Gesunder Mann

Prostata-Operation – die Methoden im Überblick

Prostata-Operation: Bei einer gutartigen Prostatavergrößerung gibt es unterschiedliche minimal-invasive Operationsverfahren. Ein Methoden-Überblick.

In einem leichte Stadium ist eine Prostata-OP nicht nötig, erst wenn das Wasserlassen zur Qual wird, ist ein Eingriff unumgänglich. Lesen Sie hier mehr zu den verschiedenen Operationsmöglichkeiten.

Warum entstehen Prostatabeschwerden?

Bei der Prostata handelt es sich um eine Drüse, die sich unterhalb der Harnblase befindet und die bei allen Männern vorhanden ist. Sie umschließt auch die Urethra – die Harnröhre, die der Urin beim Wasserlassen passiert.

Wenn sich die Prostata vergrößert, drückt sie gegen die Harnblase. Dadurch wird die Blase „gereizt“, wodurch Reizymptome entstehen. Gleichzeitig kann eine vergrößerte Prostata die Harnröhre „zusammendrücken“, sodass der Urinfluss aus der Blase behindert wird. Dies führt zu den sogenannten Blockierungssymptomen (obstruktive Symptome).

Im Allgemeinen machen sich die Symptome einer gutartigen Vergrößerung bei Männern ab 45 Jahren bemerkbar. Fünfzig Prozent der Männer über 50 Jahren zeigen Anzeichen für eine vergrößerte Prostata.

> PSA-Wert normal? So deuten Sie die Zahlen

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Falls Sie den Verdacht haben, dass Sie an einer vergrößerten Prostata leiden, sollten Sie die Diagnose von Ihrem Arzt bestätigen lassen. Ein solcher Arztbesuch ist in der Regel nicht sehr aufwändig. Um jedoch andere Ursachen Ihrer Symptome auszuschließen (darunter auch Prostatakrebs), kann der Arzt eine innere Untersuchung vornehmen, um die Größe der Prostata zu bestimmen und zusätzlich Blutanalysen anordnen. Sobald eine gesicherte Diagnose vorliegt, wird Ihr Arzt Ihnen die Behandlungsmöglichkeiten erörtern.

Wenn Sie zwischen 30 und 40 Jahren alt sind, ist es unwahrscheinlich, dass Ihre Prostata vergrößert ist – selbst wenn Sie bei sich einige Symptome beobachten.

> Erektile Dysfunktion: Infos zu Impotenz

Prostataoperation: Wann muss sie sein?

Die Möglichkeit einer Operation wird in Erwägung gezogen, wenn ein Patient die verschreibungspflichtigen Arzneimittel nicht verträgt, sich die Symptome verschlimmern oder sehr schwerwiegend sind. Die gute Nachricht: Mit fortschreitender technischer Entwicklung ist ein operativer Eingriff immer weniger invasiv. Heute gibt es eine Vielzahl von Methoden zur Behandlung einer vergrößerten Prostata, die auf Faseroptik-Kameras oder Laserverfahren zurückgreifen und bei denen nur wenige oder keine Schnitte in den Bauch erforderlich sind.

> Alternativen zur Operation

Welche Operationsformen gibt es?

Zu den wichtigsten Formen einer Prostataoperation zählen:

  • Transurethrale Resektion der Prostata (TURP): Dabei wird die Prostata mithilfe eines kleinen Instruments (mit integrierter Kamera), das durch den Penis eingeführt wird, entfernt. Der Eingriff ist auch mittels eines sogenannten KTP-Lasers möglich.
  • Transurethrale Inzision der Prostata (TUIP): Hierbei werden mit demselben Instrument kleine Schnitte in die Prostata und die Harnröhre gesetzt. Diese Technik kommt zum Einsatz, wenn eine kleine Prostata schwerwiegende Symptome verursacht.
  • Transurethrale Mikrowellen-Thermotherapie (TUMT): Im Gegensatz zur TURP oder TUIP, bei denen ein kleines Skalpell verwendet wird, arbeitet diese OP-Methode mit Hitze, die auf das Prostatagewebe angewendet wird und zum Zelltod führt.
  • Transurethrale Nadelablation (TUNA): Wie bei der TUMT wird auch hier das Prostatagewebe durch Hitze zerstört. Statt mit Mikrowellen arbeitet diese Technik jedoch mit Hochfrequenzradiowellen.
  • Offene Prostatektomie: Hierbei handelt es sich um eine konventionelle Operation, bei der die Prostata durch einen Schnitt in den unteren Bauch entfernt wird.
  • Laserverfahren: Eine weitere Operationsmöglichkeit ist das Laserverfahren (ILC, HoLEP). Das Prostatagewebe wird bei diesem Verfahren durch Laserstrahlen abgetragen beziehungsweise zerstört.
  • Da Vinci roboterassistierte Operation: Bei der radikalen Prostatektomie wird die Prostata vollständig entfernt. Sie kann bei Prostatakrebs angewandt werden.

> Einen Leitfaden der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. mit Informationen rund um eine vergrößerte Prostata können Sie hier herunterladen: Was tun, wenn die Prostata wächst?