Alternativmedizin & Naturheilkunde

Schwarzkümmelöl – Geheimtipp für die Gesundheit

Schwarzkümmel wird bereits seit mehreren tausend Jahren erfolgreich als natürliches Heilmittel eingesetzt. In unserer westlichen Welt ist das Gewürz jedoch noch weitestgehend unbekannt. 

Schwarzkümmelöl stammt aus dem Nahen Osten, wo die vielseitige Wirkungsweise seiner Inhaltsstoffe bereits bestens bekannt ist. Wir zeigen Ihnen, was alles in dem vermeintlich heilvollen Öl steckt, wie es hergestellt wird und welche Wirkung es auf die Gesundheit haben kann.

Woraus besteht Schwarzkümmelöl?

Zur Gewinnung des Öls braucht es die Schwarzkümmelpflanzen, die im September ausgesät werden. Sobald die Fruchtkapseln, die sich nach der Blütezeit ausbilden, braun werden, beginnt die Ernte. Die Schwarzkümmelsamen haben eine mattschwarze Farbe und erinnern an den Geruch von Anis. Die Pflanzen werden abgeschnitten, zum Trocknen ausgebreitet und anschließend gedroschen. In einer entsprechenden Ölmühle werden die Samen gereinigt und danach kaltgepresst. Die sogenannte Stempelpressung verhindert, dass wichtige Inhaltsstoffe verloren gehen. Besonders Schwarzkümmelöl aus Erstpressung ist von ausgezeichneter Qualität und liefert die besten Wirkstoffe.

Schwarzkümmelöl: Die Inhaltsstoffe

Die wesentlichen Bestandteile des Schwarzkümmelöls bilden ungesättigte Fettsäuren und ätherische Öle. Das in den ätherischen Ölen enthaltene Thymochinon kann zwar in zu großen Dosen durchaus toxisch wirken, in einer überschaubaren Menge hat es jedoch eine positive Wirkung auf allergische Reaktionen. Die Vorteile von Thymochinon für den Blutzuckerspiegel konnten bereits vor einigen Jahren wissenschaftlich nachgewiesen werden.

Eine weitere Substanz, die in Öl aus Schwarzkümmelsamen enthalten ist, ist Saponin Melanthin. Ihm wird unter anderem eine sekretlösende und reinigende Wirkung nachgesagt. Doch damit nicht genug: wird das Schwarzkümmelöl etwas länger gelagert, entwickeln sich Stoffe wie z. B. Nigellon Semohiorpion. Dieser Inhaltsstoff ist in der Lage, Asthmatikern oder Menschen mit Keuchhusten Linderung zu verschaffen. Schwarzkümmelöl enthält außerdem:

  • Beta-Karotin (Provitamin A)
  • Folsäure
  • Magnesium
  • Biotin
  • Selen
  • Vitamin B1, B2 und B6
  • Vitamin C und E
  • essenzielle Aminosäuren

Beta-Karotin spielt vor allem für Haut, Haare, Augen, Zellen und das Immunsystem eine wichtige Rolle. Folsäure ist maßgeblich am Zellstoffwechsel beteiligt und für die Produktion roter Blutkörperchen unerlässlich. Selen ist zuständig für die natürliche Entgiftung des Körpers und trägt zum Schutz der Zellen bei. Aminosäuren sind für eine gute Körpergesundheit und einen funktionierenden Stoffwechsel extrem wichtig, da ohne sie nichts funktionieren würde. Als bedeutende Eiweißbausteine sind sie verantwortlich für Hormone, Enzyme und Proteine. Schwarzkümmelöl weist hier einen außergewöhnlich hohen Anteil an essenziellen, also lebenswichtigen Aminosäuren auf.

Kleines Glas mit Schwarzkümmelöl.

Schwarzkümmelöl ist reich an verschiedenen Vitaminen. (c) pakes/Fotolia

Schwarzkümmelöl: Anwendung und Wirkung

In der Naturheilkunde wird Schwarzkümmelöl gerne bei Allergien wie beispielsweise Heuschnupfen eingesetzt. Durch die im Öl enthaltenen ätherischen Öle können körperliche Beschwerden wie juckende Augen, eine laufende Nase oder ein kratzender Hals gelindert werden. Linolsäure, die sich ebenfalls in dem Öl befindet, gehört zu den wichtigen Fettsäuren, die über eine entzündungshemmende Wirkung verfügen und in Einzelfällen den Heuschnupfen sogar ganz beseitigen können. Auch diverse Hauterkrankungen können sich mit der Einnahme von Schwarzkümmelöl zum Positiven verändern. Gerade bei Akne oder anderen Hautproblemen kann das Öl aus Schwarzkümmel unterstützend wirken und die Symptome verringern oder heilen. Weitere Anwendungsgebiete für Schwarzkümmelöl sind:

Haarpflege

Auch zur Haarpflege kann Schwarzkümmelöl äußerlich angewendet werden. Es verleiht dem Haar eine gewisse Kräftigung, sorgt für mehr Stabilität und Geschmeidigkeit. Biotin ist ein hervorragender Wirkstoff bei Spliss und brüchigen Haaren und unterstützt zudem die Bildung von Keratin, das für die Haarstruktur von entscheidender Bedeutung ist.

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Verdauungsbeschwerden

Bei Blähungen oder anderen Problemen mit der Verdauung kann Schwarzkümmelöl eingesetzt werden, um auf natürliche Weise für Linderung zu sorgen. Nigellin und Melathin sind wirkvolle Substanzen, die den Darm von Schadstoffen befreien und ihn wieder in sein ursprüngliches Gleichgewicht bringen.

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Bluthochdruck

Menschen, die unter Bluthochdruck leiden, können das aus den Schwarzkümmelsamen gewonnene Öl sinnvoll einsetzen, um den Blutdruck nachhaltig zu senken. Durch den regelmäßigen Verzehr des Öls wird die Produktion des Hormons Prostoglandin E1 angeregt. Es gehört zu den sogenannten Gewebshormonen und übernimmt bei der Blutdrucksenkung eine wichtige Rolle.

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Weitere Wirkbereiche

Zu der Erforschung von Schwarzkümmelöl gibt es mittlerweile zahlreiche Studien, die belegen, dass es sich auch auf Krampfzustände oder das Immunsystem positiv auswirken kann. Außerdem wird vermutet, dass es einen großen Beitrag leisten kann, wenn es um Krebs und die damit verbundene Bildung von Tumorzellen geht. Generell wird empfohlen, das Schwarzkümmelöl in guter Qualität mehrmals am Tag (bis zu 3 Teelöffel) und über mehrere Monate einzunehmen, um einen gesundheitlichen Nutzen zu erzielen.