Gesunde Frau

Vorzeitige Wechseljahre schon um die 40

Wenn die Produktion weiblicher Hormone schon vor dem 40. Lebensjahr nachlässt, nennen Mediziner das vorzeitige Wechseljahre. Etwa ein Prozent aller Frauen ist betroffen.

30 bis 35 Jahre lang dauert die fruchtbare Phase im Leben einer Frau. Sie beginnt mit Einsetzen der Menstruation mit etwa 14 Jahren bis zur Menopause mit ungefähr 50 Jahren. Während dieser Zeit produzieren die Eierstöcke die Botenstoffe Östrogen und Progesteron. Beide Hormone bereiten Ihren Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor.

Mit Beginn der Wechseljahre rund um den 45. Geburtstag, fahren die Eierstöcke die Hormonproduktion zurück. Dadurch kommt es zu hormonellen Schwankungen und typischen Symptomen der Wechseljahre. Manchmal dauert der Prozess nur ein paar Monate, manchmal tatsächlich einige Jahre. Wann der hormonelle Umbau beginnt und wie lange er fortschreitet, ist von Frau zu Frau verschieden.

In seltenen Fällen beginnen die hormonelle Umstellung schon um die 40 oder sogar noch früher. Dann handelt es sich um vorzeitige Wechseljahre.

Symptome für vorzeitige Wechseljahre

Der hormonelle Umbau in Ihrem Körper zeigt sich durch typische Symptome. Etwa ein Prozent der Frauen erfährt sie schon mit 40 oder sogar Mitte 30 Jahren. Das bedeutet, dass sie vorzeitige Wechseljahre erleben:

Diagnose vorgezogener Hormonumstellung

Ob Sie tatsächlich verfrüht in die Wechseljahre gekommen sind, kann Ihr Gynäkologe feststellen. Er nimmt gynäkologische Untersuchungen vor, überprüft beispielsweise die Eileiter mit Ultraschall.

In einem Anamnesegespräch fragt er Sie nach

  • Ihren Symptomen
  • eventuellen Erkrankungen, etwa der Schilddrüse
  • medizinischen Eingriffen wie Unterleibs-OPs oder einer Strahlentherapie

Mit einer Blutuntersuchung stellt er Ihren Hormonspiegel fest. Er misst unter anderem die Konzentration von Östrogen und FSH (Follikel-Stimulierendes Hormon) in Ihrem Körper.

Ursachen für vorzeitige Wechseljahre

Wenn Sie Wechseljahressymptome bereits um die 35 erleben oder erlebt haben, kann das ganz unterschiedliche Ursachen haben:

Genetische Disposition: In manchen Familien treten die Wechseljahre gehäuft sehr früh auf. Das spricht dafür, dass es eine genetische Ursache gibt.

Medizinische Eingriffe: Häufig kommt es vor, dass Frauen nach einer Unterleibs-OP in die Wechseljahre geraten. Dazu gehört die Entfernung der Eierstöcke, etwa aufgrund von Eierstockkrebs, chirurgische Eingriffe an den Eierstöcken, um beispielsweise Endometriose zu behandeln oder eine Chemotherapie zur Behandlung von Krebs.

Bestimmte Erkrankungen: Wenn die Wechseljahre verfrüht einsetzen, können Autoimmunerkrankungen (z. B. Schilddrüsenstörungen), Viruserkrankungen (z. B. Mumps) oder Chromosomenanomalien (etwa das Turner-Syndrom) die Ursache sein.

Rauchen: Da Nikotin die Gefäße schädigt und unter anderem die Durchblutung der Eierstöcke verschlechtert, kommen Raucherinnen im Schnitt zwei Jahre früher in die Wechseljahre.

Trotz ausführlicher Untersuchungen finden sich im Fall einiger Frauen keine Ursachen dafür, warum die hormonelle Umstellung bei ihnen früher stattfindet. 

Risiken des frühen Wechsels

Der frühzeitige Mangel an weiblichen Hormonen kann sich negativ auf die Gesundheit betroffener Frauen auswirken. Sie haben ein erhöhtes Risiko für:

  • Osteoporose
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Demenz
  • Depressionen

Therapie der verfrühten Hormonveränderung

Um Risiken wie Osteoporose und Herzkrankheiten vorzubeugen, erhalten Frauen, die verfrüht in die Wechseljahre kommen, Hormonpräparate. Sie lindern auch die typischen Symptome der Hormonumstellung. Allerdings können sie die Wechseljahre nicht umkehren. Das bedeutet, dass betroffene Frauen in der Regel nicht mehr schwanger werden können.