Alternativmedizin & Naturheilkunde

Preiselbeeren – kleine Früchte, große Kraft

Zu Wild, zu Wienerschnitzel, zum gebackenen Camembert – Preiselbeeren gehören zu diesen Gerichten einfach dazu. Doch haben die Wildfrüchte mehr zu bieten als nur den würzigen Geschmack.

Eine Infografik mit verschiedenen Fakten zu Preiselbeeren. Sie zeigt Wissenswertes über die Inhaltsstoffe und Wirkung der roten Früchte.

Die kleinen roten Früchtchen mit dem botanischen Namen Vaccinium vitis-idaea heißen auch Kronsbeere oder Riffelbeere. Sie wachsen an einem höchstens 30 Zentimeter hohen Strauch. Die Pflanze gehört zur Gattung der Heidelbeeren bzw. Heidekrautgewächsen. Sie wächst in Europa, Asien und Nordamerika.

Auch bei uns können Sie ab Ende August/Anfang September die reifen Beeren in Bergregionen finden und ernten. Roh schmecken Preiselbeeren allerdings nicht sehr gut. Sie sind eher sauer und haben – wie  ihr Verwandter, die etwas größere Cranberry bzw. Moosbeere – einen leicht bitteren Nachklang. Beide Beeren kochen Sie besser zu einer Marmelade, einem Kompott oder gewinnen einen Saft daraus. Erst dann entfalten die roten Beeren ihren aromatischen Geschmack.

Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Preiselbeere

Preiselbeeren enthalten außerdem einen hohen Anteil an Fruchtsäuren, etwa Benzoe-, Ascorbin- und Salicylsäure. Alle drei wirken konservierend auf Lebensmittel. Dadurch halten sich  Kompott oder Saft aus den Beeren einige Tage geöffnet im Kühlschrank.

Von besonderer Bedeutung ist der Anteil an den sekundären Pflanzenstoffen Anthocyan oder Quercetin.

> Wie gesund ist die Cranberry?

Preiselbeeren haben einen hohen Gehalt an Vitamin C. (c) Colourbox

Der gesundheitliche Nutzen

Unserer Vorfahren schätzten die Preiselbeeren wegen ihres hohen Vitamingehalts. Sie lassen sich gut lagern. Hildegard von Bingen empfahl sie schon im 12. Jahrhundert als Heilmittel gegen stockende schmerzhafte Regelblutung.

Weitere traditionelle Anwendungsgebiete sind:

  • Stärkung des Immunsystems
  • Erkältungskrankheiten
  • Durchfall
  • Erschöpfung
  • Mund- und Zahnfleischentzündungen

Sind Preiselbeeren gut für die Blase?

Der wichtigste Einsatzbereich von Preiselbeerblättern und -saft sind Harnwegsinfekte. Ihre Inhaltsstoffe und vermutlich deren Wirkweise ähneln denen der verwandten Cranberry: Die enthaltenen Anthocyane sollen verhindern, dass sich Bakterien innen an die Blasenwand heften können.

Allerdings fehlen hierzu noch Studien, die das ausreichend belegen. Das gilt auch für die weitaus besser untersuchten Cranberries. Sollten Sie zu Harnwegsinfekten neigen, hilft also nur ein Test. Am besten finden Sie selbst heraus, ob der regelmäßige Genuss von Preiselbeersaft oder Preiselbeertee Ihnen im Akutfall hilft. Sie können den Saft oder den Tee auch vorbeugend trinken.

> Blasenentzündung vorbeugen: So geht’s

Ein Schälchen mit Preiselbeerkompott

Preiselbeeren passen sehr gut zu Wild und Käse. (c) Adobe Stock / Pixel-Shot

Rezept für Preiselbeerkompott

Zutaten für vier Gläser

  • 600 g reife Preiselbeeren (die rundum roten).
  • 120 g Zucker
  • Saft und abgeriebene Schale einer unbehandelten Zitrone
  • 1 EL Vanillezucker
  • 100 ml Wasser
  • vier mittelgroße Schraubgläser

Die Zubereitung

  1. Die Preiselbeeren sorgfältig verlesen und nur die reifen, rundum roten Früchte verwenden. Gründlich waschen und gut abtropfen lassen. Die Schraubgläser gründlich spülen. Dann in einen Topf mit kochendem Wasser stellen und zehn Minuten darin auskochen. Danach auf einem Geschirrtuch abtropfen lassen.
  2. Beeren, Zucker und Vanillezucker, Abrieb der Zitronenschale mit dem ausgepressten Saft und dem Wasser in einen Topf geben. Alles gut verrühren und zum Kochen bringen. Fünf bis zehn Minuten gar köcheln lassen.
  3. Das Kompott sofort in die vorbereiteten Gläser füllen. Den Rand abwischen, sofort verschließen und auf den Deckel stellen, damit ein Vakuum entsteht.