Herz, Kreislauf & Stoffwechsel

Unterkühlung (Hypothermie) – erkennen und vorbeugen

Wenn der Körper dauerhaft mehr Wärme abgibt als er produzieren kann, kommt es schnell zur Unterkühlung. In diesem Fall ist umgehendes Handeln gefragt!

Hypothermie, der medizinische Fachbegriff für Unterkühlung, tritt häufig im Winter bei Einbrüchen in Seen ein oder wenn Personen in den Bergen verunglücken. Doch auch ältere Menschen können von Unterkühlung betroffen sein, wenn sie in der Wohnung stürzen und einen längeren Zeitraum nur leicht bekleidet bei Raumtemperatur auf dem Boden liegen. Bei uns erfahren Sie, woran Sie Unterkühlung erkennen.

Wie kommt es zu Unterkühlung?

Die normale Körpertemperatur gesunder Menschen beträgt in etwa 37° Celsius und kann im Laufe des Tages minimal schwanken. Kommt es zu einer Unterkühlung, kann die Körpertemperatur weit unter 36° Celsius sinken, was zu einer allgemeinen Verlangsamung des gesamten Stoffwechsels und der Körperfunktionen führt. Wer sich beispielsweise zu lange in kalten Gewässern aufhält, riskiert neben einer Hypothermie schwerwiegende Erfrierungen, da der Körper sich dann darauf konzentriert, nur noch die lebenswichtigen Organe mit Blut (und Sauerstoff) zu versorgen.

Meist treten Unterkühlungen nur in Verbindung mit Bade- oder Bergunfällen auf. Doch auch in der kalten Jahreszeit sind besonders Obdachlose von Unterkühlung gefährdet, die im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

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Formen der Hypothermie

Generell wird zwischen zwei Formen der Unterkühlung unterschieden:

Akute akzidentelle Hypothermie

In diesem Fall entwickelt sich die Unterkühlung recht schnell, zum Beispiel dann, wenn eine Person im See eingebrochen ist. Ein solcher Fall erfordert schnelles Handeln, da die Körperfunktionen aufgrund der eisigen Temperaturen innerhalb weniger Minuten bis hin zu einer Stunde nachlassen, was letztlich tödlich enden kann.

Bergwanderer im Winter.

Bei Bergwanderungen kann es leicht zu einer Unterkühlung kommen. (c) yanik88/Fotolia

Subakute akzidentelle Hypothermie

Hier kann es einige Stunden dauern, in denen die Körpertemperatur nur allmählich sinkt. Ein Beispiel dafür sind Berg- oder Lawinenunglücke, bei dem Personen verschüttet werden. Sobald die Betroffenen einschlafen und das Bewusstsein verlieren, kann auch dies bei stetig sinkender Körpertemperatur zum Tod führen.

Ein weiteres Risiko für eine Unterkühlung bildet Alkohol. Zwar fühlt man sich durch den Konsum von alkoholischen Getränken oft gewärmt, doch eine Hypothermie kann hierdurch gegebenenfalls noch beschleunigt werden. Grund dafür ist die Ausdehnung der Blutgefäße in Armen und Beinen. Dadurch werden die lebenswichtigen Organe weniger gut durchblutet und der Körper gibt zusätzliche Wärme nach außen ab.

Unterkühlung: Ursachen und Symptome

Die Ursachen, die eine Unterkühlung auslösen können, sind sehr vielfältig. Neben Hypothermie durch Unfälle gibt es außerdem die sogenannte endogene Hypothermie. Grund hierfür ist eine Stoffwechselstörung, die dazu führt, dass der Körper nicht ausreichend Wärme produzieren kann. Weitere Faktoren, die eine Unterkühlung begünstigen können, sind unter anderem:

  • kaltes Wasser, Feuchtigkeit und Wind
  • extremes Untergewicht
  • unzureichende Kleidung im Winter
  • Konsum von Alkohol oder Drogen
  • Bewegungseinschränkungen oder –unfähigkeit als Folge von Unfällen, Verletzungen oder Ohnmacht
  • Schockzustände (beispielsweise nach einem Unfall)

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Verschiedene Stadien einer Unterkühlung

Die auftretenden Symptome, die eine Unterkühlung hervorrufen kann, werden in insgesamt drei Kategorien unterteilt:

Das Abwehrstadium

Die Körperkerntemperatur sinkt hier auf bis zu 34° Celsius ab und es kann zu einer schnellen Atmung, einem beschleunigten Puls, Muskelzittern und Schmerzen kommen. Zudem wird die Körperfarbe blass und das Gesicht kann blau anlaufen.

Das Erschöpfungsstadium

Die Kerntemperatur kann hier auf bis zu 27° Celsius absinken, was sich durch eine langsamere Atmung, verringerte Körperreflexe, Bewusstseinsstörungen und geringeres Zittern bemerkbar macht. Auch die Schmerzen lassen nach und Betroffene werden meist müde.

Das Lähmungsstadium

In dieser Phase der Unterkühlung kann es zu Lähmungen, Bewusstlosigkeit, Atemstillstand und Herz-Kreislauf-Stillstand kommen. Dieses Stadium erfordert schnelle Hilfe, um einen Kältetod zu verhindern.

Hypothermie: Behandlung und Vorbeugung

Stark unterkühlte Personen dürfen keinesfalls zu schnell wieder erwärmt oder bewegt werden. In erster Linie muss hier immer ein Notarzt gerufen werden, um schnellstmöglich die entsprechende Hilfe leisten zu können. Bei leichteren Unterkühlungen sollte nasse Kleidung entfernt und der Betroffene an einen wärmeren Ort gebracht werden. Warme Getränke und Kleidung helfen unterkühlten Personen, sich schnell zu erholen. Bei Unsicherheit sollten Sie auch hier den Rettungsdienst verständigen.

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Um einer Unterkühlung vorzubeugen, sollten Sie stets dem Wetter angemessene Kleidung tragen und sich regelmäßig aufwärmen. Auch gezielte Übungen können helfen, die Durchblutung anzuregen. Halten Sie sich nicht zu lange in kaltem Gewässer auf und sein Sie vorsichtig beim Konsum von Alkohol und Nikotin.

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