Blut & Immunsystem

Weniger Salz stärkt die körpereigenen Abwehrkräfte

Weniger Salz ist gut für die körpereigene Abwehr. Denn wer zu viel Salz zu sich nimmt, bringt sein Immunsystem aus dem Gleichgewicht.

Das haben Forscher des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin in der Helmholtz-Gemeinschaft (MDC) und der Charité-Universitätsmedizin Berlin in einer aktuellen Studie herausgefunden. Ein erhöhter Salzkonsum hatte bei Nagern, die als Versuchstiere dienten, eine verzögerte Wundheilung zur Folge. Für den Einsatz von Salz in der Ernährung gilt also das Motto: „weniger ist mehr“. Doch welcher Mechanismus steckt genau dahinter?

Weniger Salz stärkt das Immunsystem

Zu weniger Salz im Essen raten Ernährungswissenschaftler und Ärzte schon seit langem. Sie warnen in regelmäßigen Abständen vor zu hohem Salzkonsum, denn Kochsalz (Natriumchlorid) treibt den Blutdruck in die Höhe und gilt als Mitverursacher für chronische Erkrankungen, Schlaganfall, Herzinfarkt, Autoimmunerkrankungen (beispielsweise Multiple Sklerose) bis hin zu Krebs. „Doch sind die Erkenntnisse darüber zum Teil noch sehr umstritten, weil man die Mechanismen nicht kennt“, weiß Prof. Dominik Müller vom Experimental and Clinical Research Center in Berlin-Buch und der Charité-Universitätsmedizin Berlin. „Und wir wissen auch nicht, was genau zu viel Salz ist, beziehungsweise, wie viel Salz man essen kann, um noch auf der sicheren Seite zu sein“.

Weniger Salz beschleunigt die Wundheilung

Die Forscher vermuten, dass zunächst die Gene bei den genannten Erkrankungen eine Rolle spielen. Doch damit lässt sich der starke Anstieg an Autoimmunerkrankungen wie Rheuma und anderen Entzündungskrankheiten nicht allein erklären. Auch Umweltfaktoren stehen unter Verdacht, für diese Erkrankungen mit verantwortlich zu sein.  Besonders im Visier haben die Forscher die typisch „westliche“ Ernährungsweise, die oft sehr fett- und salzhaltig ist.

Relativ neu ist die Erkenntnis, dass eine salzhaltige Ernährung auch unterschiedlichste Auswirkungen auf das Immunsystem hat. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass zu viel Salz in der Nahrung eine bestimmte Gruppe von Makrophagen (Fresszellen) des Immunsystems schwächt. Diese haben unter anderem die Aufgabe, im Körper Entzündungen zu bekämpfen. Bei den mit salzhaltigem Futter ernährten Nagern verzögerte sich dadurch die Wundheilung.

Eine weitere Wirkung von Salz auf das Immunsystem wurde bereits 2013 publiziert. In einer Studie wurde nachgewiesen, dass die Entstehung von Autoimmunerkrankungen durch einen erhöhten Salzkonsum gefördert wird. Ursache dafür ist ein massiver Anstieg einer bestimmten Gruppe aggressiver Immunzellen (Th17-Helferzellen) im Körper durch den erhöhten Salzkonsum.

Weniger Salz ist gesünder

Ist ein übermäßiger Salzkonsum jetzt wirklich so gesundheitsschädlich? Ohne Salz kommen wir auch nicht aus, es ist für uns lebensnotwendig, da es den Wasserhaushalt unseres Körpers reguliert. Im Frühjahr 2015 wiesen einige Forscher bei Patienten und Nagetieren zwar nach, dass ein erhöhter Salzkonsum das Immunsystem auch auf Trab bringt und hilft, bakterielle Infektionen in der Haut schnell zu bekämpfen. Prof. Müller warnt dennoch davor, zu viel Salz zu essen: „Die Risiken überwiegen den Nutzen.“

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