Gesunde Ernährung

Topinambur – Gesunde Knolle für Magen und Darm

 

Topinambur erfreut sich in modernen Küchen neuerdings größter Beliebtheit. Erfahren Sie bei uns, welche wertvollen und gesunden Inhaltsstoffe Topinambur besitzt und wie sie das Gemüse zu einem leckeren Gericht verarbeiten können.

Herkunft, Aussehen & Geschmack

Topinambur hat ihren Namen vom indigenen Volke „Topinambá“, die den Korbblütler als Nahrung für sich selbst und auch für ihre Tiere nutzten. In der Liste der Heilpflanzen findet man die Pflanze unter dem Namen „Helianthus tuberosus“. Das Knollengemüse fand im 17. Jahrhundert seinen Weg nach Europa und wurde dort – vor der Entdeckung der Kartoffel – als Grundnahrungsmittel genutzt. Leider ist Topinambur so sehr von der Kartoffel verdrängt worden, dass sie bis vor Kurzem kaum noch jemand kannte. Früher war sie im Übrigen unter vielen verschiedenen Namen bekannt:

  • Erdapfel
  • Erdtrüffel
  • Erdbirne
  • Erdartischocke
  • Schnapskartoffel
  • Indianerknolle
  • Rosskartoffel
  • Erdsonnenblume

Geschmacklich erinnert Topinambur am ehesten einer Artischocke, Pastinake oder Kastanien. Ihr fein nussiges und leicht süßliches Aroma lässt sich insbesondere mit anderen Lebensmitteln verbinden, deren Geschmack ebenfalls eher mild ist.

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Wie gesund ist Topinambur?

Topinambur besitzt viele wertvolle Inhaltsstoffe, die eine äußerst positive Wirkung auf unsere Gesundheit hat. Bereits die Urvölker Brasiliens, Mittel- und Nordamerika sowie Asien nutzten die gesunde Knolle als Heilpflanze. 100 Gramm Topinambur enthalten unter anderem folgende Vitamine und Mineralstoffe:

  • 500 mg Kalium
  • 4 mg Eisen
  • 4 mg Vitamin C
  • 1,3 mg Vitamin B3
  • 0,2 mg Vitamin B1
  • 0,1 mg Kupfer

Auch in puncto Nährstoffe kann das Wurzelgemüse sich sehen lassen. In 100 g Topinambur stecken zum Beispiel 17 g Kohlenhydrate (davon 12 g Ballaststoffe) und 2 g Eiweiß. Dank ihrer 0,4 g Fett auf 100 g eignet sich die Knolle als idealer Diätbegleiter und unterstützt das Abnehmen. Außerdem ist Topinambur reich an Inulin – einem präbiotischen Ballaststoff und nicht zu verwechseln mit Insulin. Zu den weiteren Inhaltsstoffen zählen Zink, Kalzium, Magnesium, Natrium, Selen, Phosphor und Mangan sowie Vitamin A, B2, D und E.

Viele der wertvollen Inhaltsstoffe haben eine gesundheitsfördernde Wirkung und helfen insbesondere dabei, die Darmflora in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen und tragen zur Wiederansiedlung gesunder Darmbakterien bei. Topinambur ist dank des hohen Gehalts an Inulin, welches die Blutzuckeraufnahme verlangsamt, gut verträglich für Menschen mit Diabetes Typ 2 und Stoffwechselerkrankungen. Da die Knolle schnell sättigend ist, eignet sie sich bestens als Begleiter bei Diäten.

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Leckere Topinambur-Rezepte

Die nussige, süßliche Topinambur-Knolle kann mit oder ohne Schale gegessen werden und lässt sich vielfältig in der Küche einsetzen. Man kann sie zum Beispiel roh verzehren, braten, frittieren oder kochen. Topinambur eignet sich aber auch gut als Suppe, Püree oder Salat. Aufgrund des eher zarten Aromas sollte sie jedoch vorrangig nicht mit anderen sehr starken Aromen vermischt werden. Ansonsten schmeckt man sie einfach nicht mehr raus.

Rezept 1 – Topinambur-Suppe

Ein weißer Topf auf einem Holztisch mit Suppe aus Topinambur und einem Rosmarinzweig. Außenrum liegen 3 weitere Knollen

(c) Daniel Vincek / Adobe Stock

Zutaten für 4 Personen:

  • 800 g Topinambur
  • 800 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml fettarme Milch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Möhre
  • 1 Stange Porree
  • ½ Knolle Sellerie
  • 1 EL geschmacksneutrales Öl
  • Salz, Pfeffer, Muskat

Schritt 1:

Waschen und putzen sie das gesamte Gemüse und schneiden es klein. Erhitzen Sie nun das Öl in einem großen Topf und dünsten das kleingeschnittene Gemüse für ungefähr eine Minute an. Dabei ständig rühren. Anschließend löschen Sie das Ganze mit 400 ml Gemüsebrühe ab und lassen die Suppe bei geschlossenem Deckel für ca. 15-20 Minuten bei mittlerer Hitze garen.

Schritt 2:

Geben Sie nun die restlichen 400 ml Gemüsebrühe sowie die Milch hinzu und pürieren die Suppe. Jetzt nur noch mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken, nochmals aufkochen lassen und servieren.

 

Rezept 2 – Topinambur-Brot

Ein Laib Brot zur Hälfte aufgeschnitten auf einem Holzbrett

(c) #1554 / colourbox

  • 500 g Topinambur
  • 500 g Dinkelmehl
  • 20 g Hefe
  • 125 ml Buttermilch
  • 2 TL Salz
  • 1 Bund Thymian

Schritt 1:

Topinambur in Salzwasser für 20-25 Minuten garen, anschließend abgießen, mit kaltem Wasser abschrecken und pellen. Während die Knollen kochen, können Sie die Thymianblätter von den Stielen zupfen und grob hacken. Mehl, Salz und gehackten Thymian mischen.

Schritt 2:

Die gekochte und gepellte Topinambur zusammen mit der Buttermilch und der Hefe pürieren. Geben Sie die Masse zum Mehl und verkneten das Ganze mit einem Handrührgerät (Knethaken) zu einem glatten Teig. Sollte der Teig noch kleben, einfach ein bisschen Mehl hinzufügen. Nun den Teig abgedeckt und an einem warmen Ort für gut 2 Stunden gehen lassen. Anschließend den Teig auf einer bemehlten Fläche mit den Händen gut durchkneten, zu einem Brotlaib formen und nochmal für 45 Minuten gehen lassen.

Schritt 3:

Ofen auf 220°C Ober-Unterhitze oder 200°C Umluft vorheizen und den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen. Brot auf mittlerer Schiene für ca. 15 Minuten backen. Stellen Sie zusätzlich einen tiefen und mit Wasser gefüllten Teller auf den Boden des Backofens. Nun reduzieren Sie die Hitze auf 200°C Ober-Unterhitze oder 180°C Umluft und backen das Brot für weitere 30-35 Minuten.