Herz, Kreislauf & Stoffwechsel

Unterzuckerung: Auch bei Nicht-Diabetikern möglich?

Für einen Diabetiker ist eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) ein bekanntes Phänomen, das schlimmstenfalls lebensbedrohlich sein kann. Heißhungerattacken, Zittern und Schwitzen sind jedoch auch gesunden Menschen geläufig.  Lesen Sie hier mehr dazu.

Grundsätzlich sorgt eine gesunde Bauchspeicheldrüse dafür, dass der Körper nicht unterzuckert. Ihre Aufgabe besteht darin, auf den akutellen Insulinbedarf zu reagieren und die jeweils erforderliche Menge des Hormons auszuschütten. Trotzdem können auch Menschen ohne Diabetes eine Hypoglykämie erleiden.

Wann kommt es zum Zuckerloch?

Wenn der Blutzuckerspiegel im Körper absinkt und das Gehirn nicht ausreichend mit Glukose versorgt wird, reagiert der Körper und löst verschiedene Symptome aus. Er teilt auf diese Weise mit, dass er dringend Kohlenhydrate benötigt.

Bei einem Nicht-Diabetiker wird von Unterzuckerung oder Hypoglykämie gesprochen, wenn der Blutzuckerspiegel auf unter 50 Milligramm pro Deziliter Blut sinkt und der Betroffene Beschwerden verspürt. Wie und wie schnell der Körper im Falle von einer Unterzuckerung reagiert, ist sehr unterschiedlich. Bei manchen Menschen stellen sich die Symptome schon ein, wenn der Wert noch bei 70 Milligramm pro Deziliter liegt.

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Für Diabetiker hingegen gehört die Hypoglykämie oft zum Alltag. Je nach Typ kann die Bauchspeicheldrüse kein/wenig Insulin produzieren (Typ I) oder der Körper kann dieses nicht verarbeiten (Typ II). Kommt es bei Diabetikern zu einer Unterzuckerung, ist das ein akuter Notfall, der lebensgefährlich sein und schwere Folgeschäden nach sich ziehen kann.

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Symptome einer Unterzuckerung

Es gibt viele verschiedene Symptome, die bei einer Hypoglykämie auftreten können. Je nach Schweregrad der Unterzuckerung können Sie sich leicht beziehungsweise stark äußern. Typisch für eine Unterzuckerung sind:

  • Heißhunger,
  • Blässe im Gesicht,
  • Unruhe und Nervosität,
  • Zittern,
  • Schwitzen,
  • Herzrasen,
  • und geweitete Pupillen.
Junge Geschäftsfrau, die am Laptop arbeitet und nebenbei nach einem Burger greift.

Ungesunde Ernährung kann langfristig zu einer Unterzuckerung führen. (c) glisic_albina/Fotolia

Welche Ursachen gibt es?

Bei einem Nicht-Diabetiker treten die Symptome meist auf, wenn Mahlzeiten sehr unregelmäßig aufeinanderfolgen oder zuvor sehr intensiv Sport getrieben wurde. Der Zuckerspeicher des Körpers ist dadurch aufgebraucht.

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Eine andere Möglichkeit besteht widersprüchlicherweise dann, wenn innerhalb kürzester Zeit zu viel Zucker aufgenommen wird, beispielsweise beim Essen einer ganzen Tafel Schokolade. Im Körper geschieht dabei Folgendes: Die schnell verdaulichen Kohlenhydrate sorgen für einen raschen Anstieg des Blutzuckers. In der Konsequenz reagiert die Bauchspeicheldrüse mit einer hohen Insulinausschüttung. Dabei sinkt wiederum der Glukosegehalt im Blut rasant ab. Für das Gehirn ist das ein Zeichen, dass es erneut mit Zucker versorgt werden will. So kommt es abermals zu Heißhungerattacken.

Auch Alkoholkonsum hat einen erheblichen Einfluss auf einen absinkenden Blutzuckerspiegel. Alkohol ist dafür verantwortlich, dass bestimmte Mechanismen im Körper gehemmt werden, die eigentlich bei einem niedrigen Blutzuckerspiegel greifen sollten. In der Konsequenz kann der Blutzuckerspiegel Alkoholkonsum weiter absinken, ohne dass der Betroffene es bemerkt.

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Außerdem sollte die Ernährung als mögliche Ursache kritisch betrachtet werden: Sind viel Weißmehl, Zucker und fetthaltige Produkte dabei? Diese beinhalten schnell verdauliche Kohlenhydrate, was zu der oben genannten Wirkweise führt.

In sehr seltenen Fällen kann es bei Nicht-Diabetikern organische Ursachen für eine gestörte Insulinproduktion und die dadurch ausgelöste Unterzuckerung geben. Dazu gehören zum Beispiel: Erkrankungen der Leber, Niere, oder Schilddrüse oder auch ein Tumor in der Bauchspeicheldrüse. Bei Diabetikern ist dagegen meist die falsche Dosierung oder inkorrekte Anwendung der Medikamente der Grund für eine Hypoglykämie.

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Hypoglykämie: Vorbeugung und wann es Zeit für den Arzt ist

Wer als Nicht-Diabetiker die Anzeichen einer leichten Unterzuckerung feststellt, kann darauf schnell und unkompliziert reagieren. Etwas Traubenzucker oder ein Glas Apfelsaft sorgen in der Regel dafür, dass die Symptome schnell wieder verschwinden.

Hilft das nicht oder treten die Symptome einer Unterzuckerung häufiger auf, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann feststellen, ob eine der oben genannten Grunderkrankungen vorliegt, die die Unterzuckerung auslöst und diese gegebenenfalls behandeln.

Folgen einer Hypoglykämie

Eine leichte Unterzuckerung ist für Nicht-Diabetiker in der Regel ungefährlich. Bei Diabetikern ist eine Unterzuckerung aber immer ein Notfall, weshalb hier sofort ein Mediziner gerufen werden sollte.

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