Alternativmedizin & Naturheilkunde

Sodbrennen: Hausmittel gegen das Brennen in der Brust

Hausmittel gegen Sodbrennen lindern den schmerzhaften Druck in der Speiseröhre und helfen auch bei saurem Aufstoßen. Von Heilerde bis Kamillentee – die besten 10 Hausmittel gegen Sodbrennen.

Sodbrennen macht sich in unterschiedlichen Situationen bemerkbar. Womöglich leiden Sie darunter, wenn Sie sich gestresst fühlen, fettige und stark gewürzte Speisen, üppige Portionen gegessen oder zu viel Alkohol getrunken haben. Ärzte kennen mehrere Faktoren, die den Magen reizen, aggressive Magensäure in der Speiseröhre aufsteigen lassen und Sodbrennen verursachen.

Das Sodbrennen ist zwar äußerst unangenehm, aber harmlos, wenn es nur gelegentlich auftritt. Hinter dem Brustbein entwickelt sich dann ein brennender Schmerz, der sich wie „Feuer“ in der Speiseröhre anfühlen kann. Dazu kommt oft saures Aufstoßen aus dem Magen. Natürliche Mittel gegen Sodbrennen lindern die unangenehmen Symptome. Sie können auch selbst einiges tun, um Sodbrennen gar nicht erst entstehen zu lassen. Ein gesunder Lebensstil und eine ausgewogene Ernährung zählen nämlich zu den besten Hausmitteln gegen Sodbrennen.

Achtung! Wenn Sie wiederkehrend und regelmäßig Sodbrennen haben, suchen Sie besser zunächst Ihren Arzt auf. Mit ihm können Sie besprechen, welche Therapie er für sinnvoll hält und welche Mittel Sie eventuell zusätzlich einsetzen können. Möglicherweise steckt eine Refluxkrankheit hinter Ihren Beschwerden, die Ärzte behandeln müssen.

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Diese 10 Hausmittel gegen Sodbrennen versprechen Besserung

Es gibt nicht „das eine“ Hausmittel, das Sodbrennen gleichermaßen entgegenwirkt. Außerdem helfen viele bei akuten Beschwerden, aber nicht jedes wirkt einem Reflux entgegen. Probieren Sie deshalb aus, welches Produkt aus der Hausapotheke bei Ihnen gegen Sodbrennen wirkt. Dafür brauchen Sie vermutlich ein wenig Geduld, Zeit und Experimentierfreude.

Wissenschaftliche Studien zur Wirksamkeit von Hausmitteln gegen Sodbrennen sind rar. Vielmehr beruht ihr Einsatz auf Erfahrungswerten und überlieferten Rezepten. Und manche Hausmittel gelten zwar als bewährt, gehören aber eher ins Reich der Mythen.

1. Natron gegen Sodbrennen: ein altbewährtes Mittel

Natron als Hausmittel (chemisch Natriumhydrogencarbonat) setzen Menschen schon seit Langem als Hilfe gegen Sodbrennen ein. Es steckt zum Beispiel in ganz normalem Backpulver, einem Triebmittel fürs Backen. Das basische Natron reagiert mit der Magensäure und lässt aus dieser Wasser und Kohlendioxid entstehen.

  • Geben Sie einen Teelöffel Natron in ein Glas Leitungswasser oder stilles Wasser; rühren Sie gut um, damit sich das Pulver auflöst.
  • Trinken Sie die Natronlösung langsam und in kleinen Schlucken; die Wirkung sollte schnell einsetzen.

Nehmen Sie das Kaisernatron aber nicht zu oft und in hoher Dosierung ein. Das weiße Pulver besitzt einige unangenehme Nebenwirkungen: So bildet das entstehende Gas Kohlendioxid-Blasen im Magen-Darm-Trakt. Und diese führen zu unangenehmen Blähungen. Außerdem erhöht sich möglicherweise die Magensäureproduktion, nachdem die Wirkung im Magen abgeklungen ist – ein Effekt, der bei Sodbrennen nicht wünschenswert ist. Bei häufiger Einnahme können Stoffwechselprobleme entstehen.

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2. Milch gegen Sodbrennen: Hilft der Klassiker?

Milch gilt als das Hausmittel Nummer eins gegen Sodbrennen. Doch kann die weiße, kühle Flüssigkeit wirklich gegen Sodbrennen helfen? Experten sind sich bei der Antwort auf diese Frage uneinig: So schreibt der Berufsverband der Internisten, dass ein Glas Milch als Mittel gegen Sodbrennen hilft. Milch soll die aggressive Magensäure verdünnen, teilweise neutralisieren und so die schädliche Wirkung zumindest abmildern.

In einer Studie fanden Forscher jedoch heraus, dass Milch die Säure im Magen viel schlechter neutralisiert als ein Glas Wasser. Milch besitzt nämlich selbst einen leicht sauren pH-Wert und eignet sich damit weniger gut, um Säuren unschädlich zu machen. Vielmehr löste die Milch im Vergleich zum Wasser häufiger Sodbrennen aus. Vor allem Milch mit hohem Fettgehalt stimuliert die Magensäureproduktion. Etwas besser schneidet fettarme Milch ab. Besonders schlecht bei Sodbrennen scheint der Konsum von Joghurt zu sein. Die Annahme, dass Joghurt gegen Sodbrennen hilft, hält sich hartnäckig. Dabei enthält das Produkt viele Säuren und verursacht Sodbrennen genauso oft wie Säfte aus Zitrusfrüchten. Hingegen ist Quark anscheinend ein Mittel, das gegen Sodbrennen helfen kann.

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Achtung bei Laktoseunverträglichkeit und Kuhmilchallergie

Viele Menschen vertragen den Milchzucker (Laktose) aus der Milch und Milchprodukten nicht. Sie leiden unter einer Milchzuckerunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz. Nach dem Konsum von Milch bekommen sie verschiedenste Symptome, zum Beispiel Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall. Für sie kommt Milch als Mittel gegen Sodbrennen ohnehin nicht infrage. Milch gegen Sodbrennen verbietet sich bei Menschen, die eine Kuhmilchallergie haben. Schon geringste Spuren von Milch lösen heftige allergische Symptome aus.

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3. Kräutertee: klassische Hausmittel wie Kamillentee gegen Sodbrennen

Der Klassiker vor allem bei leichtem Sodbrennen ist Tee trinken. Hilfreich sind Kräutertees aus Heilpflanzen wie Kamille, Fenchel, Schafgarbe, Anis, Melisse, Kümmel oder Spitzwegerich. Kamillentee wirkt zum Beispiel entzündungshemmend und krampflösend. Es gibt fertige Teemischungen, die mehrere Pflanzenarten enthalten. Sie können die Mixturen aber auch aus Kräutern selbst herstellen. Kräutertee verdünnt und neutralisiert die überschüssige Magensäure. Außerdem spült die Flüssigkeit Reste der aufgestiegenen Magensäure aus der Speiseröhre in den Magen zurück. Zudem beruhigen die pflanzlichen Wirkstoffe den Magen. Daher ist Tee gegen Sodbrennen so hilfreich.

  • Brühen Sie den Tee (z. B. Kamillentee) mit heißem Wasser auf und lassen Sie das Gebräu mindestens 5 Minuten lang ziehen.
  • Trinken Sie den Tee nicht zu heiß, sondern lassen Sie ihn ein wenig abkühlen. Nehmen Sie den Tee in kleinen Schlucken zu sich.
  • Trinken Sie mehrere Tassen Kräutertee am Tag bei akutem Sodbrennen.
  • Eine Alternative zum Tee ist Wasser ohne Kohlensäure.

Achtung! Pfefferminztee ist nicht empfehlenswert bei Sodbrennen. Die Inhaltsstoffe der Minze reizen den Magen und verstärken das Sodbrennen.

4. Heilerde bei Sodbrennen: braunes Pulver bändigt die Magensäure

Auch Heilerde hat sich bei Sodbrennen bewährt. Sie wird aus einer bestimmten Lehmart, dem Löss, gewonnen. Das fein vermahlene Pulver besitzt die Fähigkeit, Giftstoffe, Fette und andere unerwünschte Substanzen im Körper zu binden. Heilerde besitzt zudem viele Mineralstoffe, zum Beispiel Silizium, Kalzium oder Eisen. Heilerde bindet überschüssige Säure und verschafft schnell Linderung bei akutem Sodbrennen. Auch bei Reizdarm (Reizdarmsyndrom), Reizmagen und säurebedingten Magenbeschwerden hilft das braune Pulver.

Heilerde gibt es in verschiedenen Zubereitungen, zum Beispiel als Pulver zum Anrühren mit Wasser, Kapseln oder Granulat. Die meisten Apotheken, Drogerien und Reformhäuser bieten Heilerde an.

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5. Kartoffelsaft gegen Sodbrennen: Das kann die Knolle

Kartoffeln enthalten große Mengen an Stärke. Diese bindet die überschüssige Magensäure und lindert das Sodbrennen. Kartoffelsaft zählt zu den besonders wirksamen Mitteln gegen den brennenden Schmerz hinter dem Brustbein. Der Saft wirkt basisch, beruhigt und entsäuert.

Rohen Kartoffelsaft (Direktsaft) gibt es fertig zu kaufen in Apotheken, Drogerien, Reformhäusern oder im Internetversandhandel. Trinken Sie etwa ein halbes Glas Kartoffelsaft vor den Mahlzeiten in kleinen Schlucken.

Alternativ essen Sie ein Stück frisch gekochte Kartoffel oder Süßkartoffel. Kartoffeln können ebenfalls die Magensäure neutralisieren. Manche empfehlen im Kampf gegen den Reflux, das Wasser der gekochten Kartoffeln zu trinken.

6. Ingwer gegen Sodbrennen probieren und den Magen beruhigen

Die scharfe Heilpflanze ist als Gesundheitshelfer bekannt und kann zahlreiche Beschwerden lindern. Die Knolle ist im Deutschen Arzneibuch als geeignetes Mittel gegen Magen-Darm-Beschwerden gelistet und kann ebenso Linderung bei Sodbrennen bringen. Die Inhaltsstoffe von Ingwer sollen dafür sorgen, dass der Magendruck und das Völlegefühl abnehmen, die Verdauung angeregt und beschleunigt wird. Die Inhaltsstoffe der Heilpflanze, dazu gehören die ätherischen Öle sowie die Scharfstoffe Gingerol, Zingiberol und Shogaol, wirken antibakteriell sowie entzündungshemmend. Das soll den Magen entspannen und somit die Intensität des Sodbrennens verringern.

In Form eines heiß aufgebrühten Tees können sich die Inhaltsstoffe besonders gut entfalten und gelangen schnell in den Magen. Wenn Sie den Tee nicht trinken mögen, können Sie auch ein kleines Stück Ingwer roh zu sich nehmen. Hier sollten Sie jedoch die Knolle vorher schälen.

Tipp: Waschen Sie die Ingwerwurzel gut ab, aber schälen Sie sie nicht – denn in der Schale sind besonders viele Inhaltsstoffe enthalten. Schneiden Sie den Ingwer in dünne Scheiben oder raspeln Sie ihn und gießen Sie ihn mit kochendem Wasser auf.

7. Die ätherischen Öle von Wacholderbeeren gegen Sodbrennen nutzen

Wacholderbeeren sollen ein gutes Hausmittel im Kampf gegen das lästige Sodbrennen sein. Wacholderbeeren können Sie auf der einen Seite als Tee genießen. Zerdrücken Sie dafür einen Teelöffel der Beeren in einer Tasse und übergießen Sie diese mit heißem Wasser. Lassen Sie den Tee etwa zehn Minuten ziehen.

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8. Kaugummi kauen gegen Sodbrennen

Kauen Sie nach dem Essen zuckerfreien Kaugummi. Es gilt als gutes Hausmittel gegen Sodbrennen. Das Kaugummikauen kurbelt die Speichelproduktion an. Der Speichel befreit die Speiseröhre von aufgestiegener Magensäure und neutralisiert sie. Manche Menschen mit Sodbrennen vertragen keinen Pfefferminzkaugummi, weil er Menthol enthält. Wählen Sie in diesem Fall eine andere Kaugummisorte. Wichtig ist aber, dass der Kaugummi zuckerfrei ist – sonst steigt Ihr Risiko für die Volkskrankheit Karies.

9. Sauerkraut oder Sauerkrautsaft als Schmerzlinderer bei Sodbrennen

Mit einigen Gabeln Sauerkraut besänftigen Sie das schmerzhafte Brennen hinter dem Brustbein. Auch Sauerkrautsaft hat eine beruhigende Wirkung bei Sodbrennen. Er reguliert den pH-Wert im Magen und lindert die Beschwerden. Essen Sie aber nicht zu viel rohes Sauerkraut, denn dies löst schmerzhafte und unangenehme Blähungen aus.

10. Natürliche Mittel gegen Sodbrennen: Nüsse, Mandeln, Kerne und Leinsamen

Kauen Sie bei akutem Sodbrennen langsam einige Nüsse (z. B. Haselnüsse, Cashewnüsse) oder Mandeln langsam zu einem Speisebrei und schlucken Sie diesen hinunter. Gute Hausmittel gegen Sodbrennen sind außerdem Sonnenblumenkerne oder Kürbiskerne. 

Achtung! Diese Empfehlung ist nicht gut für Sie, wenn Sie auf Nüsse allergisch reagieren. Schon geringste Mengen genügen, um allergische Symptome zu verursachen, die lebensgefährlich werden können.

Auch Leinsamen helfen nicht nur bei Verstopfung und anderen Magen-Darm-Beschwerden, sondern auch bei Sodbrennen. Der Schleim aus Leinsamen und Wasser legt sich wie eine Schutzhülle auf die Magenwand und unterstützt so die natürliche Funktion des Magenschleims.

  • Kochen Sie einen Esslöffel Leinsamen mit 250 ml Wasser auf.
  • Lassen Sie die Mischung etwa 30 Minuten leicht auf dem Herd köcheln.
  • Geben Sie die Mischung durch ein Sieb und fangen Sie den Schleim in einem geeigneten Gefäß auf.
  • Trinken Sie mehrmals am Tag einige Schlucke davon.
Leinsamen und Chiasamen enthalten u.a. viele Mineral- und Ballaststoffe.

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Sie sehen unscheinbar aus, strotzen aber vor gesunden Inhaltsstoffen:… weiterlesen


Wenn Hausmittel gegen Sodbrennen nicht helfen – wann zum Arzt?

Wer nur gelegentlich Sodbrennen hat, muss sich nicht gleich Sorgen machen. Es ist harmlos und verschwindet meist von selbst wieder. In diesem Fall bekommen Sie das Sodbrennen mit Hausmitteln und einer Umstellung der Ernährung und Lebensweise meist in den Griff.

Gelingt es nicht, den Rückfluss von Mageninhalt zu bremsen, scheuen Sie den Arztbesuch nicht. Denn auf Dauer greift die ätzende Magensäure die Speiseröhre an, löst Entzündungen und Schmerzen aus und verursacht schwerere Schäden.

Suchen Sie einen Arzt auf, wenn das Sodbrennen …

  • … nicht nur gelegentlich auftritt, sondern mehrmals pro Woche wiederkehrt.
  • … nicht wieder von selbst verschwindet und länger als zwei Wochen anhält.
  • … sich nicht mit Hausmitteln und durch einen veränderten Lebensstil bessern lässt.
  • … Ihre Lebensqualität entscheidend beeinträchtigt, weil Sie das Essen und Trinken nicht mehr genießen können.
Eine Frau berührt ihren Bauch mit beiden Händen