Gesunde Ernährung

Sellerie – Gesunde und vitaminreiche Heilpflanze

Auch wenn viele den Geschmack von rohem Sellerie nicht mögen, sollte das Apiginin-haltige Gemüse in keiner Hausapotheke fehlen.

Eine Infografik mit verschiedenen Fakten zu Sellerie. Sie zeigt Wissenswertes über die Inhaltsstoffe und Wirkung der Knolle.

Beim Gedanken an Sellerie haben viele sofort das Bild einer Suppe bzw. Sellerie als klassische Suppeneinlage im Kopf. Dabei ist das Gemüse extrem vielseitig und besitzt viele gesunde Nährstoffe. Wissenschaftler bestätigen dem Powergemüse sogar aktiv gegen Krebs zu helfen. Erfahren Sie bei uns, wie wertvoll Sellerie für unsere Gesundheit ist und welche Vitalstoffe in ihm stecken.

Wo kommt Sellerie her?

Bereits die Römer und Griechen verwendeten Sellerie regelmäßig als Würzmittel oder Gemüsebeilage und weihten es sogar dem Gott der Unterwelt. Im alten Ägypten wiederum galt Sellerie als reine Heilpflanze. Zudem waren die Blätter und Blüten eine traditionelle Grabbeigabe. Auch hierzulande galt Sellerie lange Zeit als reine Arzneipflanze und durfte ausschließlich in Kloster- und Hofgärten angebaut werden. Erst seit dem 18. Jahrhundert wurde er auch privat angebaut und zusätzlich als Gemüse genutzt.

Der ursprüngliche wilde Gartensellerie (Apium graveolens) stammt aus dem Mittelmeerraum und wurde im Laufe der Zeit in verschiedenen Sorten kultiviert.

In den Geschäften sind heutzutage insbesondere drei Sorten zu finden:

Sorte Aussehen Verwendung
Knollensellerie Dicke Knolle mit weißlichem Fruchtfleisch. Der würzige Knollensellerie dient in der Küche häufig als Grundlage für Soßenfonds, als klassische Suppeneinlage oder als Beilage zu
Fleisch- und Fischgerichten. Beliebt sind aber auch das Sellerieschnitzel und
der Selleriesalat.
Staudensellerie (auch Stangensellerie genannt) Sehr kleine weiße Knolle mit dicken grünen Stielen und
kleinen Blättern am Ende.
Dank des milden Aromas wird Staudensellerie gerne als Gemüsebeilage oder in Rohkostsalaten verwendet.
Schnittsellerie Kleine, runde und hohle Stiele mit grünen krausigen
Blättern sowie lediglich einer angedeuteten Knolle.
Fein geschnitten dient Schnittsellerie als frisches
oder getrocknetes Gewürzkraut für Suppen oder Soßen und als Dekoration.

Zu den heutigen Anbaugebieten gehören hauptsächlich Deutschland, Belgien, Niederlande, Luxemburg und Frankreich.

Welche Nährstoffe stecken in Sellerie und wie gesund ist er?

Sellerie können verschiedene gesundheitsfördernde Heilwirkungen nachgewiesen werden. So enthalten die Blätter zum Beispiel ein ätherisches Öl, welches stark harntreibend und bluttreibend wirkt. Aufgrund seiner antirheumatischen Wirkung steht das Gemüse bei Rheumapatienten regelmäßig auf dem Speiseplan. Aber Sellerie kann noch mehr:

  • Senkt den Blutdruck
  • Stärkt das Immunsystem
  • Hilft bei Gelenk- und Rückenschmerzen, Verspannungen, Muskelkater
  • Hilft gegen blaue Flecken
  • Hilft gegen Sodbrennen
  • Regt den Darm an und schützt den Magen
  • Hilft gegen Blähungen, Sodbrennen, Magenkrämpfe
  • Senkt den Blutzucker- und Cholesterinspiegel
  • Beugt Depressionen vor
  • Hilft gegen Alzheimer
  • Verbessert das Hautbild
  • Schützt die Haut vor UV-Strahlung
  • Stärkt die Dichte von Haaren
  • Reduziert brechende Nägel und Nagelrinnen

Sellerie ist sehr nährstoffreich, besitzt aber kaum Kalorien und Kohlenhydrate. Auf 100 Gramm Knollensellerie kommen gerade einmal 18 kcal und 2 g Kohlenhydrate.

Zudem enthält das Gemüse satte 415 mg Kalium, 80 mg Natrium, 70 mg Phosphat sowie 50 mg Kalzium. Hinzu kommen weitere wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente wie zum Beispiel Eisen, Zink und Magnesium. Auch an Vitaminen mangelt es der Heil- und Gemüsepflanze nicht: Neben Folsäure und Beta-Carotin, sind auch Vitamin E sowie Vitamine der B-Gruppe (B1, B2, B6) vertreten.

Sellerie als Mittel gegen Krebserkrankungen

Inzwischen weisen immer mehr Studien nach, dass die in Sellerie enthaltenen Pflanzenfarbstoffe Apigenin und Luteolin wirksam gegen Krebs ist. Luteolin hilft insbesondere bei der Behandlung von hochaggressiven Tumoren bei dreifach negativem Brustkrebs und sorgt dafür, dass krankhafte Zellen vom Körper „entsorgt“ werden. Apigenin dagegen verkleinert mit hoher Wahrscheinlichkeit bösartige Brustkrebstumore und verlangsamt das Wachstum von hormonabhängigem Brustkrebs.

Laut einer Studie der Universität von Missouri kann der Pflanzenstoff sogar die Wachstumsgeschwindigkeit, die Zellmigration sowie die Aggressivität eines Tumors verringern. Andere Studien wiederum gehen einen Schritt weiter und besagen, dass Apigenin nicht nur vorbeugend gegen Brustkrebs wirken kann, sondern auch vor folgenden Krebsarten schützt:

  • Darmkrebs
  • Leukämie
  • Leberkrebs
  • Hautkrebs
  • Bauchspeicheldrüsenkrebs
  • Knochenkrebs
  • Prostatakrebs

Doch damit nicht genug. Auch bei der Krebstherapie können die Flavonoide unterstützen. Chemotherapien sollen demnach in Verbindung mit der Einnahme von Apigenin weniger Nebenwirkungen haben und gleichzeitig die Wirkung der Therapie verstärken. Des Weiteren soll der in Sellerie enthaltene Pflanzenfarbstoff verhindern, dass Betroffene resistent gegen Anti-Krebs-Mittel werden.

Sellerie kann auch lecker sein. (c) Colourbox

Sellerie Rezepte

Sellerie kann in der Küche ungemein vielfältig eingesetzt werden, sodass selbst Menschen, die ihn eigentlich nicht mögen, plötzlich total begeistert sind. Wir haben zwei leckere Rezepte für Sie herausgesucht, bei denen das gesunde Gemüse zwar die Hauptrolle spielt, der typische Sellerie-Geschmack aber nicht zu intensiv ist.

Blitzschnelles Sellerie Gratin

Zutaten für 4 Portionen:

  • 750 g Knollensellerie
  • 300 g Schinkenspeck in Würfeln
  • 100 g Blauschimmelkäse (z.B. Roquefort, Gorgonzola, Stilton)
  • 250 ml Schlagsahne
  • Pfeffer

So geht’s

  1. Backofen auf 175° C Umluft vorheizen.
  2. Sellerie schälen, waschen und in Scheiben schneiden. Aus den Scheiben dann ca. 1 cm dicke Stifte schneiden. Blauschimmelkäse würfeln.
  3. Selleriestifte in leicht kochendem Salzwasser für ca. 6-8 Minuten garen. Anschließend abgießen, mit den Speckwürfeln vermischen und zur Seite stellen.
  4. Sahne in einem Topf aufkochen. Käsewürfel hinzufügen schmelzen lassen. Nun die Käse-Sahne-Soße mit Pfeffer würzen.
  5. Sellerie-Speck-Mischung in eine Auflaufform geben und mit der Soße übergießen.
  6. Im vorgeheizten Ofen für ca. 15 Minuten goldgelb backen.

Gesunde Sellerie-Schnitzel mit Dip

Zutaten für 4 Portionen:

  • 400 g Knollensellerie
  • 5 El Kokosöl
  • 210 g Dinkelmehl
  • 120 g Sesam
  • Schale von 1,5 unbehandelten Zitronen
  • 2 TL Kurkuma
  • Salz
  • Pfeffer

Für den Dip:

  • 100 g Quark
  • 100 g Joghurt
  • 1 EL frisch gepresster Zitronensaft
  • Salz & Pfeffer

So geht’s

  1. Topf mit Salzwasser zum kochen bringen. Währenddessen den Knollensellerie schälen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Selleriescheiben anschließend für 7-8 Minuten köcheln lassen.
  2. 3 tiefe Teller aufstellen. In den ersten Teller 60 g Dinkelmehl füllen. Im zweiten Teller die verbleibenden 150 g Dinkelmehl mit 220 ml Wasser, Abrieb von 1,5 Zitronen, Kurkuma, Salz und Pfeffer vermischen. Den dritten Teller mit Sesam füllen.
  3. Selleriescheiben abschütten und mit einem Küchentuch abtrocknen. In einer Pfanne das Kokosöl erhitzen.
  4. Die Sellerieschnitzel nun panieren: Erst im Dinkelmehl wenden und Überschüsse abklopfen, dann in der Dinkelmehl-Wasser-Mischung und zum Schluss im Sesam wenden.
  5. Schnitzel goldgelb braten und anschließend auf einem Küchentuch abtropfen lassen.
  6. Für den Dip vermischen Sie Quark, Joghurt und Zitronensaft und schmecken das Ganze mit Salz und Pfeffer ab. Optional können auch frische Kräuter hinzugefügt werden.

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