Gesundes Kind

Vorsicht, Gift!

Küche, Garten, Garage oder Badezimmer: In einem Haushalt verstecken sich viele Produkte, die für Kinder gefährlich werden können. Besonders, wenn sie geschluckt, in die Augen gesprüht, eingeatmet oder auf die Haut geschmiert werden. Wie Sie reagieren sollten, wenn Ihr Kind oder Enkelkind eine giftige Substanz geschluckt hat, lesen Sie hier:

Das erste Gebot bei einer vermuteten Vergiftung lautet: Bewahren Sie Ruhe und schalten Sie Ihren Kopf ein, denn es ist wichtig, dass Sie jetzt nicht die Nerven verlieren.

Sollte Ihr Kind bewusstlos sein, rufen Sie unter 112 den Rettungsdienst. Führen Sie dann eventuelle Maßnahmen aus, die Ihnen der Rettungsdienst mitteilt. Ist Ihr Kind ansprechbar, wählen Sie die Nummer der Giftnotrufzentrale und leiten Sie die Ihnen von der Zentrale aufgetragenen Sofortmaßnahmen ein. Decken Sie Ihr Kind danach zu und versuchen Sie, es so gut es geht zu beruhigen. Giftnotrufzentralen gibt es in Deutschland in Berlin, Bonn, Erfurt, Freiburg, Göttingen, Homburg/Saar, Mainz und München.

Hinweis: Halten Sie sich, wenn Sie den Rettungsdienst oder die Giftnotrufzentrale anrufen, an die klassischen W-Fragen: Wer ist betroffen? Was hat Ihr Kind geschluckt? Wann erfolgte die Einnahme? Wie wurde das Gift geschluckt? Wie viel davon wurde geschluckt?

  • Wenn Ihr Kind eine giftige Substanz geschluckt hat, sollten Sie ihm zur Verdünnung des Gifts eine große Menge Wasser geben. Geben Sie Ihrem Kind aber auf keinen Fall Milch! Diese kann die Aufnahme des Gifts über den Darm in die Blutbahn noch beschleunigen. Falls Ihr Kind bewusstlos ist, versuchen Sie nicht, ihm Flüssigkeit einzutrichtern. Versuchen Sie ebenfalls nicht, Ihr Kind zum Erbrechen zu bringen. Hindern Sie es aber auch nicht daran, falls der Brechreflex von selbst eintritt.
  • Sollte Ihr Kind Spülmittel geschluckt haben, geben Sie ihm kein Wasser. Das verstärkt die Schaumbildung. Als erste Maßnahme geben Sie ihm ein Mittel mit dem Wirkstoff Simeticon (gegen Blähungen und Verdauungsprobleme). Das reduziert den Schaum im Bauch Ihres Kindes.
  • Wurde Gift eingeatmet, öffnen Sie so schnell wie möglich alle Fenster und Türen oder gehen Sie mit Ihrem Kind an die frische Luft. Vergessen Sie nicht, sich selbst auch aus der Gefahrenzone zu bringen. Besteht Explosionsgefahr (zum Beispiel durch eine kaputte Gasleitung) betätigen Sie keine Lichtschalter, keine Geräte mit Strom und auch keine Feuerzeuge.
  • Kommt eine giftige Substanz in das Auge Ihres Kindes, spülen Sie das Auge für mindestens zehn Minuten unter lauwarmem, fließendem Wasser aus.
  • Bei Hautkontakt mit Gift waschen Sie die betroffenen Hautstellen unter fließendem Wasser ab.
  • Bei einer Vergiftung durch einen Tierbiss stellen Sie sicher, dass Ihr Kind ruhig liegt, decken Sie es zu und warten Sie auf den Rettungsdienst.

Bei allen Vergiftungen gilt: Haben Sie alle Ihnen möglichen Sofortmaßnahmen ergriffen, gehen Sie mit Ihrem Kind zum Arzt. Auch wenn es ihm nach den Erste-Hilfe-Maßnahmen besser gehen sollte. Gut ist, wenn Sie Ihrem Arzt, dem Rettungsdienst oder dem Krankenhaus Giftreste, Erbrochenes oder Verpackungen des Gifts mitbringen, insofern Sie diese gefahrlos transportieren können.

Sorgen Sie vor!

Kinder sind neugierig, wollen alles ausprobieren und in jeden Schrank schauen. Damit Ihr Kind sich erst gar nicht vergiften kann, ist es wichtig, Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und ein paar Dinge zu beachten:

  • Verstauen Sie Putzmittel und Medikamente in einem abschließbaren Schrank oder dort, wo Ihr Kind nicht hinkommt.
  • Lassen Sie keinen Alkohol offen herum stehen.
  • Kaufen Sie keine giftigen Pflanzen. Auch nicht, für Ihren Garten.