Rosenblüten sind Symbol der Liebe und duften betörend. Aber wussten Sie, dass sie auch gesund sind? Wir verraten, was in ihnen steckt.
Inhaltsverzeichnis
Rote Rosen gelten als Zeichen der Liebe und werden zum Valentinstag tausendfach verschenkt. Die intensiv duftenden Blumen sind aber mehr als nur schön: Einige Arten sind auch gut für unsere Gesundheit. Ihre Blüten enthalten wertvolle Stoffe und sind ein fester Bestandteil der Naturheilkunde und -kosmetik. Wir haben die Inhaltsstoffe und Anwendungsgebiete von Rosen im Überblick. Rosen sind die Lieblinge vieler Gärtner, denn sie existieren in den unterschiedlichsten Formen und Farben. Für die Pflanzenheilkunde sind allerdings nur ein paar Arten interessant. Zu ihnen gehören die Damaszener Rose (Fachbegriff: Rosa damascena), die Essig-Rose (Rosa gallica) und die Kohl-Rose (Rosa centifolia). Ihre Blätter werden meist getrocknet oder zu ätherischen Ölen weiterverarbeitet, sie können aber auch frisch gezupft verwendet werden.
Das steckt in den Rosenblüten
Rosenblütenblätter enthalten viele sekundäre Pflanzenstoffe. Diese unterstützen die Immunabwehr der Pflanze und schützen sie vor schädlichen Umwelteinflüssen. Beim Menschen können sie sich ebenfalls positiv auf die Gesundheit auswirken. Allerdings weiß die Forschung noch nicht, wie die Stoffe das exakt tun.
Zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören die sogenannten Anthocyane. Das sind Farbstoffe, die den Rosenblüten ihre Farbpracht verleihen. Die roten, gelben oder rosa Blüten locken dadurch Bestäuber-Insekten an. Zugleich wirken Anthocyane auch antioxidativ. Sie binden und neutralisieren freie Radikale, welche sonst die Zellen der Rose schädigen könnten. Auch im menschlichen Organismus können sie Zellen schützen. > Erfahren Sie hier mehr über Antioxidantien Weitere pflanzliche Stoffe sind Geraniol und Nerol, sogenannte Monoterpene. Sie dringen in die Zellen von schädlichen Pilzen oder Bakterien ein und hemmen deren Wachstum oder töten sie komplett ab. Damit schützen sie die Blumen vor Krankheitserregern. Beim Menschen können diese Stoffe Entzündungen lindern. Sie wirken zudem krampflösend und können gegen Insektenstiche helfen.
Außerdem enthalten Rosenblütenblätter Gerbstoffe. Diese schützen die Rose vor Erregern und Fäulnis und unterstützen sie zugleich bei Heilungsprozessen. Im menschlichen Körper können sie eine entzündungshemmende Wirkung entfalten. Gelangen die Gerbstoffe an menschliche Schleimhäute, verbinden sie sich mit den dort befindlichen Proteinen. Diese ziehen sich zusammen, und eine Art Schutzhülle entsteht. Bakterien und andere Erreger können dann nur schwer durch die Schleimhaut in den Körper eindringen. Die Schleimhäute können sich dadurch auch schneller von Verletzungen oder Entzündungen erholen. > Die besten entzündungshemmenden Lebensmittel
So verwenden Sie Rosenblütenblätter
Frisch gezupfte Rosenblätter können Sie beispielsweise beigeschwollenen Augen verwenden. Dazu legen Sie einige frische Blütenblätter etwa zehn Minuten lang auf die geschlossenen Augen. Die frischen Blüten dienen auch als Badezusatz und können wegen ihrer krampflösenden Wirkstoffe leichte Fuß- und Rückenschmerzen lindern.
Sowohl bei unverarbeiteten Rosenblüten als auch bei anderen Produkten sollten Sie immer auf ein Bio-Siegel achten. Dieses garantiert, dass die Rose nicht mit gefährlichen Pestiziden gespritzt wurde.
Rosenblüten-Tee
Tee mit Rosenblüten enthält viele Gerbstoffe und kann dadurch bei leichten Entzündungen und Verletzungen helfen. Er wird vor allem bei Beschwerden im Mund- und Rachenraum und im Magen-Darm-Trakt eingesetzt ─ also überall dort, wo sich Schleimhäute befinden. Bei Halsweh können Salbeiblätter die entzündungshemmende Wirkung der Rosenblüten noch verstärken. So bereiten Sie Rosenblütentee zu: Übergießen Sie ein bis zwei Teelöffel getrocknete Rosenblüten mit etwa 250 Millilitern heißem, aber nicht mehr kochendem Wasser und lassen Sie den Tee zugedeckt rund zehn Minuten ziehen. So können sich die Gerbstoffe lösen, während die hitzeempfindlichen ätherischen Öle nicht verdampfen. > Diese Hausmittel helfen bei Halsschmerzen Achtung: Bei langfristigem und zu hohem Konsum können Gerbstoffe Übelkeit und Magenschmerzen verursachen. Zudem können sie die Aufnahme von Eisen und anderen Mineralstoffen hemmen. Trinken Sie den Rosenblütentee daher besser nicht dauerhaft und nur in kleinen Mengen. Lindert leichte Entzündungen: Tee aus getrockneten Rosenblüten. (c) Heike Rau/Fotolia
Ätherische Öle aus Rosenblüten
Verfahren wie die Wasserdampf-Destillation entziehen den Rosenblüten ihre Duft- und Wirkstoffe und binden sie in ätherischen Ölen. Ätherisches Öl aus Rosenblüten kann vielfältig angewendet werden. Die Aromatherapie benutzt es, um das Wohlbefinden der Patienten zu steigern. Beim Riechen gelangen die Inhaltsstoffe an die Nasenrezeptoren. Diese senden dann Signale an das limbische System im Gehirn und können dabei positive Emotionen hervorrufen. Patienten fühlen sich häufig weniger gestresst und zugleich froh gestimmt, wenn sie Rosenblüten-Öl riechen. Eine Studie an Nagetieren hat übrigens gezeigt, dass die Wirkstoffe sogar leichte Depressionen lindern. Ob das auch bei Menschen funktioniert, ist bisher aber noch unklar.
Ätherisches Öl aus Rosenblüten wirkt entspannend als Badezusatz, kann aber auch äußere Entzündungen oder Insektenstiche lindern. Wichtig: Vor der Anwendung immer mit Wasser oder sogenannten Trägerölen (zum Beispiel Mandelöl) vermischen. Pur aufgetragen kann es allergische Reaktionen wie Hautrötungen verursachen. > Heilpflanze Lavendel: Natürliches Beruhigungsmittel
Naturkosmetik aus Rosenblütenblättern
Viele natürliche Hautpflege-Produkte enthalten Rosenöl, das meist aus Wildrosen oder Damaszener Rosen gewonnen wird. Wegen seiner antioxidativen Inhaltsstoffe kann es die Hautzellen vor freien Radikalen schützen und die Haut dadurch gesund halten. Gerne werden Produkte mit Rosenöl als „Anti-Aging-Wunder“ beworben, welche die Hautalterung verlangsamen und Falten verhindern sollen. Ob dies tatsächlich so gut funktioniert, ist fraglich, denn: Es gibt viele negative Faktoren, die auf die Haut einwirken, und nicht alle können durch Pflegeprodukte ausgeglichen werden. Bei regelmäßiger Anwendung können Rosenöl-haltige Naturkosmetika aber zumindest kleine Fältchen glätten.
Tipp: Testen Sie das Produkt vorher an einer Stelle an Arm oder Hand. Denn auch Naturkosmetika können Allergien hervorrufen, und besonders im Gesicht Reaktionen wie Jucken, Rötungen oder Schwellungen verursachen. Aus Rosen können Sie süße Geschenke herstellen. (c) Katrin Storm / Fotolia
Rosen in der Küche
Aus Rosenblütenblättern können Sie auch leckere Köstlichkeiten wie Gelee, Likör oder kandierte Rosenblüten zaubern.
Rezept für selbstgemachtes Rosengelee
Sie brauchen:
25 ungespritzte Rosenblüten, rot oder rosa
1,2 Liter Wasser
1 kg Gelierzucker 2:1
2 Zitronen
So geht’s:
Die Blütenblätter von den Kelchen abzupfen und in einen Topf mit heißem Wasser geben. Etwa 5 Minuten aufkochen und über Nacht stehen lassen.
Den Sud durch ein feines Sieb gießen.
Die Zitronen auspressen. Den Saft zusammen mit dem Rosenwasser und dem Gelierzucker nach Packungsanleitung aufkochen und in sterile Gläser abfüllen.
Sind Rosenblüten essbar oder giftig?
Echte Rosen der Gattung Rosa sind für den Menschen ungiftig — ihre Blütenblätter sind grundsätzlich essbar, ob als Tee, Gelee oder essbare Dekoration. Als besonders aromatisch gelten unter anderem die Damaszener Rose, die Essig-Rose (Apothekerrose) und die Kartoffelrose (Rosa rugosa). Zwei Einschränkungen sollten Sie aber kennen:
Keine Floristik-Rosen essen: Gekaufte Rosensträuße und Topfrosen aus dem Blumenhandel sind keine Lebensmittel und können stark mit Pestiziden belastet sein. Verwenden Sie nur ungespritzte Blüten aus dem eigenen Garten oder getrocknete Rosenblüten in Bio- beziehungsweise Lebensmittelqualität (Quelle: Utopia.de).
Vorsicht bei Namensvettern: Pfingstrosen und Christrosen tragen zwar „Rose“ im Namen, gehören botanisch aber zu ganz anderen Pflanzengattungen. Sie sind nicht zum Verzehr geeignet und gelten als giftig — die Christrose sogar in allen Pflanzenteilen.
Zuletzt aktualisiert: August 2026
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