieren soll beim Sport zu Höchstleistungen verhelfen, doch es kann auch ermöglichen, eine Krise besser bewältigen zu können.

Beim geistigen Training geht es unter anderem darum, achtsam zu sein und sich im Hier und Jetzt zu verankern. Wer das schafft, kann auch besser mit den Sorgen und Ängsten umgehen, die in der momentanen Zeit vermehrt auftreten. Ängste beziehen sich in der Regel auf eine zukünftige Situation, die jedoch noch nicht eingetreten ist. Das macht sie oftmals irrational und überflüssig.

Sport hilft jedoch auf mehrerlei Weise, die Krise zu meistern. Er lenkt ab, vermittelt ein Gefühl von Autonomie und Machbarkeit und nährt die Gewissheit, Dinge in der Hand zu haben. Das nimmt dem Eindruck von Hilflosigkeit, die sich gerade ausbreitet.

Wie wird es nach der Krise um die Branche stehen?

Natürlich hat niemand eine Glaskugel, also bleibt die Zukunft ungewiss. Zur Zeit kann ohnehin nur spekuliert werden, wann wieder annähernd Normalität in das Leben einkehren wird. Was die Fitnessbranche betrifft, so wird sich nach der Krise wahrscheinlich alles wieder bei einem normalen Maß einpendeln.

Viele Nutzer entdecken gerade neue Kanäle und Onlinetrainer, denen sie vielleicht die Treue halten werden. Auch haben sie deutlich mehr Geräte zu Hause und können theoretisch auch später viel öfter daheim trainieren.

Doch der Besuch im Fitnessstudio ist viel mehr als nur Training. Er hat immer auch eine soziale Komponente. Man trifft seine Freunde und Trainingskollegen, man vergleicht sich mit anderen und wird dadurch angespornt, man tauscht sich über das Leben und den Alltag aus. Dieser Aspekt kommt beim heimischen Training natürlich viel zu kurz und wird aktuell schmerzlich vermisst. Den wenigsten Menschen gefällt es, isoliert zu sein und ihren normalen Beschäftigungen nicht nachgehen zu können.

> Die besten Fitness-Apps für zu Hause

Leider werden mit Sicherheit einige Studios auf der Strecke bleiben. Das gilt besonders für die kleinen Einrichtungen, die keine ausreichenden Rücklagen haben und von der Krise besonders hart getroffen werden. Sie haben auch keine Apps oder andere digitale Möglichkeiten, um mit den Kunden in Kontakt zu bleiben. Auf die kargen Zeiten wird also so manche Pleite folgen.

Für alle anderen gilt, dass sie wahrscheinlich noch deutlich mehr geschätzt werden. Wer einmal versucht hat, seinen Trainingsplan allein durchzuziehen, wird seinen Trainer richtig vermissen lernen. Dieser spendet nicht nur Motivation und bringt einen immer weiter voran, er hat auch die nötigen Tipps, damit das Training die gewünschten Erfolge bringt, korrigiert die Haltung und hilft so, sportbedingte Verletzungen zu vermeiden.