Gesund bleiben

Was tun bei einer Vorhautverengung?

Nur wenigen Menschen fällt es leicht, über Leiden im Genitalbereich zu reden. Doch manchmal muss es einfach sein, denn eine Vorhautverengung kann äußerst schmerzhaft sein – vor allem im Liebesleben. Was genau eine Vorhautverengung ist und wie sie erfolgreich behandelt werden kann, ist im Folgenden zusammengefasst.

Die Vorhaut eines erwachsenen Mannes lässt sich im gesunden Zustand schmerzfrei über die Eichel zurückziehen. Funktioniert das nicht, weil die Vorhaut verklebt ist oder zu eng anliegt, verursacht dieses Zurückschieben Schmerzen. Dies wird als Vorhautverengung oder mit fachlichem Ausdruck als „Phimose“ bezeichnet.

Welche Ursachen kann eine verengte Vorhaut haben?

Rund 96 Prozent aller Jungen kommen mit einer verengten oder verklebten Vorhaut zur Welt. Dies schützt die Harnröhre des Babys vor Entzündungen. Die Vorhautverengung bei neugeborenen Jungen bildet sich allerdings in der Regel nach einigen Jahren von selbst zurück.

Tritt die Verengung bei Erwachsenen auf, ist sie oft Folge einer Verletzung. Die Vernarbung kleinster Wunden kann bereits eine Vorhautverengung verursachen. Auch eine vorangegangene Entzündung oder eine Hauterkrankung kann Grund für die Phimose sein.

Muss eine Vorhautverengung behandelt werden?

Ist die Verengung der Vorhaut schmerzhaft oder behindert sie das Wasserlassen, sollte sie behandelt werden.  Bei den meisten Kindern bildet sich die Vorhautverengung jedoch in den ersten Lebensjahren zurück. Im Alter von sieben Jahren haben durchschnittlich nur noch 7 von 100 Jungen eine verengte Vorhaut.

Vorsicht ist für Eltern geboten, selbst etwas gegen die zu enge Vorhaut zu unternehmen. Zu starkes Zurückziehen der verengten Vorhaut kann kleine Wunden verursachen. Dies steigert nicht nur das Risiko einer Entzündung, sondern kann die Vorhaut auch noch weiter verengen.

Wird sie zu lange zurückgezogen, kann dies im Härtefall die Blutzufuhr zur Eichel unterbrechen, die dadurch glasig glänzt und anschwillt. Tritt dies auf, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen. Man bezeichnet diesen Notfall auch als „spanischen Kragen“.

Vorhautverengung

Eine Vorhautverengung kann sehr schmerzhaft sein. (c) vchalup / Fotolia

Wie wird eine zu enge Vorhaut behandelt?

Bei Erwachsenen und Kindern mit einer Vorhautverengung gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

  • Behandlung mit einer Salbe
  • Entfernung eines Teils der Vorhaut
  • Entfernung der ganzen Vorhaut

Anwendung von Salbe

Bei der Behandlung mit einer Salbe kommt Cortison zum Einsatz. Dieses wird täglich auf die Vorhaut aufgetragen und macht die Haut elastisch. Nach dem Auftragen wird die Vorhaut vorsichtig zurückgeschoben – aber nur so weit, dass es schmerzfrei bleibt.

Wird die Haut dank der täglichen Behandlung dehnbar genug, kann sich die Vorhautverengung bessern oder komplett zurückgehen. Allerdings kehrt die Vorhautverengung bei vielen Patienten nach einigen Jahren zurück. Die Langzeitwirkung, und damit die vollständige Heilung, ist also nicht garantiert.

Entfernung eines Teils oder der kompletten Vorhaut

Zeigt die Behandlung mit Salbe keine Effekte oder kehrt die Vorhautverengung zurück, kann eine Operation helfen. Bei der Beschneidung wird entweder ein Teil der Vorhaut oder direkt die komplette Vorhaut entfernt. Bei einer Teilbeschneidung kann es jedoch ebenfalls passieren, dass die Vorhautverengung erneut auftritt.

Entfernt man die Haut stattdessen ganz, liegt die Eichel frei und es gibt keine Vorhaut mehr, die sich verengen könnte. Dies kann dazu führen, dass die Eichel sensibler wird. Es sind aber kaum Fälle bekannt, in denen dadurch das Sexualbefinden gelitten hätte. Wie bei vielen Operationen kann sich die Wunde, die bei der Beschneidung entsteht, entzünden. Doch darüber hinaus sind kaum Nebenwirkungen zu verzeichnen.