Verstopfung (Obstipation)

Von einer Verstopfung bzw. Obstipation wird dann gesprochen, wenn die Stuhlentleerung seltener als sonst erfolgt und der Stuhl besonders hart ist. Oft ist dies zusätzlich mit starken Schmerzen während des Pressens verbunden. Verstopfungen, die nur gelegentlich auftreten, lösen sich meist von selbst. Leiden Sie regelmäßig unter Verstopfungen, kann das verschiedene Ursachen haben. Inhaltsverzeichnis Verstopfung (Obstipation) […]

Inhaltsverzeichnis

Von einer Verstopfung bzw. Obstipation wird dann gesprochen, wenn die Stuhlentleerung seltener als sonst erfolgt und der Stuhl besonders hart ist. Oft ist dies zusätzlich mit starken Schmerzen während des Pressens verbunden. Verstopfungen, die nur gelegentlich auftreten, lösen sich meist von selbst. Leiden Sie regelmäßig unter Verstopfungen, kann das verschiedene Ursachen haben.

Nicht unbedingt ein Thema, über das man gerne spricht. Sie entsteht, wenn sich die Nahrung zu langsam durch den Verdauungstrakt bewegt. Der Stuhl wird immer fester und immer schwieriger auszuscheiden. Es handelt sich um eines der am weitesten verbreiteten Beschwerdebilder des Verdauungssystems.

In den Industrieländern sollen bis zu 25 Prozent aller Menschen von Obstipationssymptomen betroffen sein, vermutlich aufgrund der modernen Ernährungsgewohnheiten.

Die meisten Menschen kennen das Problem. Allerdings ist es nicht immer einfach, eine Verstopfung zu definieren. Wie häufig muss man seinen Darm wirklich entleeren? Manche Menschen haben zwei- oder dreimal am Tag Stuhlgang, andere höchstens einmal pro Woche. In der Naturheilkunde ist man davon überzeugt, dass ein Mensch mindestens einmal am Tag Stuhlgang haben sollte. Jeder, der seltener auf die Toilette muss, gilt als verstopft.

Frauen neigen eher zur Obstipation als Männer, und die Darmträgheit nimmt im Alter zu.

Ursachen einer Obstipation

Bei der Mehrzahl der Betroffenen lässt sich keine genaue Ursache feststellen. Allerdings sind eine Reihe von Faktoren bekannt, die zu ihrer Entstehung beitragen, und oft sind mehrere davon beteiligt.

Die häufigsten Auslöser einer Obstipation sind:

  • Ernährung: Kein ausreichender Verzehr von Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten oder anderen ballaststoffreichen Nahrungsmitteln.
  • Veränderungen bei den persönlichen Lebensumständen oder den Ernährungs- oder Bewegungsgewohnheiten.
  • Stress am Arbeitsplatz oder zu Hause.
  • Sonstige affektive Störungen wie Angstzustände, ein Gefühl der Niedergeschlagenheit oder Depression.

Chronische Obstipation

Eine vorübergehende Verstopfung, die häufig auf eine kurzfristige Änderung der Essensgewohnheiten zurückzuführen ist, löst sich meist von allein. Auch bei verschiedenen Infekten ist eine vorübergehende Darmträgheit nicht selten.

Bei einer chronischen Obstipation leiden Betroffene regelmäßig unter Verstopfungen, wobei die oben genannten Faktoren eine große Rolle spielen können. Es können jedoch auch ganz andere Gründe für eine chronische Verstopfung vorliegen.

Harter Stuhl durch Medikamente

Auch bestimmte Medikamente können eine Obstipation verursachen. Darunter zählen zum Beispiel verschiedene eisen-, calcium- und aluminiumhaltige Präparate, die oft gegen Sodbrennen verschrieben werden, sowie Antidepressiva. Auch Schmerzmittel auf Codein- oder Morphinbasis und Medikamente gegen Bluthochdruck kommen als Auslöser der Darmträgheit infrage.

Organische Darmerkrankungen als Ursache

Auch verschiedene Darmerkrankungen können Schmerzen beim Stuhlgang hervorrufen. Dazu zählen unter anderem Darmausstülpungen (Divertikel), schmerzhafte Hämorrhoiden und die Darmerkrankung Morbus Crohn.

Symptome einer Verstopfung

Wenn also gar nicht eindeutig feststeht, wie häufig wir unseren Darm entleeren sollten – wie kann man dann überhaupt wissen, wann man verstopft ist? Auch diese Frage ist nicht leicht zu beantworten.

Ärzte orientieren sich bei der Bestimmung einer Obstipation an bestimmten Kriterien. Diese umfassen folgende Symptome:

  • Gefühl einer Blockierung im Enddarmbereich oder
  • Gefühl einer unzureichenden Darmentleerung.

Wie erkennt der Arzt eine Verstopfung

Ärzte gehen von einer Obstipation aus:

  • wenn Sie seltener als dreimal pro Woche Stuhlgang haben,
  • wenn Sie sich bei der Darmentleerung besonders anstrengen müssen
  • oder wenn Ihr Stuhl hart und klumpig bzw. köttel-artig ist, ähnlich wie Kaninchenkot.

Weitere Symptome sind Flatulenz (Blähungen) oder ein Blähgefühl aufgrund übermäßiger Gasansammlung in Ihrem Darm.

In folgenden Fällen sollten Sie sofort zum Arzt gehen:

  • unerklärliche Blutungen aus dem After
  • ungewöhnlich oder unerklärbare starke Bauchschmerzen
  • plötzlich auftretende Obstipation und/oder von Erbrechen begleitete Verstopfung

Therapie und Behandlung einer Obstipation

Gerade bei akuten Verstopfungen stellt sich oft die Frage, was zu tun ist. Wenn die Umstellung Ihrer Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten nicht ausreicht, um Sie von Ihren Beschwerden zu befreien, können Sie vorübergehend Abführmittel einnehmen, um den Prozess in Gang zu setzen, und weiteren Episoden anschließend durch die richtige Ernährung vorbeugen.

Pflanzliche Abführmittel zählen zu den ältesten Medikamenten der Menschheit. Sie wirken auf zweierlei Weise:

  • Quellstoffe: Ein gutes Beispiel hierfür sind Leinsamen, die bei Kontakt mit Wasser aufquellen. Dadurch werden die Masse und das Volumen des Stuhls erhöht, er wird weicher und kann leichter ausgeschieden werden.
  • Darmstimulanzien: Am häufigsten werden Sennesblätter und Faulbaumrinde eingesetzt. Medikamente dieser Art regen die Darmmuskulatur dazu an, sich zusammenzuziehen, sodass der Stuhl in Richtung Darmausgang bewegt wird.

Falls Sie Abführmittel gegen Ihre Verstopfung einnehmen, achten Sie darauf, dass Sie nicht davon abhängig werden. Die zu häufige Einnahme von Laxanzien kann Ihren Darm „träge“ machen.

Auch ein Glas Wasser am Morgen kann den Stuhlreflex im leeren Magen auslösen. Alternativ kann auch Fruchtsaft oder die morgendliche Tasse Kaffee den gewünschten Effekt erbringen.

Bei Krämpfen und Schmerzen aufgrund von Verstopfungen kann zudem eine Darmmassage Abhilfe leisten. Sanfte Bewegungen unterstützen den Darm in seiner Bewegung und regen die Verdauung an.

Verstopfung vorbeugen

Wenn Sie an Verstopfung leiden, überprüfen Sie zunächst Ihre Ernährung. Achten Sie darauf, dass Sie idealerweise jeden Tag mindestens fünf Portionen Obst und Gemüse sowie andere Lebensmittel mit hohem Ballaststoffgehalt, wie beispielsweise Kleie, essen.

Bei manchen Menschen, die Probleme mit dem Stuhlgang haben, sind bestimmte Früchte wie Trockenpflaumen (auch eingeweicht), frische Pflaumen oder Kiwi besonders wirksam. Auch regelmäßige Bewegung hat einen positiven Einfluss auf das Verdauungssystem, daher tut ein Spaziergang von 15 bis 30 Minuten pro Tag sowohl Ihrem Herzen als auch Ihrem Darm gut.

Lassen Sie sich auf der Toilette immer genug Zeit. Verbannen Sie alle Gedanken daran, dass dies eine peinliche Situation ist, entspannen Sie sich und geben Sie Ihrem Darm die Gelegenheit, seine Aufgabe zu erfüllen. Es kann auch hilfreich sein, jeden Tag zur selben Zeit zur Toilette zu gehen – bei vielen Menschen funktioniert es 15 Minuten nach dem Frühstück sehr gut.

Heilungschancen bei Verstopfung

Die Heilungschancen bei Verstopfung sind sehr gut, wenn Sie sich an den oben genannten Tipps und Maßnahmen orientieren.

FAQ

Was hilft schnell gegen Verstopfungen?

Bei akuten Verstopfungen können natürliche Abführmittel Abhilfe leisten. Dazu gehören einerseits Quellstoffe wie Leinsamen und Flohsamen, die den Stuhl aufweichen und so dabei helfen, nach draußen zu gleiten, und andererseits Darmstimulanzien wie Sennesblätter und Faulbaumrinde, die die Resorption von Wasser in die Darmschleimhaut verhindern und so ebenfalls für einen weicheren Stuhl sorgen.

Ich leide unter einer Verstopfung, wann soll ich damit zum Arzt?

Wenn die Verstopfung sehr lange anhält – Länge ist an dieser Stelle individuell vom Betroffenen zu definieren – oder Sie regelmäßig unter Verstopfungen leiden, sollten Sie die Ursache von einem Arzt abklären lassen. In den meisten Fällen kann bereits eine bloße Ernährungsumstellung den Verstopfungen entgegenwirken.

Welche Ursachen hat eine Obstipation?

Ernährung, Stress und psychischer Druck können Auslöser für eine Verstopfung darstellen. Manchmal können jedoch auch organische Ursachen, die Einnahme von Medikamenten oder andere Faktoren eine Obstipation verursachen. Tritt die Verstopfung immer häufiger auf und wird chronisch, sollten die Ursachen für die Verstopfung in jedem Fall durch eine ärztliche Diagnose abgeklärt werden.

Was sollte ich bei Verstopfungen essen?

Lebensmittel, die auch als natürliche Abführmittel gelten, wie Leinsamen und Flohsamen, machen den Stuhl weicher und kurbeln die Verdauung an. Auch Obst, Gemüse und Vollkornprodukte können die Aktivität des Darms beeinflussen. Besonders zu empfehlen sind hier Pflaumen und Kiwi. Generell sollte neben der Ernährung auch auf ausreichend Bewegung geachtet werden, damit der Darm zusätzlich angeregt wird.

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