Augen

Tränende Augen: Häufige Ursachen im Überblick

Für Tränen gibt es viele Gründe. Die gängigsten sind Wut, Trauer, Freude und etwas im Auge, was da nicht hingehört. Es gibt aber auch Tränen, die scheinbar grundlos über die Wange kullern. Wir erklären, welche Ursachen dahinterstecken und wie man das Problem tränende Augen in den Griff bekommt.

Ein gesundes Auge produziert immerzu salzhaltige Flüssigkeit und verteilt sie mit dem Lidschlag gleichmäßig auf unserem Augapfel – zum Wohle von Binde- und Hornhaut, denn:

  • Tränen befeuchten,
  • versorgen mit Nährstoffen,
  • schützen vor Staub und Keimen,
  • und glätten die Oberfläche unserer Augen. Da ist wichtig, denn je gleichmäßiger die äußere Schicht der Hornhaut ist, umso besser wird das Licht gebrochen und umso schärfer können wir sehen.

Tränen erfüllen also wichtige Aufgaben. Das erklärt allerdings nicht, warum ab und an zu viel Tränenflüssigkeit abgesondert wird, sodass das Auge letztlich “überläuft”.

Träne ist nicht gleich Träne

Was uns über die Wangen rinnt, kann ganz unterschiedliche Funktionen haben:

  • Basale Tränen versorgen den Augapfel ständig mit Sauerstoff, Nährstoffen und Feuchtigkeit.
  • Reflextränen kullern, wenn Fremdkörper wie Staubkörner, verirrte Wimpern oder beißende Dämpfe (zum Beispiel beim Zwiebelschälen) die Tränendrüsen reizen. Die Produktion von Flüssigkeit steigt an, um Fremdkörper oder schädliche Stoffe aus dem Auge zu spülen.
  • Emotionale Tränen fließen, wenn wir traurig, wütend oder gerührt sind.

Außerdem sind Tränen – je nach Funktion – auch unterschiedlich zusammengesetzt. Die Flüssigkeit der schützenden Tränen enthält mehr Fette, die der emotionalen mehr Proteine.

“Sag mal, weinst du?”

Warum müssen wir morgens beim Gähnen weinen? Reißen wir den Mund weit auf, macht unsere komplette Gesichtsmuskulatur mit. Die Muskelspannung drückt auf die Tränendrüse und die Augen werden feucht. Diese Tränen zählen ebenfalls zu den Reflextränen. Wenn sie jedoch ständig über die Wangen laufen, kann das auch das Symptom einer Erkrankung sein.

Innere Auslöser für Tränenfluss

Neben äußeren Einflüssen können auch Infekte und Allergien die vermehrte Tränenproduktion auslösen. In manchen Fällen verursachen auch anatomische Veränderungen im Tränenapparat oder Fehlstellungen der Lider tränende Augen.

Liegen die Einmündungen des Tränenkanals – die sogenannten Tränenpünktchen – verkehrt, kann die Flüssigkeit nicht richtig abfließen. Das ist zum Beispiel bei einwärts oder auswärts gedrehten Lidern der Fall.

Ausschnitt Augentropfen werden in Auge gegeben.

Augentropfen können bei tränenden Augen helfen. (c) Colourbox.de

Die häufigsten Gründe für tränende Augen

Trockene Augen: Je weniger Flüssigkeit den Augen zur Verfügung steht, desto mehr Tränen produzieren sie.

Bei Heizungsluft, zu wenig Sauerstoff oder einem unregelmäßigen Lidschlag trocknen die Augen mit der Zeit aus. Dann reiben die Lider auf der äußersten Schicht der Hornhaut und Fremdkörper können nicht ausgeschwemmt werden. Das Auge ist extrem gereizt und reagiert mit Tränen, um die Trockenheit auszugleichen.

Altersbedingte Veränderungen: Viele ältere Frauen kennen das Problem tränende Augen. Die hormonelle Umstellung während der Wechseljahre wirkt sich auch auf die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit aus. Das kann dazu führen, dass das Sekret nicht mehr richtig auf dem Augapfel haftet und nach unten läuft.

Auch unabhängig vom Geschlecht sorgen altersbedingte funktionelle Störungen für einen vermehrten Tränenfluss. Weil das Bindegewebe und die Muskeln rund um die Augen mit den Jahren erschlaffen, wird auch die Anatomie des Auges instabiler. Es kommt zu gestörten Lidfunktionen zum Beispiel, zu Veränderungen der Tränendrüse oder zu Verstopfungen der abfließenden Tränenwege.

Erkältung oder Grippe: Wenn die Schleimhäute anschwellen, wird mitunter auch der Tränenkanal in seiner Funktion beeinträchtigt. Ist dieser blockiert, kann die Flüssigkeit nicht mehr richtig abfließen.

Auch Medikamente und Erkrankungen wie Diabetes beispielsweise beeinflussen unter Umständen die Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit und sorgen damit für eine verminderte Haftkraft auf dem Auge.

Augentropfen gegen tränende Augen

Was bei trockenen Augen richtig ist, kann bei tränenden nicht falsch sein. Augentropfen oder -gele können leichte Missverhältnisse im Tränenfilm ausgleichen. Die “künstlichen Tränen” aus dem Fläschchen ergänzen die Tränenflüssigkeit um fehlende Anteile wie Salz, Fett oder Wasser. Sie können den Tränenfilm stabilisieren und den Schutz- und Gleitfilm auf der Augenoberfläche wiederherstellen.

Auch Massagen können helfen

Sind die Talgdrüsen (sogenannte Meibom-Drüsen) der Augenlider verstopft, fehlt der Fettfilm, den die Tränenflüssigkeit braucht, um an der Oberfläche haften zu bleiben. So können wir die Verstopfung auf sanfte Weise lösen: Feuchtwarme Kompressen auf den Augen helfen, den festsitzenden Talg in den Drüsen zu verflüssigen. Anschließend das Lid leicht massieren.

Dazu streicht man mit den Fingern in Richtung Lidkante – erst von oben nach unten und dann von unten nach oben. Die Massage aktiviert die Talgdrüsen, wodurch das Sekret besser entweichen kann. Um den Tränenkanälchen den Abtransport der überschüssigen Flüssigkeit zu erleichtern, die Lidkante nun noch einmal der Länge nach ausstreichen – diesmal von außen nach innen.

Wann ist der Arzt gefragt?

Wenn die Augen ständig unkontrolliert tränen, wird es Zeit für den Arzt, um eine mögliche Erkrankung auszuschließen. Manchmal sind auch kleinere operative Eingriffe nötig, um die verstopften Tränenwege zu befreien.