Asthma & Lunge

Das RS-Virus – Ursachen und Behandlung

Es gibt einige Krankheiten und Infektionen, die Eltern von Babys und Kleinkindern beunruhigen. Dazu gehört auch das RS-Virus.

Im Grunde kann das RS-Virus (Englisch: „respiratory syncytial virus“) jeden treffen, Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren sind jedoch wesentlich häufiger davon betroffen. Wie sich die Virus-Infektion bemerkbar macht und wie sie behandelt wird, erfahren Sie in unserem Artikel.

Wie entsteht das RS-Virus?

Das Humane Respiratorische Synzytial Virus, wie es in der Medizin auch genannt wird, stellt eine Erkrankung der Atemwege dar. Die Viren gehören der gleichen Familie an wie auch die Erreger, die für Mumps und Masern verantwortlich sind. Die Erbinformation des RS-Virus wird von einer speziellen Proteinkapsel umhüllt. Unsere Atemwege besitzen Schleimhäute, in deren Zellen sich das Virus ausbreitet und für eine Art Verschmelzung dieser Zellen sorgt. Dieser Vorgang führt zur sogenannten Synzytienbildung. Die Schleimhäute werden dadurch geschädigt und es kommt zu einer Verlegung der Atemwege, die durch die abgestorbenen Zellen und Schleimablagerungen verursacht wird.

Da die Atemwege gerade bei Säuglingen noch sehr eng und unzureichend ausgeprägt sind, kann das Lungengewebe hier besonders stark geschädigt werden. Äußerste Vorsicht gilt vor allem bei Frühgeborenen sowie Babys, die unter einer geschädigten Lunge oder einem Herzfehler leiden. Die meisten dieser Fälle von RS-Virus müssen im Krankenhaus behandelt werden und unterstehen strengsten Isolationsvorschriften, da es sich um ein hoch ansteckendes Virus handelt. Am häufigsten treten Atemwegsinfektionen durch das RS-Virus von Herbst bis Frühling auf, bei Jungen und Mädchen jedoch gleichermaßen.

Respiratorisches Synzytial Virus: Die Symptome

Die Symptome, die das RS-Virus hervorruft, können sehr unterschiedlich ausfallen und sind von Fall zu Fall schwer von herkömmlichen Grippe-Symptomen zu unterscheiden. Ein gesunder Erwachsener, der sich mit dem RS-Virus angesteckt hat, bemerkt unter Umständen keinerlei Symptome oder Beschwerden. In diesem Fall würde es sich um eine stumme RSV-Infektion handeln. Bei einem relativ milden Krankheitsverlauf leiden Betroffene lediglich unter den folgenden Symptomen:

  • Niesanfälle
  • Schnupfen
  • Husten
  • Halsschmerzen

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Krankes Mädchen mit Teddy in der Hand.

Die Symptome des RS-Virus ähneln Grippe-Symptomen. (c) Africa Studio / Fotolia

Bei Kleinkindern, deren obere und untere Atemwege vom RS-Virus betroffen sind, zeigen sich meist ein bis drei Tage nach der Infektion die ersten Symptome:

  • Atembeschwerden (z. B. beschleunigte Atmung und/oder rasselndes Geräusch beim Atmen)
  • Fieber
  • schwere Atmung, die nur mit Abstützen möglich ist
  • Husten mit Auswurf
  • trockene und blasse Haut
  • kein Hunger- oder Durstgefühl
  • Erschöpfungszustände

In letzterem Fall sprechen Experten von einer RSV-Bronchiolitis. Die Beschwerden können sich innerhalb kürzester Zeit nicht nur verstärken, besonders bei Frühgeborenen kann es zu Atemstillständen kommen.

RS-Virus: Wer gehört zur Risikogruppe?

Wie bereits erwähnt sind Säuglinge und Kleinkinder unter drei Jahren durch das RS-Virus besonders stark gefährdet. Auch bei Kindern und Erwachsenen mit Lungenerkrankungen, Herzfehlern oder Mukoviszidose kann der Krankheitsverlauf gefährlich sein. Hinzu kommen Menschen mit einem schwachen Immunsystem, Erkrankungen des Blutes oder Menschen mit dem Down-Syndrom. Diese Risikogruppe sollte bei den ersten Anzeichen von RSV direkt den Arzt aufsuchen, um sich genau untersuchen zu lassen. Mithilfe eines Abstrichs im Nasen- und Rachenraum können die RS-Viren festgestellt werden.

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Die Behandlung des RS-Virus

Das Respiratorische Synzytial Virus gehört zu den Infektionen, die nicht gezielt behandelt werden können. Hier können ausschließlich die auftretenden Symptome behandelt und die Atmung unterstützt werden. Eine Therapiemöglichkeit, die Linderung verschafft, stellen beispielsweise Dampfbäder zur Inhalation dar, um den festsitzenden Schleim zu lösen, ebenso wie Nasenspülungen und Nasentropfen. Besonders wichtig ist, dass die Patienten viel trinken und die Viren so nach und nach aus dem Körper schwemmen. Der Arzt kann außerdem fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Ibuprofen verschreiben.

Zusätzlich gibt es bestimmte Medikamente, die die Atemwege weiten können, wodurch die Sauerstoffzufuhr verbessert werden kann. Babys und Kindern, die im Krankenhaus überwacht werden müssen, kann Sauerstoff über eine spezielle Maske verabreicht werden. Auch das Hochlagern des Oberkörpers hilft in diesem Moment, um besser Luft zu bekommen. Normalerweise heilt die Infektion durch das RS-Virus jedoch innerhalb einiger Tage von selbst aus. Ein Besuch beim Arzt ist dennoch ratsam, um einer Verschlimmerung vorzubeugen.

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