Gesunde Frau

Schwangerschaftsvergiftung – rechtzeitig erkennen und behandeln

Bluthochdruck, hoher Eiweißwert im Urin und schwanger? Dann droht Gefahr. Eine Schwangerschaftsvergiftung oder Präeklampsie ist eine der gefährlichsten Komplikationen während der Schwangerschaft. 

Frauen mit einer Schwangerschaftsvergiftung gehören dringend in ärztliche Behandlung. Unbehandelt kann die Präeklampsie, wie die Erkrankung medizinisch korrekt heißt, tödlich für Mutter und Kind sein. Denn sie greift nicht nur Plazenta und Blutkreislauf, sondern auch die inneren Organe an und gefährdet Mutter und Kind.

Schwangerschaftsvergiftung oder Präeklampsie – das sind die Symptome

Bei einer Präeklampsie schädigt der Körper nicht nur sich selbst. Auch das Baby kann schwere Schäden davontragen. Die Störung führt zu einer Minderdurchblutung von Plazenta und Organen. Allein durch die Symptome erhält der Arzt den Hinweis auf die Störung. Die betroffenen Frauen ahnen oft nichts davon. Sie werden bei einem Vorsorgetermin von der Diagnose überrascht. Die typischen Symptome:

  • Bluthochdruck – mehr als 140 (systolisch, erster Messwert) zu 90 (diastolisch, zweiter Messwert) mmHg
  • Proteinurie, das ist eine vermehrte Eiweißausscheidung über den Urin (mehr als 300 mg pro Tag). Im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge wird Ihre Frauenärztin den Eiweißwert im Harn überprüfen.
  • Entwicklungsverzögerungen beim Baby (es nimmt nicht mehr so zu, wie es sollte)

Manchmal kommen zu diesen typischen Symptomen auch noch Nierenprobleme hinzu und Krampfanfälle, die an epileptische Anfälle erinnern.

Präeklampsie selbst entdecken

Wenn Sie folgende Hinweise bei sich beobachten, sollten Sie zum Arzt gehen:

  • Sie scheiden über mehrere Tage wenig Urin aus, obwohl Sie normal trinken.
  • Sie nehmen mehr als ein Kilogramm pro Woche zu.
  • Sie leiden unter Kopfschmerzen, Augenflimmern.
  • Sie leiden unter Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen.

Auch Wassereinlagerungen (Ödeme) können ein Alarmzeichen sein. Sie treten meist in den Beinen und im Gesicht auf. Allerdings gehören sie nicht zu den eindeutigen Symptomen einer Präeklampsie. Denn viele Frauen leiden in der Schwangerschaft unter Ödemen in den Beinen. Wenn sie allerdings vermehrt im Gesicht auftreten, ist das für den Frauenarzt schon ein ernstzunehmender Hinweis.

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Gestosen – Krankheiten in der Schwangerschaft

Unter dem Begriff Gestose fassen Mediziner verschiedene Erkrankungen zusammen. Dazu gehören harmlose Störungen wie Übelkeit zu Beginn einer Schwangerschaft. Aber auch eine Präeklampsie zählt dazu. In der Frühschwangerschaft sprechen Frauenärzte von Frühgestosen, ab der 20. Woche von Spätgestosen.

Folgende Formen der Gestosen sollten Sie kennen:

  • Präeklampsie (Prä-Eklampsie = vor dem Krampf): Die Krankheit tritt im letzten Schwangerschaftsdrittel auf. Sie muss nicht unbedingt von Ödemen begleitet sein. Bluthochdruck und verstärkte Eiweißausscheidung sowie Übelkeit und Kopfschmerzen sind die typischen Symptome. Präeklampsie verläuft in verschiedenen Schweregraden. Nicht immer ist ein Krankenhausaufenthalt nötig. Allerdings führen die Beschwerden manchmal auch zu einer lebensbedrohlichen Eklampsie. Trat die Störung bereits bei früheren Schwangerschaften auf, ist das Risiko für Präeklampsie erneut erhöht.
  • Eklampsie (sehr selten): Bei der bedrohlichsten Form der Gestose kommt es zu Krämpfen bis hin zum Koma.
  • HELLP-Syndrom (sehr selten): Das ist eine schwere Form der Präeklampsie, bei der es zu einer Schädigung der Leber kommt.

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Bei Präeklampsie muss der Blutdruck regelmäßig überprüft gemessen werden.

Bei Präeklampsie wird der Blutdruck regelmäßig überprüft. (c) chompoo / Fotolia


Schwangerschaftsvergiftung – die Diagnostik

Jede Schwangere hat Anspruch auf zehn Vorsorgetermine. Diese Angebote sollten Sie in der Schwangerschaft auch wahrnehmen. Bei jedem dieser Termine messen die Arzthelferinnen den Blutdruck und überprüfen den Eiweißgehalt im Urin. Hat der Frauenarzt den Verdacht auf eine Präeklampsie, wird er zusätzlich noch eine Blutuntersuchung machen. Besonders gefährlich ist die Erkrankung vor der 34. Schwangerschaftswoche (SSW) für das Kind. Es ist noch unreif und muss in der Regel vorzeitig auf die Welt geholt werden.

Bei einigen Schwangeren ist die Gefahr für eine Präeklampsie generell erhöht. Das sind die Risikofaktoren:

  • Es gab früher bereits eine Schwangerschaftsvergiftung.
  • Die Schwangere leidet unter Bluthochdruck.
  • Es gibt eine familiäre Vorbelastung.
  • Die Schwangerschaft ist durch eine künstliche Befruchtung entstanden. Besonders gefährdet sind Frauen, die durch eine Eizellspende schwanger geworden sind.

In diesen Fällen wird die Schwangere engmaschig von ihrem Frauenarzt betreut. Manchmal muss sie auch in die Klinik.

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Schwangerschaftsvergiftung – Wie wird sie behandelt?

Die Behandlung hängt davon ab, wie es Ihnen und Ihrem Kind geht. In der Regel geht es der Mutter schlecht, bevor das Kind gefährdet ist. Verläuft die Präeklampsie leicht, sieht die Behandlung folgendermaßen aus:

  • dreimal am Tag den Blutdruck messen. Der Arzt wird eventuell den Blutdruck mit Tabletten senken. 
  • wöchentlich den Eiweißwert ermitteln
  • wöchentlich eine Ultraschalluntersuchung
  • wöchentliche Blutuntersuchung

Bei schwereren Verläufen ist eine stationäre Aufnahme notwendig. Drohen Schäden oder Lebensgefahr für Mutter oder Kind, wird entbunden.

Grundsätzlich lässt sich eine Schwangerschaftsvergiftung nicht heilen. Nach der Geburt verschwindet die Erkrankung wieder von selbst.

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