Gesunde Frau

Verhütung in den Wechseljahren

Ab 40 schwindet Ihre Fruchtbarkeit. Doch selbst, wenn Ihre letzte Regelblutung schon einige Monate zurückliegt, ist eine Schwangerschaft nicht auszuschließen. Verhütung in den Wechseljahren bleibt ein Thema.

Wie der Name schon sagt, beschreiben die Wechseljahre eine längere Phase im Leben einer Frau. Meist beginnt sie schon Anfang 40: Ihre Eierstöcke arbeiten zunehmend langsamer, die Hormonproduktion lässt nach. Anzeichen dafür sind unregelmäßige, zu starke oder langanhaltende Regelblutungen und begleitende Beschwerden, beispielsweise Wassereinlagerungen, Brustspannen, Kopfschmerzen oder Reizbarkeit.

Die Menopause, also die Zeit der letzten Regelblutung, ist kein fester Termin. Sie erfolgt bei jeder Frau individuell, meistens zwischen dem 45. und dem 55. Lebensjahr.

Mütter jenseits der 40 keine Seltenheit

Ihre Fruchtbarkeit sinkt bereits mit Beginn der Wechseljahre. Trotzdem ist es immer noch möglich, dass Sie schwanger werden. Die Zahl der Frauen, die bei der Geburt eines Kindes 40 Jahre oder älter waren, stieg sogar in den letzten Jahren. Laut Statistischem Bundesamt war das im Jahr 2018 bei 42.800 Geburten von 787.500 der Fall. Jedoch gebären nur wenige Hundert Frauen pro Jahr mit über 50 noch ein Baby. Allerdings fließt in diese statistischen Zahlen nicht ein, wie viele betagtere Mütter nach einer Fruchtbarkeitsbehandlung schwanger wurden.

Verhütung weiterhin sinnvoll

Frauenärzte empfehlen, dass Sie Verhütung in den Wechseljahren bis zur Menopause und sicherheitshalber noch eine Zeit danach praktizieren sollten, falls Sie sicher nicht schwanger werden wollen. Sogar, wenn Ihre Regelblutung schon einige Monate ausgeblieben ist, kann immer noch einmal eine Eizelle heranreifen und eine Befruchtung möglich werden.

Auch Bluttests, die den Hormonspiegel feststellen, helfen normalerweise nicht zu klären, ob eine Schwangerschaft noch möglich ist. Denn der aktuelle Status ist nur eine Momentaufnahme. Erst wenn die letzte Blutung mehr als ein Jahr zurückliegt, ist eine Schwangerschaft mit einiger Wahrscheinlichkeit auszuschließen.

Verhütung in den Wechseljahren – die Methoden

Vorab: Die einzig wahre Verhütungsmethode existiert nicht. Wie in allen anderen Phasen des Lebens ist die Wahl der Methode von den Umständen und den persönlichen Vorlieben abhängig.

Antibabypille

Die Pille greift in den Hormonhaushalt der Frau ein, indem sie die Reifung der Eizelle und damit den Eisprung verhindert.

Die Vorteile:

  • Die hohe Sicherheit ist das große Plus der hormonellen Verhütung. Außerdem sorgt sie für einen verlässlichen Zyklus, was in den Wechseljahren, wenn die Hormone schwanken und die Monatsblutung sich möglicherweise verschiebt, von Vorteil sein kann.
  • Mit einem Minimum an Hormonen lindert die Pille mögliche Wechseljahresbeschwerden, da sie den Hormonspiegel konstant hält.

Die Nachteile:

  • Die hormonelle Verhütung erhöht die Thrombosegefahr, die mit dem Alter sowieso schon steigt. Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, Übergewicht, Bewegungsarmut, Bluthochdruck und Diabetes. Die Pille begünstigt, dass sich Blutgerinnsel bilden, die einen Schlaganfall oder Herzinfarkt verursachen können. Deshalb sollten Sie zusammen mit Ihrem Gynäkologen die Gefahren abwägen. Eine Alternative können die Minipille und der Verhütungsring sein, die weniger Hormone enthalten und hauptsächlich in der Gebärmutter wirken.
  • Da Ihr Zyklus konstant bleibt, bekommen Sie vermutlich nicht mit, wenn Sie bereits in der Menopause sind.

Spirale und Hormonspirale

Der Gynäkologe legt die Spirale, ein kleines „T“ aus Kunststoff, das mit Kupferdraht umwickelt ist, in die Gebärmutter ein. Wie genau sie wirkt, wird diskutiert. Zum einen hemmt das Kupfer vermutlich die Spermien, zum anderen bewirkt es vermutlich eine Entzündungsreaktion der Gebärmutter, wodurch sich eine Eizelle nicht einnisten kann. Die Hormonspirale wirkt nicht systemisch wie die Pille, sondern nur vor Ort in der Gebärmutter.

Die Vorteile:

  • Sie verbleibt für mehrere Jahre in der Gebärmutter, Sie können die Einnahme im Gegensatz zur Pille also nicht vergessen. Sie greift nicht in den natürlichen Zyklus ein.

Die Nachteile:

  • Falls eine Frau in den Wechseljahren hormonell bedingt eine stärkere oder schmerzhaftere Blutung bekommt, kann die Spirale das Problem noch verschärfen. In dem Fall kann eine Hormonspirale eine Alternative sein: Sie verhindert, dass sich die Gebärmutterschleimhaut stark aufbaut, weswegen sie auch weniger stark abblutet.

Kondome

Das einzige Verhütungsmittel, das der Mann verwenden kann, ist fast so sicher wie die Pille. 

Die Vorteile:

  • Sie nutzen das Kondom nur, wenn Sie es benötigen. Es hat keine Nebenwirkungen.
  • Kondome schützen Sie nicht nur vor Schwangerschaft, sondern auch vor sexuell übertragbaren Krankheiten. Für Frauen, die wechselnde Geschlechtspartner haben, sind sie das Mittel der Wahl.

Die Nachteile:

  • Das Kondom schützt nur, wenn es richtig angewandt wird. Hier ist etwas Geschicklichkeit und Erfahrung gefragt.

Diaphragma oder Pessar

Sie führen die schalenförmigen Kappen aus Silikon in die Scheide ein und platzieren sie vor dem Muttermund. Sicher wirkt sie nur, wenn Sie sie zusammen mit einem spermatötenden Mittel anwenden.

Die Vorteile:

  • Sie nutzen Diaphragma oder Pessar nur, wenn Sie es benötigen. Es bietet eine relativ hohe Sicherheit.

Die Nachteile:

  • Die Methode funktioniert nur, wenn Sie die Schalen korrekt vor dem Muttermund platzieren. Das erfordert anatomische Kenntnisse und etwas Geschicklichkeit.

Temperaturmethode

Anhand der Körpertemperatur können Sie bestimmen, in welcher Phase des Zyklus Sie sich befinden. Steht der Eisprung noch bevor, müssen Sie entweder enthaltsam bleiben oder anderweitig verhüten. Ist er bereits vorbei, ist eine Schwangerschaft für den Zyklus nicht mehr möglich.

Die Vorteile:

  • Es erfolgt kein Eingriff in den Körper.

Die Nachteile:

  • Sie müssen jeden Tag Ihre Temperatur messen, darüber Buch führen und Ihr Sexualverhalten darauf abstimmen.
  • In den Wechseljahren kann es zu starken Schwankungen des Zyklus kommen. Deshalb ist die Methode in dieser Phase nicht zuverlässig.

Besprechen Sie die Optionen der Verhütung in den Wechseljahren mit Ihrem Gynäkologen. Stimmen Sie die Möglichkeiten auf Ihre Bedürfnisse ab.