Haut, Haare & Nägel

Was sind Kopfläuse?

Kopfläuse sind sehr kleine, flügellose Insekten die im Haar, normalerweise nahe der Kopfhaut haften. Sie sind grau-bräunlich und etwa 2,5 Millimeter groß. Sie können weder fliegen, noch springen oder schwimmen und werden von „Kopf zu Kopf“ übertragen. 

Kopfläuse leben vom Blut, dass sie aus der Kopfhaut ihres Wirts saugen. Sie sind nicht gefährlich und übertragen keine Krankheiten. Es ist aber dennoch ratsam, schnell etwas gegen die Läuse zu unternehmen, da diese sich sonst rasch verbreiten.

Der Lebenszyklus von Kopfläusen

Weibliche Kopfläuse legen ihre Eier meist dicht an der Kopfhaut, nahe der Haarwurzel ab, wo die Eier genügend Wärme von der Kopfhaut bekommen. Die Eier der Kopflaus nennt man Nissen. Sie haben in etwa die Größe eines Stecknadelkopfes und sind sehr schwer zu erkennen.

Nach sieben bis zehn Tagen schlüpfen die Kopfläuse und fangen sofort an Blut zu saugen. Nach weiteren sieben bis zehn Tagen sind die Kopfläuse vollständig ausgewachsen, erst dann können die Läuse auf den Kopf einer anderen Person übertragen werden.

Weibchen legen bereits sieben Tagen nach dem Schlüpfen selbst Eier. Deshalb ist es wichtig, jede Behandlung gegen Kopfläuse alle sechs Tagen zu wiederholen.

Eier von Kopfläusen (Nissen)

Kopfläuse legen ihre Eier (Nissen) an der Haarwurzel ab, da sie es dort schön warm haben. Die Eier sind gelb, gelb-braun oder braun und können leicht mit Schuppen verwechselt werden. Sie können nicht ohne weiteres durch Kämmen oder Schütteln entfernt werden.

Nissen sind normalerweise im Haar leichter zu entdecken als bereits geschlüpfte Kopfläuse. Wenn die Läuse geschlüpft sind, verbleiben die leeren Schalen der Eier im Haar und verfärben sich weiß oder werden durchsichtig.

Symptome

Häufig kommt es zu einem Jucken der Kopfhaut, da die Bisse der Kopflaus zu Reizungen führen. Einige Menschen reagieren allergisch auf die Läuse, was einen verstärkten Juckreiz auslösen kann.

Andere hingegen haben zunächst keinerlei Symptome, diese treten dann erst nach zwei bis drei Monaten auf. In diesen Fällen kann es durch die Ausscheidungen der Läuse zu einem Ausschlag im Nacken kommen. Starkes Kratzen im Bereich des Ausschlags oder der Bissstellen kann auch zu bakteriellen Infektionen führen.

Übertragung von Kopfläusen

Kopfläuse kommen meistens bei Kindern im Alter von vier bis elf Jahren vor und zu Beginn eines neuen Halbjahres in den Grundschulen ist ein Anstieg der Zahlen Betroffener erkennbar.

Läuse können nicht von Haustieren wie Hunden oder Katzen übertragen werden. Da sie weder fliegen noch springen, schwimmen oder hüpfen können, werden Kopfläuse ausschließlich durch „Kopf-zu-Kopf-Kontakt“ übertragen. Spielende Kinder und enger Kontakt innerhalb einer Familie bieten Kopfläusen ideale Bedingungen, um sich zu verbreiten.

Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Kopfläuse nur in schmutzigem Haar leben. Mangelnde Hygiene hat nichts mit der Verbreitung von Kopfläusen zu tun; sie sind in schmutzigem und in sauberem Haar gleichermaßen zu finden.

Kopfläuse entdecken

Um etwas gegen die Kopfläuse zu unternehmen, müssen diese erst einmal bemerkt werden. Das Haar zu scheiteln und nach Läusen zu suchen wird nicht viel bringen, da die Läuse sich sehr schnell verstecken. Nissen an den Haarwurzeln können jedoch entdeckt werden.

Mit Hilfe eines Nissenkamms können Kopfläuse am effektivsten ausgemacht werden; das ist ein Kunststoffkamm mit sehr eng stehenden Zähnen (weniger als 0,3 Millimeter Abstand). Beugt sich Ihr Kind über ein helles Blatt Papier während Sie es kämmen, können Sie die aus dem Haar fallende Läuse und Nissen besser erkennen.

Um keinen Teil der Kopfhaut auszulassen, sollten Sie beim Kämmen systematisch vorgehen. Zum Beispiel folgendermaßen:

  1. Entwirren Sie das Haar mit einer normalen Bürste oder einem normalen Kamm
  2. Beginnen Sie die Suche in der Mitte des vorderen Teils der Kopfhaut
  3. Achten Sie darauf, das Haar von der Wurzel bis zur Spitze durchzukämmen
  4. Untersuchen Sie nach jeder Haarsträhne den Kamm auf Läuse und Nissen und spülen Sie ihn mit Wasser ab, bevor Sie die nächste Strähne kämmen
  5. Fahren Sie auf diese Weise fort, bis Sie alle Haare und die Kopfhaut untersucht haben
Nissen/ Eierschalen in dunklen Haaren

Besonders auf dunklen Haaren kann man die hellen Eierschalen gut erkennen. (c) Colourbox

Behandlung

Es gibt viele verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Kopfläusen. Keine von ihnen ist jedoch zu 100 % effektiv.

Chemische Behandlungsmöglichkeiten

In Apotheken sind Insektizide in Form von Lotionen oder Shampoos erhältlich. Diese Produkte können jedoch leicht falsch angewendet werden, was zur Bildung von Resistenzen führen kann, wodurch diese Mittel dann sehr wenig gegen die Kopfläuse ausrichten können

Produkte auf Basis von Silikon können effektiv Abhilfe schaffen. Sie vergiften die Parasiten nicht mit Chemikalien, sondern beschichten diese und ersticken sie somit. Da diese Mittel physisch wirken, können die Parasiten keine Resistenz gegen sie entwickeln. Nach der Anwendung müssen die Kopfläuse und die Nissen mit dem Nissenkamm entfernt werden.

Natürliche Behandlungsmöglichkeiten

Die Haare im nassen Zustand zu kämmen kann eine Möglichkeit sein, Läuse und Nissen ohne die Anwendung von Chemikalien zu entfernen. Das ist eine einfache und nebenwirkungsfreie Maßnahme gegen Kopfläuse. Waschen Sie die Haare, behandeln Sie sie anschließend mit einer Haarspülung und kämmen Sie das Haar dann durch. Dies sollte über einen Zeitraum von zwei Wochen alle drei bis vier Tage wiederholt werden.

Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch pflanzliche Behandlungsmethoden. Eines der am häufigsten angewandten pflanzlichen Mittel ist das Neem-Extrakt, welches aus am Golf von Bengalen vorkommenden Neembäumen gewonnen wird. Shampoos oder Lotionen mit Neem-Extrakt sind bei gleichzeitiger Verwendung eines Nissenkamms eine gesunde und effektive Alternative zu chemischen Insektiziden.

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Kopfläusen vorbeugen

Es ist nicht einfach, einem Befall mit Kopfläusen vorzubeugen. Durch regelmäßiges Kämmen können Sie Kopfläuse schnell entdecken und bekämpfen. Der vorbeugende Gebrauch spezieller Shampoos oder Lotionen ist leider nicht möglich, da die Läuse oder die Nissen erst bekämpft werden können, wenn sie sich bereits im Haar befinden.

Sie können aber Ihren Kindern sagen, dass sie Kopf-zu-Kopf-Kontakt in der Schule vermeiden und Kämme, Mützen und Schals nicht mit anderen teilen sollen. Erlauben Sie Ihren Kindern auch nicht den Kontakt mit Betten, Kissen oder Teppichen, auf denen jemand gelegen hat, der kürzlich Läuse hatte.

Sollte eines Ihrer Kinder Läuse haben, muss die ganze Familie behandelt werden, da es wahrscheinlich ist, dass die Kopfläuse durch den engen Kontakt auf eine weitere Person übergegangen sind.

Resistenz von Kopfläusen gegen konventionelle Behandlungen

Kopfläuse entwickeln Resistenzen gegen die synthetischen Produkte, die häufig zu ihrer Bekämpfung angewandt werden. Diese Produkte enthalten Pyrethroide und Organophosphate, die potenziell schädlich für die Haut sind, insbesondere die Kopfhaut nimmt diese Substanzen sehr gut auf. Besonders mit Organophosphaten wurden Nebenwirkungen wie Depressionen in Zusammenhang gebracht.

Läusen können gegen natürliche Medikamente und giftige Chemikalien resistent werden.